Preuss und Preuss :
Preuss und Preuss expandiert nach Stuttgart

Die Berliner Kreativagentur Preuss und Preuss startet ein Büro in Stuttgart. Geleitet wird es von Nina Preuss. Ihren Part in Berlin übernimmt ein neuer Geschäftsführer.

Text: Peter Hammer

Die erweiterte Geschäftsführung: Lutz Plümecke, Michael Preuss und Nina Preuss (v.l.)
Die erweiterte Geschäftsführung: Lutz Plümecke, Michael Preuss und Nina Preuss (v.l.)

Die Lage: zentral. Das Gebäude: Jugendstil. Die Agentur: eine deutschlandweit bekannte Kreativadresse. Eine interessante Mischung auch für Stuttgart. Die Berliner Kreativschmiede Preuss und Preuss eröffnet nun offiziell ein Büro in der Schwabenmetropole. Obgleich die Landeshauptstadt bei Agenturen nicht als einfaches Pflaster gilt. Im Geheimen ist Jens Wages, der als Client Service Director engagiert wurde, schon seit einigen Wochen in der Stadt aktiv. Der Ex-Jung-von-Matt-Werber hat zuletzt sein eigenes Startup-Unternehmen aufgebaut und gilt als ausgesprochener Strippenzieher.

Preuss und Preuss sieht reichlich Potenzial in Stuttgart

Die Hauptstadt-Werber meinen es ernst mit ihrem Schwaben-Experiment. Von Anfang an werkeln sechs feste Mitarbeiter im Büro. Startkunde ist ein Unternehmen aus dem Lebensmittelbereich, das nicht genannt werden darf. Bekannt ist aber die Führung der Dependance: Nina Preuss, Cogründerin und Mitinhaberin, wechselt von Berlin an den Neckar. Es sind teils familiäre Gründe, die sie und ihren Mann zu dem Schritt bewegt haben. Aber auch wirtschaftliche. „Es ist noch Luft nach oben in der Stuttgarter Agenturszene. Die wollen wir etwas aufmischen“, sagt Michael Preuss. Beide sind davon überzeugt: „Stuttgart wird total unterschätzt“. Und beide kennen sich aus in der Stadt und der Region, sind gut vernetzt. Das Duo arbeitete früher schon mal für Jung von Matt/Neckar, der wohl größten Agentur in Stuttgart. Nina Preuss bringt als echte Stuttgarterin eine gehörige Portion Heimvorteil mit, nicht nur wegen des Schwäbischen. Während ihren Scholz & Friends-Zeiten Teil des Teams, die die „Wir können alles außer Hochdeutsch“-Kampagne kreiert hat.

Sparkassen-Werber Lutz Plümecke kommt

Als Ersatz für Nina Preuss im Berliner Büro wird Lutz Plümecke als Geschäftsführer geholt. Er war viele Jahre lang Bereichsleiter Gemeinsame Sparkassenwerbung beim Sparkassen-Finanzportal und lernte während dieser Zeit auch Preuss und Preuss kennen. Die zwölfköpfige Abteilung ist nicht nur die Schnittstelle zwischen den Sparkassen und den beauftragten Agenturen, sondern bringt sich bei Bedarf selbst stark beratend ein, so geschehen beispielsweise bei der „Giro sucht Hero“-Kampagne (Agentur: Jung von Matt/Spree). Sagt Plümecke. Er bringt zudem eigene Agenturerfahrung (BBDO, Scholz & Friends) mit. Ihn reizt an der neuen Aufgabe vor allem „das breite Portfolio von Design, Klassik und Online.“  Und die Aufbruchsstimmung auch in Berlin. Denn auch in der Hauptstadt hat die Agentur neue Räume bezogen.

Nina und Michael Preuss wissen um die Problematik des Standorts Stuttgart. So ist es schwer, hochkarätige Kreative dorthin zu lotsen oder Talente dauerhaft zu halten. Niemand aus Berlin wollte mitgehen. Doch genau der kreative Anspruch ist es, mit dem Kunden überzeugt werden sollen. Deshalb auch sprechen die beiden von einer vernetzten Agentur, einer Achse „Berlin-Stuttgart“. Nina Preuss: „Wir wollen dem Standort Kreativität zurückgegeben und gleichzeitig an der Wirtschaftkraft der Region partizipieren“.