Etatgewinn :
KNSK öffnet Büro im Pott - für Evonik und den BVB

In Essen macht die Kreativschmiede von Werner Knopf und Detmar Karpinski eine Niederlassung auf. Von hier aus wird der Stammkunde Evonik betreut - und der Fußballklub Borussia Dortmund.

Text: Susanne Herrmann

Der glücklichste BVB-Fan Deutschlands sitzt derzeit vermutlich in seinem Hamburger Büro an der Alster: Werner Knopf ist einer der Gründer der Kreativagentur KNSK und durch und durch ein Sohn des Ruhrgebiets. Mit seiner Truppe hat er nun einen Traumkunden gewonnen. KNSK betreut den Bundesligaklub Borussia Dortmund. "Das ist natürlich das Größte, einen Kunden zu gewinnen, zu dem ohnehin freiwillig immer hingeht", sagt Knopf.

Neuigkeit Nummer zwei: Die Agentur betreut den Wunschkunden von Essen aus. Im Weltkulturerbe Zeche Zollverein eröffnet KNSK eine Niederlassung namens KNSK West und wird sich hier um den BVB und den BVB-Sponsor Evonik kümmern. Der Chemiekonzern sitzt ebenfalls in Essen.

Für den geschäftsführenden Gesellschafter Werner Knopf ist klar, dass der Sitz in der Zeche Zollverein perfekt zu Agentur und Kunden passt: "Für uns kann es keinen besseren Ort geben: Wahrzeichen des Ruhrgebietes; Metapher für die Industriegeschichte der Region und dem Strukturwandel heute. Hier am Standort steht das Red Dot Designmuseum. Hier ist auch der Fachbereich Design der Folkwang Universität angesiedelt. Wir fühlen uns also in sehr guter Gesellschaft." Und sein Kompagnon Detmar Karpinski, der selbst aus Bochum stammt, sagt: "Wir freuen uns von Herzen auf unsere alte, neue Heimat im Ruhrgebiet."

KNSK, Evonik und BVB: Es scheint fast, als komme nun zusammen, was zusammengehört. In den besten Kampagnen für Evonik, die KNSK in den vergangenen Jahren gestaltete, ging es meist um den BVB - etwa dann, wenn der Trikotsponsor des Traditionsklubs vor Lokalderbys gegen Schalke anfeuerte, zu Siegen gratulierte, Mitgefühl bewies oder zum Schokozipfelbacken aufrief. Zuletzt hatte KNKS für Evonik die Börsengangskampagne entwickelt. Auch die Namensänderung von RAG in Evonik kommunizierte damals KNSK. Aufgrund der Arbeiten für den Energiekonzern kam auch der Kontakt zum BVB zustande, sodass der Fußballklub schließlich auf die Agentur zukam - ohne Akquise, ohne Pitch.

Wie gut die Beziehung zwischen Agentur und dem Kunden Evonik ist, zeigt übrigens die Nachricht, wer das Büro KNSK West mit seinen 15 Mitarbeitern leiten wird. Dirk Hoffmann, Ruhrgebietspflanze, war zuletzt als Markenexperte im Zentralbereich Konzernkommunikation und Vorstandsbüro bei Evonik tätig. 

Schon seit Januar betreut KNSK Borussia Dortmund bei der Führung der Marke und bei der Internationalisierung von Kommunikationskonzepten beraten und Maßnahmen umsetzen. Zu den nächsten Aufgaben gehören die Entwicklung einer Leitidee für die Saison 2013/14, die Gestaltung von Dauer- und Tageskarten sowie die Konzeption eines Fanartikelkataloges. Dirk Hoffmann: "Wir freuen uns sehr über den Erfolg des BVB in der Champions League. Und wir freuen uns auf spannende Jahre, in denen wir den BVB bei der internationalen Positionierung der Marke unterstützen können. Wir sind stolz darauf, für zwei so starke Marken in der Region zu arbeiten." Und weil das Ruhrgebiet, so Hoffmann weiter, "starkes kreativen Potenzial" hat, habe die Niederlassung bislang "nur Menschen aus dem Ruhrgebiet eingestellt".

Den BVB betreute zuletzt die Unternehmensberatung XEO in Düsseldorf. Auch hier schlägt das Herz des Chefs für die Borussia: Geschäftsführer Ben Rünger hat die Fan-Hymne "Echte Liebe" verfasst, die am 24. April beim Heimspiel gegen Real Madrid im Stadion der Borussia gespielt wurde (berichtete RP Online).

Spannend bleibt nun also noch, wer am 25. Mai die Champions League gewinnt: Der Double-Sieger 2012 Borussia Dortmund oder der aktuelle Deutsche Meister und DFB-Pokalfinalist FC Bayern München.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.