Martin et Karczinski :
Großes Recruiting-Kino: Design-Agentur auf Mitarbeitersuche

Die Corporate-Design-Agentur Martin et Karczinski sucht Mitarbeiter über eine langfristig angelegte Social-Media-Kampagne. Herzstück sind hochwertig produzierte Videoporträts der Mitarbeiter.

Text: Leif Pellikan

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Designer Sebastian Becker erklärt seine Designphilosophie und wirbt so um neue Kollegen.
Designer Sebastian Becker erklärt seine Designphilosophie und wirbt so um neue Kollegen.

Daniel Karczinski würde gern zehn Stellen besetzen. Aber das ist alles andere als einfach. Deshalb startet der Managing Partner der Münchner Corporate-Design-Agentur Martin et Karczinski jetzt eine langfristig angelegte und integrierte Social-Media-Kampagne. Herzstück sind hochwertig produzierte Videoporträts und Interviews mit Mitarbeitern.

"Bei der Auswahl eines Arbeitgebers zählen Empathie und die Frage: Mit wem umgebe ich mich, mit wem arbeite ich?", sagt Karczinski. Erste Clips und Making-ofs sind bereits gedreht und stehen online. Mittelfristig sollen alle Mitarbeiter zu sehen sein – 55 Personen. Hinzu kommen klassische Maßnahmen wie Werbepostkarten an Unis.

60 seconds be.yond - Sebastian Becker from Martin et Karczinski on Vimeo.

Das Problem ist alles andere als neu: Junge Menschen wollen nicht mehr in Agenturen arbeiten. Lange Arbeitszeiten, Termindruck und nicht zuletzt niedrige Gehälter halten die Generation Y von der Branche fern. Cool und hip sind Startups oder Internetfirmen wie Google und Facebook, besser bezahlt sind Jobs in Unternehmen. Dennoch haben Agenturen viel zu bieten. Genau das wollen etliche Agenturverbände thematisieren. Derzeit arbeiten die PR-Agenturen (GPRA) an einer Employer-Branding-Kampagne. Unterstützung kommt vom Agenturverband GWA, den Digitalen im BVDW, der OMG (Mediaagenturen) sowie dem Famab. Ende 2016 soll der Auftritt stehen. (Mehr dazu in der aktuellen W&V).

Hervorragende Menschen zu bekommen ist vor allem in den letzten drei Jahren eine echte Herausforderung geworden. "Der gesamte Markt verändert sich. Diesen Wandel gestalten wir konstruktiv und sind damit in der Agenturlandschaft vorne", sagt Karczinski. Nue eine Kampagne allein hilft hier nicht weiter. "Am Ende kamen wir zu der Erkenntnis, dass nur ein permanenter Ansatz Erfolg verspricht."

Dazu gehört auch der Rahmen: Karczinski stellt auch die bisherige Agenturorganisation infrage – eine ständige Suche nach dem Ideal für eine nachhaltige Entwicklung, wie er sagt. Zuvor starre Teamstrukturen wurden bereits aufgelöst. Daneben stehen Arbeitszeitmodelle und Home Office auf der To-do-Liste. Martin et Karczinski gehört mit zuletzt 5,5 Mio. Euro Umsatz zu den fünf größten Designagenturen (Kunden: Audi, Gaggenau, Parador, Kuka).


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach. 



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Anonymous User 4. August 2016

Wer sieht, was Leute mit gleicher Bildung auf Kundenseite verdienen winkt dankend ab. Das stimmt nicht immer, aber oft.

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