Spot mit Atze Schröder :
GWA verurteilt Wiesenhof-Spot

Der Agenturverband GWA verurteilt den jüngsten Online-Spot des Geflügelproduzenten Wiesenhof scharf: In dem mittlerweile zurückgezogenen Spot hatte sich Atze Schröder über das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Gina-Lisa Lohfink lustig gemacht.

Text: W&V Redaktion

Atze Schröder in Schwarz-Rot-Gold: Eine der dunkelsten Stunden des deutschen Humors.
Atze Schröder in Schwarz-Rot-Gold: Eine der dunkelsten Stunden des deutschen Humors.

Der Agenturverband GWA verurteilt in einem Statement den jüngsten Online-Spot des Geflügelfleischherstellers Wiesenhof aufs Schärfste. In dem mittlerweile zurückgezogenen Spot hatte sich Comedian Atze Schröder über das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Gina-Lisa Lohfink lustig gemacht. In dem 90-Sekünder wurde überaus ausführlich die Länge der neuen Wiesenhof-Bratwurst thematisiert (Schröder: "Danach müssen Lisa und Gina erst mal in die Traumatherapie").

"Wer solche Spots in Auftrag gibt und umsetzt, versteht nicht das geringste von Marke und ordentlicher Unternehmensführung. Das gilt für Auftraggeber und Agentur gleichermaßen", sagt GWA-Präsident Wolf-Ingomar Faecks.

Derzeit läuft ein Gerichtsverfahren wegen mutmaßlicher Vergewaltigung beziehungsweise falscher Verdächtigung, an welchem Gina-Lisa Lohfink beteiligt ist. "Ohne diesen Umstand wäre der Spot schlicht geschmacklos. So aber wird daraus ein kommunikativer Super-Gau", schimpft Faecks.

Dennoch stellt sich der GWA-Präsident gegen eine geplante Gesetzesinitiative von Justizminister Heiko Maas, mit der geschlechterdiskriminierende Werbung unterbunden werden soll. Das Beispiel Wiesenhof zeige, "dass die Selbstregulierung des Marktes und der Branche völlig ausreichen, um gegen solche Fälle vorzugehen", so Faecks.