Kreation des Tages :
Peta, Kolle Rebbe und Demodern stecken Re-Publica-Besucher in VR-Käfig

"Eye to Eye": Besucher der Re Publica konnten per VR in Dialog mit einem Laborhasen treten. Und Erlebnisse mit ihm teilen.

Text: Susanne Herrmann

Dieser freundliche VR-Hase teilte seine Erlebnisse mit Re-Publica-Besuchern.
Dieser freundliche VR-Hase teilte seine Erlebnisse mit Re-Publica-Besuchern.

Durch den Wald hoppeln - um dann auf einmal im Labor zu landen. Auf der falschen Seite der Glasscheibe. Sich das vorzustellen ist schon schlimm - es quasi zu erleben, schnürt einem den Hals zu.

Als Sozialexperiment bezeichnet die Tierschutzorganisation Peta den Virtual-Reality-Dialog mit einem Hasen. "Eye To Eye" entstand gemeinsam mit der Kreativagentur Kolle Rebbe und der Digitalagentur Demodern. Die ersten, die das probieren durften, waren die Besucher der Internetkonferenz Re Publica in Berlin. Eine deutsche Trailer-Tour ist geplant. Hendrik Thiele, Leiter des Bereichs Kreation und Großprojekte bei Peta: "Wir leben in einer technikverliebten Welt. Virtual Reality bietet uns die Chance, Menschen zu erreichen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Thema Tierrechte beschäftigt haben."

In "Eye to Eye" schicken Peta und das Kreativteam die Zuschauer mithilfe der VR-Brille nicht einfach in die Erlebniswelt eines Versuchstiers, Schlachtviehs, Zirkustiers - es gibt einen Dialog. Dafür hat Demodern einen Schauspieler engagiert, der einen Hasen in Echtzeit zum Leben erweckt. Das ermöglicht ein Face-Reenactment-System, das Stimme und Mimik des Darstellers live auf den virtuellen Charakter überträgt. Hinzu kommt eindringliches Sounddesign von German Wahnsinn.

Und plötzlich ist etwas möglich, was sonst nicht geht: Die Besucher des Experiments unterhalten sich mit einem Tier - und müssen ihm auch Rede und Antwort stehen.

Youtube-Inhalte aktivieren

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

"Zum ersten Mal begegnen sich Mensch und Tier auf Augenhöhe, für ein Gespräch, das uns die Augen öffnet – und die Herzen", so Ingrid Newkirk, Gründerin und Präsidentin der Tierrechtsorganisation, über das Projekt.

Für Andreas Brunsch, Executive Creative Director Digital bei Kolle Rebbe, liegt der besondere Reiz des Projekts darin, dass "Eye to Eye" die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Virtualität verschiebt: "Der Hase überrascht mit echten Emotionen und Einfühlungsvermögen. Es ist ein Spiel mit den Erwartungen der User, das neue Maßstäbe dafür setzt, was in virtuellen Welten möglich ist." Alexander El-Meligi, Managing Partner und Creative Director bei Demodern: "Dieses Projekt zeigt nicht nur, was mit Virtual Reality visuell und technisch alles machbar ist, sondern auch, welche Chancen in diesem immersiven Medium für Storytelling und Storydoing stecken."

Nach der Re Publica geht der Hase nun auf Tour. Ein Truck macht die VR-Installation mobil. Peta möchte damit seine Botschaft, dass "Tiere nicht dazu da sind, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten", bundesweit erlebbar machen.

Ausführlich (und viel geklickt) ist das Video mit der Erfahrung, die Youtuber Simon Unge (Ungespielt) macht.

Youtube-Inhalte aktivieren

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.