Jochen Rädeker und Amir Kassaei: "Dass es mal rumpelt, ist ganz normal"

Der ADC betreibt Schadensbegrenzung und hat sich auf eine gemeinsame Erklärung verständigt. Darin versichern sich Jochen Rädeker und Amir Kassaei ihrer gegenseitigen Wertschätzung und kündigen eine enge Zusammenarbeit an.

Text: Frauke Schobelt

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Vor der heutigen Sitzung des Führungsgremiums betreibt der ADC Schadensbegrenzung und hat sich auf eine gemeinsame Erklärung verständigt. Darin versichern sich Jochen Rädeker, Vorstandssprecher des ADC Deutschland, und Amir Kassaie, frischgebackener Präsident des ADC of Europe (ADC*E), ihrer gegenseitigen Wertschätzung und kündigen eine enge Zusammenarbeit an. Am Donnerstag noch hatte Amir Kassaei von Rädeker eine Entschuldigung gefordert, unter anderem für den Vorwurf, "ihm fehle der Atem für die Detailarbeit".

Diese Schlagzeilen fand im ADC offensichtlich niemand so wirklich hilfreich, denn jetzt wird zurück gerudert. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass es zwischen dem ADC Deutschland und dem ADC Europe keinen "handfesten Streit" gebe. Rädeker und Kassaei schätzten sich aus der gemeinsamen Vorstandsarbeit beim ADC Deutschland - "und beide können sowohl austeilen als auch einstecken". Rädeker und Kassaei hätten beim deutschen ADC schon 2008 eng zusammengearbeitet und wollten dies auch künftig tun. "Dass es unter profilierten Kreativen auch einmal rumpelt, ist ganz normal, aber kein Anlass, an der Verbundenheit des deutschen und des europäischen Spitzenverbandes der Kreativen zu zweifeln."

Offenbar will der ADC auch die Diskussion beenden, wer denn nun was zur Reform des ADC beigetragen hat, denn das hatten sich beide Seiten auf die Fahnen geschrieben. In der Erklärung heißt es jetzt: "Amir Kassaei ist 2009 als Vorstandssprecher des deutschen ADC aufgrund von Differenzen über die Finanzpolitik des Clubs zurückgetreten. Kassaei hatte damals Rädeker als Nachfolger empfohlen, der in den letzten drei Jahren den Club vollständig umstrukturiert und auf gesunde Füße gestellt hat. Im Bestreben, den ADC Deutschland wie auch ADC Europe organisatorisch zu stärken und mit neuer Strahlkraft zu versehen, sind sich Kassaei und Rädeker absolut einig - auch darin, dass der ADC Deutschland diesen notwendigen Prozess erfolgreich hinter sich gebracht hat und der ADC Europe nun mit Kassaei an der Spitze ebenfalls durchstartet. Entsprechend hat der ADC Deutschland die Kandidatur Kassaeis für die Präsidentschaft des ADC Europe auf der Grundlage eines gemeinsam entwickelten Programms unterstützt."

Ein Kompromiss zeichnet sich für den umstrittenen Plan ab, auch Einzelmitglieder im ADC Europe aufzunehmen: "Dies wird nur in enger Abstimmung mit den nationalen Clubs passieren. So soll zum Beispiel eine Möglichkeit geschaffen werden, Kreativen eine aktive Teilnahme zu ermöglichen, deren Landesverbände nicht Mitglied im ADC*E sind. Dieses Vorhaben wird auch vom deutschen ADC unterstützt; Details werden gemeinsam ausgearbeitet werden."

Jochen Rädeker hatte die Leistungsfähigkeit des ADC*E in Barcelona kritisiert, daraus leitet der ADC Deutschland jetzt eine Führungsrolle bei den Reformen ab: "Der ADC Deutschland ist Gründungsmitglied des ADC*E und als einer der größten Landesverbände auf operativer Ebene deutlich leistungsfähiger als das schlanke ADC*E-Office in Barcelona. Damit ist der ADC Deutschland für den ADC*E eine unverzichtbare Schnittstelle, wenn es darum geht, aus dem europäischen Dachverband auch über den renommierten Wettbewerb hinaus ein Forum zu machen, das der besten Kreation in Europa ein Zuhause gibt. Deutschland wird damit zum Motor für einen von allen Seiten gewünschten, starken ADC Europe."


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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