Social Media :
Jung von Matt zeigt Deutschlands häufigstes Facebook-Profil

Deutschlands häufigstes Wohnzimmer war ein gigantischer PR-Coup der Strategieabteilung von Jung von Matt. Jetzt legt die Agentur mit Deutschlands häufigstem Facebook-Profil nach. Hier geht's zum Profil.

Text: Peter Hammer

26. Oct. 2015 - 4 Kommentare

So könnte er aussehen, der bundesdeutsche Durchschnitts-Facebooker. Er ist 36 Jahre alt und trägt einen Bart. Allerdings ist das Foto nur ein Platzhalter. Alles andere aber ist real.

Die Hamburger Agentur Jung von Matt, die vor Jahren schon das typisch deutsche Wohnzimmer eingerichtet hat, hat sich mit den Facebook-Machern zusammengetan und alle verfügbaren Daten zu den deutschen Facebook-Profilen ausgewertet. Es sind gigantische Datenmengen. So entstand Christian Müllers Profil (zum Anschauen geht's hier lang). Nicht als die statistische und statische Mitte Deutschlands: Was Christian auf seinem Account macht, ist der dynamische Ausdruck dessen, was die Deutschen auf Facebook gerade tun. In Echtzeit. Und daher ständig dem Wandel unterworfen.

Der Durchschnitts-Facebooker ist kein Heavy User. Er hat lediglich 30 Seiten geliked: Es sind nur wenige Marken wie Amazon, Stylefruits, Facebook, DM Drogerie Markt, Samsung oder Nutella dabei. Sein Interesse gilt eher Accounts wie Faktastisch, mit teils skurrilen News und Erkenntnissen, Berlin Tag und Nacht, FC Bayern München und Elyas M'Barek. Er selbst ist auch nicht besonders mitteilungsbedürftig. Persönliches wie ein Foto vom Wiesn-Besuch oder Schnappschüsse aus dem Urlaub postet Christian in Familien-, Freundes- und Interessen-Gruppen.

Der zweitwichtigste Bereich ist Entertainment. Christian schätzt aktuell David Guetta, mag Filme wie die "Minions" oder "Fast & Furious". Und er liebt Fußball, vor allem den Rekordmeister aus Bayern. An dritter Stelle: Themen und News aus Politik, Weltgeschehen und Wissenschaft.

Und man erfährt noch mehr über ihn. Ob er nachts gut oder schlecht schläft, zum Beispiel. Denn das Scrollen durch den Newsfeed ist oft das Erste und Letzte, was Christian vorm Schlafengehen macht. Er ruft seinen Facebook-Account 14-mal am Tag auf und verbringt einen großen Teil dieser Zeit damit, Inhalte zu lesen und anzuschauen. Christian drückt etwa achtmal im Monat den Like-Button. Gut dreimal in vier Wochen kommentiert er Posts.


4 Kommentare

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Anonymous User 2. November 2015

Wow! JvM kann Statistiken lesen. Bin einigermaßen beeindruckt. Nicht.

Anonymous User 27. Oktober 2015

Wer möchte denn einen solchen Facebook-Muffel erreichen, der sich eh nicht mit Content und Werbemaßnahmen auseinander setzt und nur einige Male im Monat ein Like abgibt?

Die Quintessenz lautet also: "Liebe Kunden, herzlichen Glückwunsch, dass Sie uns ihren Social-Media-Etat verwalten lassen. Dafür bekommen Sie unseren tollen Postings mit Bildchen und Textinhalten, unzählige Fanaktivierungsmaßnahmen und ganz viele bezahlte Anzeigen bei Facebook. Leider nur nicht den erhofften Facebook-Nutzer, denn der ist so strunzen faul, dass er nix davon anklickt. Wir machen dennoch weiter, bis der Kunde anbeißt!" :D

Anonymous User 26. Oktober 2015

Bravo! Und wieder ein PR Zeichen dafür, daß die ehemaligen Mitarbeiter der staubtrockenen Hard Selling Werbeagentur Grey es nicht über den Tellerrand schaffen. Was will ich mit einem Durchschnitts-Wohnzimmer? Was mit einem Herrn Müller? Welcher konsequent handelnde opfert noch Zeit auf Facebook???
Soll ich von Herrn Müller wieder zum R6 Typ, zum erfolgreichen BMW Fahrer finden?
Was man uns in der Interpublic beibrachte, hatte noch Hand und Fuss. Werber merkt auf! "Sage, was du zu sagen hast. Wenn du etwas zu sagen hast."
Und nicht zum Headline Texten einen Zettel mit Parolen am grünen Tisch rumgehen lassen.

Anonymous User 26. Oktober 2015

... wohl eher MadeMyDay als Faktastisch ;-)

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