Vertrauensbarometer :
Schlechte Werte: Agenturen verlieren Vertrauen

Das Image der Werbeagenturen wird auch 2018 nicht besser. Sie verlieren im Vergleich zum Jahr 2016 massiv an Vertrauen.

Text: Anja Janotta

Weihnachtswerbung von Jung von Matt.
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Mal wieder - die Werbeagenturen genießen in Deutschland eine schlechte Reputation und schlechtes Vertrauen. Das zeigt das aktuelle Vertrauens-Ranking von Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL. Von 26 abgefragten Institutionen und Berufsgruppen landeten die Agenturen auf Platz 26. Ganz hinten. Nur fünf Prozent der Deutschen sprechen ihnen das Vertrauen aus. Ganze vier Prozentpunkte rauschte diese Berufsgruppe nach unten ab.

Die Presse hingegen liegt bei 40 Prozent Vertrauen und auf Platz 15 im unteren Mittelfeld. 28 Prozent erhält auf Rang 17 das Medium Fernshen. Dem direkteren Medium Radio (Rang 8) vertrauen hingegen 56 Prozent. Am glaubwürdigsten sind Polizei, Universitäten und Ärzte. Deutlich geringer das Vertrauen zu Unternehmen, die 18 Prozentpunkte Verlust hinnehmen mussten. Auch die Manager, die den vorletzten Platz des Rankings einnehmen, verlieren sieben Prozentpunkte.

Unterschied im Vertrauen bei Ost und West

Ost- und Westdeutsche unterscheiden sich in ihrem Urteil über gesellschaftlich relevante Institutionen in Deutschland zum Teil erheblich. Bei fast allen Institutionen ist das Vertrauen der Ostdeutschen niedriger als das der Westdeutschen, bei 14 der 26 Institutionen sogar deutlich niedriger.

Besonders ausgeprägt ist neben einem Misstrauen gegen Kirchen und Papst auch die Skepsis gegenüber den Medien. Nur 41 Prozent der Ostdeutschen trauen dem Radio (Westdeutsche: 59 Prozent), nur 27 Prozent der Presse (Westdeutsche: 43 Prozent) und sogar nur 16 Prozent dem Fernsehen (Westdeutsche: 30 Porzent ).

Unterschied im Vertrauen bei Jung und Alt

Die Antworten der jüngsten Befragten (18- bis 29-Jährige) und der der Senioren (60 Jahre und älter) gehen deutlich auseinander. Dem Fernsehen trauen von den Jüngeren lediglich 13 Prozent (gegenüber 41 Prozent bei den Älteren).

Dem Radio trauen die Jüngeren gleichfalls weniger als die Älteren (54 vs. 61 Prozent), bei den Zeitungen dreht sich das Verhältnis: 48 Prozent der Jüngeren halten die klassischen Medien für verlässlich (gegenüber 42 Prozent bei den Senioren) - und das, obwohl die Jüngeren die gedruckten Medien kaum noch nutzen.

Größeres Vertrauen als die Älteren haben die Jungen vor allem zu Ärzten (86 vs. 79 Prozent) und dem eigenen Arbeitgeber (82 vs. 75 Prozent).

Forsa befragte für das Stimmungsbarometer 2307 Deutsche.  Die statistische Fehlertoleranz: liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Die Werbeagenturen könnten also - rein rechnerisch - auch noch vor den Managern auf dem vorletzten Platz rangieren.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

1.    Polizei (83 Prozent, + 6 Prozentpunkte vs. 2016)
2.    Universitäten (80 Prozent +/-0)
3.    Ärzte (78 Prozent +/-0)
4.    Eigener Arbeitgeber (75 Prozent +/-0)
5.    Kommunale Unternehmen (72 Prozent;  2016 nicht abgefragt)
6.    Schulen (63 Prozent, - 8 Prozentpunkte)
7.    Meinungsforschungsinstitute (58 Prozent, - 2 Prozentpunkte)
8.    Radio (56 Prozent, - 4 Prozentpunkte)
9.    Papst (54 Prozent, - 6 Prozentpunkte)
10.    Bundeswehr (53 Prozent, - 7 Prozentpunkte)
11.    Krankenkassen (50 Prozent, - 3 Prozentpunkte)
12.    Gewerkschaften (49 Prozent, + 7 Prozentpunkte)
13.    Evangelische Kirche (48 Prozent, + 2 Prozentpunkte)
14.    Sparkassen (43 Prozent, - 1 Prozentpunkt)
15.    Presse (40 Prozent, - 4 Prozentpunkte)
16.    Zentralrat der Juden (37 Prozent, - 3 Prozentpunkte)
17.    Fernsehen (28 Prozent, - 4 Prozentpunkte)
18.    Katholische Kirche (27 Prozent, + 1 Prozentpunkt)
19.    Unternehmer (27 Prozent, -18 Prozentpunkte)
20.    Arbeitgeberverbände (26 Prozent, -7 Prozentpunkte)
21.    Banken (20 Prozent,-1 Prozentpunkt)
22.    Versicherungen (17 Prozent, - 6 Prozentpunkte)
23.    Zentralrat der Muslime (13 Prozent, -15 Prozentpunkte)
24.    Islam (9 Prozent, -16 Prozentpunkte)
25.    Manager (6 Prozent, -7 Prozentpunkte)
26.    Werbeagenturen (5 Prozent, -4 Prozentpunkte)


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.