Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden?

Unsere wichtigste Zutat im Rezept ist wohl unsere Authentizität. Turbine Kreuzberg ist nicht künstlich, sondern nahbar. Mit dem Rebranding zu Turbine Kreuzberg im Jahr 2017 ist die Identifikation der Kolleg*innen mit der Marke noch einmal stärker gestiegen. Haltung und Geist waren immer da, werden jetzt aber viel stärker sichtbar.

Nach innen bleibt jedoch viel Raum, sich individuell als Mitarbeiter*in wiederzufinden und für sich zu entscheiden, was Turbine Kreuzberg für einen selbst ist. Für mich heißt Turbine Kreuzberg: Agil von Anfang an, flache Hierarchien, Führung durch Expertise ohne Micro-Management und im Zentrum dabei steht immer die Technologie.

Das Austausch-Büro in Faro, Portugal.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung?

Egal, auf welcher Stelle eine Mitarbeiter*in bei Turbine Kreuzberg beginnt, diese Position ist nicht in Stein gemeißelt. Job-Tausch wird bei uns nicht nur möglich gemacht, sondern regelrecht zelebriert. Das Out-of-the-Box-Denken hat eine sehr hohe Priorität. Einmal im Jahr findet unsere interne Code-Week statt, in der alle Mitarbeiter*innen in Berlin zusammenkommen und an gemeinsamen Projekten arbeiten, neue Dinge lernen und kreative Ideen vorantreiben.

Ein beliebtes Arbeitsmodell bei uns ist die 4-Tage-Woche, die von zahlreichen Kolleg*innen genutzt und sehr geschätzt wird. Beliebt sind auch unsere gut gefüllten Kühlschränke auf "Berliner Späti-Niveau": Von Schorle, Mate, Säften und Wasser, gibt es da alles, was das Herz begehrt. Dabei achtet Turbine Kreuzberg sehr auf die Nachhaltigkeit der Dinge: Angefangen bei Bio-Obst und -Seife bis hin zu Ökostrom und Stoffhandtüchern in den Badezimmern.

Und wer dann doch mal die Nase vom Berliner Alltag oder der deutschen Ordnung voll hat, fährt an die Algarve und lässt sich im Office in Faro die portugiesische Stimmung um die Ohren wehen.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Jeden Mittwoch kocht ein befreundetes Restaurant aus der Nachbarschaft für das gesamte Team. Im Sommer essen wir dann gemeinsam auf der Dachterrasse, im Winter versammeln wir uns alle in der Küche. Außerdem fallen beim Gang durch das Office die gebrandeten Pullis und Shirts auf. Hier herrscht nicht etwa Uniform-Pflicht, die Kolleg*innen sind einfach stolz auf die Identität. Eine echte Besonderheit in der Agentur ist sicher der Standort Faro in Portugal.

Einst auf Wunsch eines einzelnen Mitarbeiters entstanden, macht er es mittlerweile möglich, dass Kolleg*innen flexibel und auch probeweise dort arbeiten. Zudem haben wir an jedem unserer Standorte Agenturwohnungen, die Kolleg*innen auf ihren Dienstreisen nutzen können.

Nachhaltigkeit ist der Agentur wichtig.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Unser selbst entwickeltes System mit agilen Coaches wird sehr gut angenommen. Ähnlich einem Patenprogramm stehen wir Mitarbeiter*innen bei allen Fragen und Hinweisen zur Seite, suchen aber auch aktiv das Gespräch. So entsteht ein enges Vertrauensverhältnis, dass eine individuelle und langfristige Betreuung ermöglicht. Probleme werden sofort aufgespürt und an der Ursache gelöst.

Hand aufs Herz: Wie hoch ist bei Ihnen die Frauenquote?

Als Digitalagentur machen natürlich den Großteil unserer Belegschaft die Entwickler*innen aus und dieses Berufsbild wird nun einmal vorwiegend von Männern bedient. Leider! Sehr gern würden wir dort auch mehr Frauen sehen. Nichtsdestotrotz ist rund ein Fünftel unserer Kolleg*innen weiblich. Uns ist aber sehr daran gelegen, den Frauenanteil in Tech-Berufen zu stärken.

So unterstützt Turbine Kreuzberg Menschen und Organisationen wie beispielsweise "Geek Girls" in Faro.

Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45? Und unter 25?

Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt?

Im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche haben wir bei Turbine Kreuzberg eine ziemlich diverse und junge Mitarbeiterzusammensetzung. Etwa zehn Prozent unserer Mitarbeiter*innen sind über 45 Jahre. Grundsätzlich halten wir aber nicht viel von einer Unterscheidung nach Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, sondern schauen auf die Ambition jedes Einzelnen. Was sagen schon Zahlen über eine Person aus, viel wichtiger sind doch Haltung und Anspruch.

Die Mitarbeiter*innen verweilen auf ihrem Karriereweg meist 4 bis 6 Jahre bei Turbine Kreuzberg. Das lässt sich natürlich nicht pauschal auf alle übertragen, aber als Richtwert ist das für uns ein ziemlich guter Schnitt, freuen wir uns doch auch immer wieder über frisches Blut auf der einen und alteingesessene Hasen auf der anderen Seite und den Wissensaustausch beider Lager.

Agil arbeiten gehört zum Tagesgeschäft.

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Turbine Kreuzberg schreibt keine Policy vor. Die Ordnung auf dem eigenen Schreibtisch verantwortet jeder selbst.

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Generell gibt es bei uns erfahrungs- und leistungsbezogene Gehaltsstufen. Auch dort kann jeder selbst entscheiden, wie und was er mit den Kollegen austauscht.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Das ist so pauschal recht schwierig zu beantworten, da wir von Entwickler*innen über Product Owner, Consultants oder Coaches sehr unterschiedliche Berufsbilder abdecken. Jeder verhandelt sein Gehalt individuell zunächst beim Vorstellungsgespräch und später dann je nach Karriereweg.

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check

Wollen Sie auch in einer Agentur arbeiten? Passende Jobs finden Sie hier.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.