Agenturkultur :
So arbeitet es sich bei ... Cheil

Diese Agentur fährt Roller. Oder Skateboard, wenn man von einem Büro zum anderen will. Aber als Hipster-Bude versteht man sich trotzdem nicht. Unser Agentur-Porträt der Woche.

Text: Anja Janotta

Cheils Talent Manager Ann-Katrin Anderer.
Cheils Talent Manager Ann-Katrin Anderer.

 Recruiting ist bei Cheil nicht Sache eines einzelnen, sondern des ganzes Teams. Denn der oder die Neue muss schon gut passen in ein Team von Skateboard-Fahrern und Kung-Fu-Spezialisten. Daneben gibt es aber auch viel Traditionelles in dieser Agentur, erklärt Talent Manager Ann-Katrin Anderer. Porträt Nummer 39.

Was machen Sie, um gute Leute zu finden?

Natürlich sind wir immer auf der Suche nach Talenten und außergewöhnlichen, speziellen Profilen. Unsere Arbeiten steigern Jahr für Jahr das Interesse für Cheil. Dabei gehen wir im Recruiting gerne neue Wege, wie zuletzt mit dem Cheil Chat-Bot. Mit diesem bewirbt sich die Agentur bei potenziellen Team-Mitgliedern und gibt so auf besondere Weise Informationen zum Unternehmen. Unser gesamtes Team kann das Recruiting neuer Talente im Rahmen unseres "employee referral programs“ beeinflussen. Die meisten neuen Kollegen stammen aus dem Umfeld unserer bestehenden Kollegen. Grundsätzlich setzen wir bei der Suche nach neuen Team-Mitgliedern auf den persönlichen Kontakt und die realistische Darstellung von Cheil im Rahmen des Prozesses. Mit diesem transparenten Weg können wir ganz besondere Talente für uns gewinnen.

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden? Ja? Welches ist Ihres?

Unsere „Samsung Land of Emojis“-Kampagne zur IFA 2017 ist ein gutes Beispiel: Vielfalt macht uns alle besser. Bei Cheil zeigt sich diese Vielfalt ganz deutlich bei den Mitarbeitern, die aus den verschiedensten Kulturen stammen. Sie kommen aus über 35 Nationen und bilden einen Mix aus Kommunikationsstruktur und Kreativität. Die englische Sprache und die Motivation uns ständig zu verbessern verbinden uns. So liefern wir überzeugende Ergebnisse bei unseren Projekten. Außerdem ist uns eine flache Hierarchie, Vertrauen und selbstständiges Arbeiten wichtig – ohne dabei unsere Teammitglieder alleine zu lassen. Ein starker Treiber ist hierbei unsere „Challenger Position“ im Markt und die konsequente Ausrichtung der Agentur auf die Zukunft unserer Branche. Somit können wir für unsere Mitarbeiter sicherstellen, dass sie gute Zukunftschancen haben. 

Grundsätzlich arbeiten wir in einem agilen Prozess, der unterschiedlichste Team-Konstellationen erfordert – ganz unabhängig von Karrierelevels. Durch diese Arbeitsweise entstehen ganz neue Blickwinkel und Ergebnisse, die letztendlich die Motivation und die Verantwortung der Team-Mitglieder hervorbringen Letztendlich machen uns die Menschen aus, die bei uns arbeiten: unpolitisch, offen und tolerant, sowie neugierig und humorvoll – und das immer mit hohem Teamspirit. Einer für alle, alle für einen. Dies mündet im Arbeiten auf Augenhöhe über alle Erfahrungslevels.

Keine Hipster.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu

a, Home-Office

b, Sabbaticals 

c, flexible jährliche Urlaubszeiten

d, flexible Arbeitszeiten

e, Job-Tausch mit anderen Niederlassungen, bzw. Partner-Unternehmen

f, Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts?

g, bezahlten Überstunden?

Jeder Neustarter bekommt bei uns ganz klassisch einen Onboarding-Tag, um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie Cheil und das Büro funktioniert. Das heißt: wer sind die Ansprechpartner, wie rechnet man die Reisekosten ab und wie funktioniert die Altersvorsorge. Was das angeht, sind wir ganz traditionell geblieben.

Ansonsten bieten wir natürlich auch die Benefits des modernen Arbeitslebens wie Remote-Working, individuelle Weiterbildung und Sabbaticals. Auf agiles Arbeiten legen wir besonders Wert. Wir freuen uns immer über Kollegen mit Ideen, die die Herzen bewegen. Dann setzen wir alle Hebel in Bewegung, um aus Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Auf diese Weise sind zum Beispiel die Initiative gegen Zwangsheirat „Free the Forced“ und „FEEDitBAG – Die erste Plastiktüte, die Leben schenkt“ – entstanden Auf diese Initiativen sind wir besonders stolz, was die Cheil Kollegen untereinander besonders verbindet. Die Möglichkeit, eigene Ideen anzugehen und umzusetzen, motiviert uns und zeigt, dass wir uns in unserem Arbeitsumfeld wohlfühlen.

Roller für die Wege durchs Büro.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Wir nehmen an verschiedenen Events teil, bei denen vor allem der Teamgedanke klar im Fokus steht. Einmal hat uns beispielsweise ein Shaolin-Mönch Einblicke in seine Kultur und die Kung-Fu-Kampfkunst gegeben und wir erarbeiteten zusammen eine Kung Fu Choreografie. Außerdem nehmen wir auch an sportlichen Wettkämpfen teil – als Cheil Team natürlich. Wenn wir etwas feiern, dann feiern wir wie echte Sportler, die ein erstrebtes Ziel erreicht haben.

Zwischendurch beweisen wir unsere sportlichen und digitalen Talente auch gerne bei den neuesten Sport Games auf verschiedenen Konsolen. Grundsätzlich achten wir immer auf unsere Gesundheit und bieten Obst, Gemüse und gesunde Drinks für alle an. Da unser Büro recht weitläufig ist, stellen wir den Kollegen Roller zur Verfügung um rasch von ihrem Arbeitsplatz zu einem anderen zu gelangen. Mittlerweile haben sich auch ein paar Skateboards eingeschlichen.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Unsere Türen stehen individuellen und arbeitsbezogenen Anliegen immer offen. Wir hören unseren Mitarbeitern bei allem, was sie bewegt, aufgeschlossen zu – fragen aber auch selbst gerne nach. Jährlich findet eine anonyme Befragung statt, durch die wir Feedback und Verbesserungsvorschläge unserer Kollegen bekommen, auf die wir dann gezielt eingehen können. Wir legen Wert darauf, diese Vorschläge und Anliegen auch in möglichst großem Umfang umzusetzen und uns somit stets zu verbessern. Besonders wichtig sind dabei die Punkte offene Kommunikation und agiles Arbeiten, sowohl inhaltlich als auch auf den Arbeitsort bezogen.

Jeden Monat findet unser sogenannter „Cheil-Talk“ statt. Hier frühstücken wir alle zusammen, teilen Neuigkeiten zu aktuellen Projekten und stellen unsere neuen „Cheiler“ vor. Außerdem kann jeder Mitarbeiter auch selbst Themen beitragen, präsentieren und mit allen darüber diskutieren. Transparenz ist uns sehr wichtig. Deshalb haben wir ein Dashboard eingerichtet, mit dem wir unsere Kollegen immer auf dem Laufenden halten.

Hand aufs Herz: Wie ist bei Ihnen die Frauenquote? Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45? Und unter 25? Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt?

Grundsätzlich sind wir davon überzeugt, dass die Vielfalt der Menschen unseren Erfolg und die gegenseitige Inspiration ausmachen. Deshalb achten wir stets darauf diese Vielfalt beizubehalten. 13 Prozent unserer Mitarbeiter sind älter als 45. Sechs Prozent der Mitarbeiter sind jünger als 25. Jeder bleibt so lange es ihr oder ihm Spaß macht – und bei Cheil ist das deutlich länger als im Branchenschnitt. Grundsätzlich hat man immer die Möglichkeit, am Job bei Cheil etwas zu ändern, bevor man komplett in eine andere Agentur wechselt.

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Wir haben keine Clean-Desk Policy und jeder hat seinen eigenen Arbeitsplatz. Unsere Schreibtische sind sauber und aufgeräumt – wenn auf ihnen nicht gerade kreatives Chaos herrscht.

Preis-Leistung.

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Auch wir haben Geheimnisse. Die Gehälter sollen nur die kennen, die davon betroffen sind oder damit arbeiten müssen. Inwieweit man sich darüber austauscht, bleibt jedem selbst überlassen. Wir haben klare Gehaltsbänder, die wir einhalten, um auch in diesem Bereich höchste Fairness zu bieten.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Das hängt wie üblich von den Erfahrungen ab, die dieser mitbringt und in welchem Bereich ein solcher startet. Das Gehalt eines Juniors beginnt ab etwa 30.000 Euro brutto pro Jahr.

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check

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Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.