Jaguar Land Rover :
Spark44 öffnet sich für neue Partner

Vor sechs Jahren wurde Spark44 als 50:50-Joint-Venture von Jaguar Land Rover und vier Managern gegründet. Jetzt öffnet sich die Agentur für neue Partner.

Text: Peter Hammer

Einer der Stars in Genf: der Land Rover Velar.
Einer der Stars in Genf: der Land Rover Velar.

Über das oft schwierige Verhältnis von Agenturen und Kunden ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Eine einfache Lösung dafür gibt es nicht. Aber es gibt Konstruktionen, die ein besseres Miteinander ermöglichen. Vielleicht sogar eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Eine Variante ist das das Partnerprinzip von Spark44, über das bislang wenig berichtet wurde. Vor bald sechs Jahren wurde die Agentur als 50:50-Joint-Venture von Jaguar Land Rover und vier Managern gegründet und erhielt zum Start den globalen Jaguar-Werbeetat, geschätzte 100 Mio. Dollar schwer. 2015 folgte dann das Budget von Land Rover. Damit war die Agentur, die sich lieber als Demand-Creation-Partner bezeichnet, erst mal ausgelastet. Heute arbeiten weltweit gut 1000 Mitarbeiter in 18 Büros für die Automarken. Sie decken alle kommunikativen Aufgaben ab, von der klassischen Werbung über digitale Kommunikation, Social Media, Handelsmarketing, CRM bis zu Brand Experience. Lediglich PR und Media sind nicht im Portfolio. Frankfurt ist nach London der wichtigste Standort der Gruppe. Das Büro in Hessen betreut als internationaler Hub mit über 100 Mitarbeitern mehr als 20 Märkte, darunter viele in Asien.

Ob das Sofa mitkommt? Im April bezieht Spark44 neue Büroräume (Foto: W&V/P. Hammer)

Ob das Sofa mitkommt? Im April bezieht Spark44 neue Büroräume (Foto: W&V/P. Hammer)

Jetzt öffnet sich Spark44. Das Management sucht nach Partnern, mit denen es neue Agenturen gründen kann, ebenfalls auf Basis eines  Joint-Ventures zu gleichen Teilen. „Sechs Jahre Joint-Venture-Erfahrung – wir wissen, wie man eine solche Zusammenarbeit optimal strukturiert und können dieses Wissen jetzt mit weiteren Kunden kapitalisieren“, sagt Ralf Specht, weltweiter COO und Gründungsmitglied. Seiner Meinung nach bietet die Spark-Variante eine Reihe Vorteile gegenüber traditionellen Agentur-Kunden-Beziehungen. So zum Beispiel eine intensivere Zusammenarbeit und Transparenz für beide Seiten. „Der Kunde weiß, wo und mit welchen Mitteln wir welche Leistung zu welchen Konditionen bringen“, sagt Christian Daul, Geschäftsführer und Office-Leiter in Frankfurt. Umgekehrt sei man als Agentur von Anfang an Teil der Planungen bei Jaguar Land Rover und habe auch Zugriff auf alle relevanten Unterlagen.

Ralf Specht ist weltweiter COO und Gündungsmitglied von Spark44 (Foto: Agentur)

Ralf Specht ist weltweiter COO und Gündungsmitglied von Spark44 (Foto: Agentur)

Einmal im Monat treffen sich im Brand Committee alle Entscheider inklusive der Vorstandsebene bei Jaguar Land Rover – und Agenturvertreter sitzen mit am Tisch. Dem 7-köpfigen Führungsboard von Spark44 gehören auch der CEO, CMO und Group Sales Director von Jaguar Land Rover an. „Es gibt keine Geheimnisse“, ergänzt Specht. Und auch keine Hinterzimmer-Entscheidungen. Allerdings: Am Ende entscheidet wie in anderen Konstellationen der Kunde. Weiterer Pluspunkt des Partnerprinzips ist die Planungssicherheit. Die Agentur kann sich komplett auf den Kunden konzentrieren und muss sich nicht permanent nach weiteren Auftraggebern umsehen, um etwaige Verluste ausgleichen zu können. Da es zudem für alle Spark44-Büros eine gemeinsame P&L gibt, ist die standortübergreifende Zusammenarbeit effizienter als bei anderen Konstrukten.

Spark44 ist eine sehr schnell getaktete Agentur. Der Druck ist hoch. Jede Maßnahme muss begründet sein. „Alle Entscheidungen können von Zahlen oder anderen Parametern abgeleitet werden“, sagt Daul. Sinnbild dafür ist das Dashboard in der Agentur, das in Echtzeit Infos zu Absatz, Testfahrten, Social-Media-Zugriffszahlen und anderen Feldern liefert. Für alle Märkte. Und eventuell schon bald bei einem neuen Partner. Gesucht werden „langfristig orientierte Marken, die auf ganzheitliche Kommunikation fokussiert, also Unternehmen, die international und über viele Kanäle aktiv sind“, erklärt Specht. Er denkt an Hersteller langlebiger Konsumgüter, Technologieunternehmen, Finanzdienstleister oder auch Anbieter aus dem Luxussegment. Erste Gespräche soll es bereits gegeben haben.

Daneben arbeiten die Hessen mit Volldampf an der globalen Kampagne für den Land Rover Velar, einem der Stars in Genf. Einen ersten Vorgeschmack für den Auftritt gibt der Teaserfilm. Starten wird die Kampagne dann im Spätsommer.