Börsenspekulationen :
Hedgefonds wetten Milliarden gegen die Werbe-Holdings

Umstritten, aber profitabel: Investmentfonds setzen auf fallende Kurse. Zum Beispiel bei WPP, Publicis und Omnicom.

Text: Franz Scheele

Eine Reihe amerikanischer und britischer Hedgefonds haben mehr als drei Milliarden Dollar auf fallende Börsenkurse bei den großen Werbe-Holdings WPP, Publicis und Omnicom gewettet. Hintergrund der Spekulationen sind das abflachende Wachstum sowie die digitale Disruption in der Werbebranche.

Zu den Hedgefonds, die auf sinkende Kurse setzen, um damit einen Profit zu erzielen, gehören nach einem Bericht der Financial Times (Paywall) unter anderem die US-Investmentfonds Lone Pine und Maverick Capital sowie der britische Fonds Marshall Wace.

Der Börsenkurs von WPP war in der vergangenen Woche auf ein Dreijahrestief gefallen. Laut FT hatten Hedgefonds, die WPP-Anteile im Wert von 920 Millionen Pfund über eine Put-Option gekauft hatten, um sie kurzfristig wieder zu verkaufen, dabei enorme Gewinne erzielt.

Die Hedgefonds reagieren mit ihren Spekulationen auf das Problem der großen Werbe-Holdings, dass immer mehr Werbegelder zu Google und Facebook umgeleitet werden und gleichzeitig große werbungtreibende Unternehmen wie Procter & Gamble und Unilever ihre Marketingbudgets zusammenstreichen oder verstärkt auf Inhouse-Werbung setzen.

Laut FT gibt es allerdings auch Wetten in entgegengesetzter Richtung von Investoren, die davon ausgehen, dass die Bedenken gegenüber dem traditionellen Agenturmodell übertrieben sind und beispielsweise der derzeitige Börsenkurs von WPP nicht den wahren Wert des Unternehmens widerspiegelt.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.