Online-Möbelhaus :
"Långweilig": Wenn Werber die gleiche Idee haben

Mit Blick auf die jüngste Kampagne von Home24 melden sich jetzt eine Wiener Agentur sowie ein freier Kreativer zu Wort, die bereits früher die gleiche Idee hatten.

Text: Lena Herrmann

- 8 Kommentare

Jüngst veröffentlichte das Online-Möbelhaus Home24 eine Kampagne, realisiert von der Agentur Plantage Berlin. "Anställn", "Långweilig", "Schläppen", so die Lästermotive gegen den Konkurrenten Ikea. Doch was als unterhaltsamer Werbefeldzug geplant war, entwickelt sich aktuell für Agentur und Unternehmen zu einer unangenehmen Sache. Denn mit dem Erscheinen der Kampagne melden sich Werber, die bereits früher eine ähnliche Idee hatten. Zum einen ist das der freie Kreative Tobias Geigenmüller, der vor rund zehn Jahren für das Möbelhaus Hübner Flyer entwickelte, die in einem sehr ähnlichen Stil auf Ikea abzielen. Dazu ist er Anfang des Jahres mit Home24 und vor zwei Jahren mit Plantage in Kontakt gewesen. Beide sind dabei von ihm auf seine Arbeiten hingewiesen worden. Das berichtet der "Kontakter" in seiner aktuellen Ausgabe.

Und auch die Wiener Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann hat für den Kunden Mömax bereits im Jahr 2012 mit einer ähnlichen Arbeit geworben (siehe Abbildungen). Die Kampagne wurde nach Angaben der Agentur 2013 beim CCA (Creativ Club Austria), dem österreichischen Pendant zum deutschen ADC, ausgezeichnet.

Die Berliner Agentur Plantage versichert, dass die Idee aus dem eigenen Haus stammt. Die Mappe von Geigenmüller sei von der Personalabteilung nie an die verantwortlichen Kreativen weitergeleitet worden, daher habe man seine Arbeit nicht gekannt. Der Kunde habe die Agentur gebrieft, eine Kampagne zu entwickeln, in der es um den Online-Möbelhandel versus des Offline-Handels gehe. Da sei man schnell bei der bekannten Typo von Ikea gelandet, sagt Plantages Kreativchef Alexander Weber-Grün. Home24 äußert sich nicht dazu.

Und selbst wenn sich Home24 oder Plantage doch von einer der bereits existierenden Arbeiten hätten inspirieren lassen, so ist das wohl nicht rechtswidrig. Denn die Fortführung einer Idee ist grundsätzlich nicht illegal. (lhe/mw)

Nachfolgend ein Plakatmotiv von Mömax aus dem Jahr 2012 (Agentur: Demner, Merlicek & Bergmann)

Und so wirbt aktuell Home24 (Agentur: Plantage, Berlin)


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.



8 Kommentare

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Anonymous User 20. August 2015

Vielleicht ist es gar kein Plagiat sondern Manuel Neuer!

Anonymous User 20. August 2015

Rocket Internet halt. Die gucken sich doch eh alles irgendwo anders ab.

Anonymous User 20. August 2015

Rocket Internet halt. Die sich doch eh alles irgendwo anders ab.

Anonymous User 20. August 2015

Beim Möbel verkaufen auf die IKEA-Kataloge zu kommen, halte ich jetzt auch nicht für die gedankliche Transferleistung des Jahrhunderts. Da könnten vermutlich Dutzende wegen 'Ideenklau' jammern, allen voran IKEA selbst. Am Ende muss man trotzdem eine runde Kampagne daraus machen. Und einem Kunden verkaufen.

Anonymous User 20. August 2015

Ich würde die Agentur freisprechen. Denn wenn an 3 Stellen die selben Kampagnen entstehen, muss das kein Beweis für Plagiarismus sein, sondern evtl. auch einfach nur ein Zeichen, dass man für die Idee nicht wirklich weitgerudert ist. Mich würde es nicht wundern, wenn die "Idee" in 13 anderen Portfolios auch zu sehen ist.

Anonymous User 20. August 2015

Ich würde die Agentur freisprechen. Denn wenn an 3 Stellen die selben Kampagnen entstehen, muss das kein Beweis für Plagiarismus sein, sondern evtl. auch einfach nur ein Zeichen, dass man für die Idee nicht wirklich weitgerudert ist. Mich würde es nicht wundern, wenn die "Idee" in 13 anderen Portfolios auch zu sehen ist.

Anonymous User 20. August 2015

IKEA-Ver**sche is ja nun wirklich nichts, auf was man sich als Kreativer stolz berufen müsste. Und wenn dann doch jemand ganz aufgeregt Plagiarismus hyperventiliert, wird's eventuell noch peinlicher.
Home24 kommt der Wirbel sicher nicht ganz ungelegen, könnte man außerdem meinen.

Anonymous User 20. August 2015

Ach herrje. So etwas ist also einen Artikel wert, der dann am Ende doch keinen Punkt macht. Es ist doch einfach so: auf die Idee kommt man schnell, sie dann zu einer echten Kampagne zu machen, die nicht auf Studenten-Niveau fliegt und sie dann so groß umzusetzen, dass sie jeder sieht, hat dann eben doch nur die aktuelle Kampagne und dazu gehörige Agentur bzw. Kunde geschafft. Mit freundlicher Unterstützung der empörten vermeintlichen Ideengeber.

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