Recruiting in Agenturen :
So arbeitet es sich bei Jung von Matt

Wir haben Jung von Matts HR-Chefin befragt: Wo gibt's Engpässe, was macht die Arbeitgebermarke Jung von Matt aus - und wie steht's mit Sabbaticals und den Junior-Gehältern?

Text: Anja Janotta

Inga Kruttke, HR-Chefin bei Jung von Matt.
Inga Kruttke, HR-Chefin bei Jung von Matt.

Für den aktuellen W&V-Gehalts-Check, den wir gemeinsam mit Gehalt.de und Designerdock, erhoben haben (hier geht's zu allen konkreten Zahlen, Daten, Fakten), haben wir uns auch mit vielen Agenturen unterhalten. Auch mit der HR-Chefin bei Jung von Matt, Inga Kruttke. Sie selbst ist seit über 20 Jahren bei der Agentur, kennt die Arbeitgebermarke Jung von Matt in- und auswendig und weiß, welche besonderen Incentives auf die Mitarbeiter warten und wie lange jemand im Schnitt dort bleibt.

Gibt es in Ihrer Agenturgruppe Berufsfelder und Jobs, die lange unbesetzt bleiben und für die Sie händeringend nach Personal suchen? Wenn ja, wie lange sind die Stellen unbesetzt?

Wir haben einen ständigen Engpass bei Textern und allen digital geprägten Jobs, insbesondere aber UX-Designer und Technical-Project-Manager.

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden?

Wir fordern und fördern Bestleistungen: Jung von Matt steht für spannende Aufgaben und ein starkes Team. Das ist sicherlich der größte Trigger, um zu JvM zu kommen. Darüber  hinaus versuchen wir aber auch auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter einzugehen und individuelle Lösungen zu finden, wenn sich zum Beispiel die Lebenssituation ändert und Arbeitszeitmodelle angepasst werden müssen.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu Home-Office, Sabbaticals, Urlaub nach Wunsch, flexible Arbeitszeiten, Job-Tausch mit anderen Niederlassungen oder Partner-Unternehmen, Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts?

Grundsätzlich haben wir für jeden Wunsch ein offenes Ohr und gucken zusammen, was wir möglich machen können. Dazu gehören individuelle Regelungen für Home Office, genauso wie Arbeitszeitmodelle, aber auch der Einsatz in unterschiedlichen Niederlassungen.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Zum perfekten Start in den Tag gibt es bei uns jeden Morgen ein üppiges und gesundes Frühstück, als Hamburger hängt unser Herz außerdem an den Ski-Ferien, die bei uns Brettertour heißen und das Hitzefrei darf auch nicht fehlen (wobei uns da im Norden die Sonne leider schon 2 Jahre in Folge im Stich gelassen hat). Den Kummer der Woche verarbeiten wir jeden Freitag beim traditionellen Bier nach vier und jede Woche haben drei Agenturen Langschläfer, wenn die Stundenschreibung in der letzten Woche stimmte und starten dann gemeinschaftlich erst um 10.00 Uhr.

Ein Konferenzraum bei Jung von Matt. Feiern steht über allem, übrigens.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern
besonders wichtig?

Jung von Matt führt seit 20 Jahren eine jährliche Mitarbeiterbefragung bei den festangestellten Mitarbeitern durch. Als besonders positiv wird die Förderung empfunden, die Freiräume zum eigenverantwortlichen Arbeiten und die starken Führungspersönlichkeiten.

Hand aufs Herz: Wie ist bei Ihnen die Frauenquote? Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45? Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt?

Der Frauenanteil liegt bei 50 %, 11,7% der Mitarbeiter sind über 45 und unsere Mitarbeiter bleiben im Schnitt 3 Jahre bei in der Agentur.

Letzte pikante Frage: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Die Offenlegung aller Gehälter kommt für uns nicht in Frage. Die Gehälter unserer Junioren liegen im GWA Durchschnitt – sprich bei 2.300 Euro im Mittel.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.