McCann-CEO Ruber Iglesias findet es ziemlich daneben, dass der zurückgetretene Effie-Jurychef Thomas Strerath mit dem Recht auf geistiges Eigentum argumentiert: "Wir können gerne eine Diskussion um geistiges Eigentum führen. Nur hat das leider nichts mit der Sache selbst zu tun. Der Effie-Jurychef hat die Konsequenzen seines Handelns gezogen und ist folgerichtig von all seinen Ämtern beim GWA zurückgetreten. Nun liegt es am GWA, den Vorgang schnell und vollständig aufzuklären, um den Schaden für die Branche zu begrenzen und die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen."

Auch Serviceplan-Chef Florian Haller betont, dass Jurypräsident Strerath seine Agentur Jung von Matt nicht hätte nachträglich auf die Shortlist setzen dürfen. "Ich finde seinen Rücktritt deshalb konsequent und richtig", so Haller. "Dass Frank-Michael Schmidt diesen Fall in die Öffentlichkeit bringt, kann ich verstehen. Der Effie lebt von seiner Glaubwürdigkeit und muss deshalb transparent sein. Einen solchen Fall im kleinen Kreis 'geheim' zu besprechen, ist unrealistisch und hilft nicht weiter."

Zur Angelegenheit geäußert hat sich mittlerweile auch Streraths Nachfolger als Effie-Vorstand beim GWA, Michael Trautmann von Thjnk. Er sei seinem Vorgänger für die geleistete Arbeit dankbar, sagt Trautmann, der künftig auch die Effie-Jury leiten wird: "Ich sehe das Dilemma, in dem er sich befand und unterstelle ihm beste Absichten. Dasselbe unterstelle ich auch Frank-Michael Schmidt." Er hätte sich aber gewünscht, dass der Scholz & Friends-Chef mit seinem Anliegen erst an den GWA-Ältestenrat herangetreten wäre und nicht an die Öffentlichkeit.



Markus Weber, Redakteur W&V
Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.