DDB Realisation :
Warum Andreas Poulionakis zu DDB zurückkehrt

Drei Jahre lang war er weg - jetzt kommt Andreas Poulionakis zurück nach Berlin: In das DDB-Network, das er im Zuge der großen Unruhe verlassen hatte. W&V-Redakteurin Lena Herrmann erklärt die Zusammenhänge.

Text: Lena Herrmann

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Die Personalie hat zu Beginn der Woche für manchen Agenturkenner zumindest für ein Augenbrauenzucken gesorgt: Andreas Poulionakis kehrt nach dreijähriger Abwesenheit zurück zu seinem früheren Arbeitgeber, der DDB Group. Im Sommer 2010 hatte er DDB Tribal Berlin, wo er bis dato Geschäftsführer Beratung gewesen war, verlassen. Ziemlich zeitgleich mit seinem damaligen Kreativpartner Stefan Schulte sowie fast der gesamten CD-Riege, die unter anderem aus Tim Stübane, Birgit van den Valentyn, Till Eckel, Kristoffer Heilemann und Ludwig Berndl bestanden hatte. Die Abgänge hatten damals für viel Aufregung und Unruhe im Markt gesorgt. CCO Amir Kassaei wollte die klassischen Strukturen auflösen und einen neuen Agenturtyp schaffen. Eine Maßnahme, mit der die führenden Kreativen nicht einverstanden gewesen waren und fast im Kollektiv gekündigt hatten.

Auch Poulionakis' Abschied damals hing mit den Abgängen auf kreativer Seite zusammen: "Es gab niemanden mehr auf kreativer Seite, mit dem ich hätte zusammenarbeiten können", begründet er seinen damaligen Ausstieg. Und verdeutlicht damit, was ihm bei einem Job wichtig ist. "Ich arbeite gerne mit einem Partner zusammen." Das sei auch einer der Gründe, die er an einem Agenturjob schätze.

"Für mich ist es wichtig, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ich kenne", sagt Poulionakis, der sich selbst als "unbedingter Teamplayer" bezeichnet. Der Kontakt zu DDB sei nie abgerissen und weder er noch die DDB-Führung seien sich nach all den Jahren gram. Stattdessen ist vor allem sein enger Kontakt zu Klaus Burghauser der Grund gewesen, zu seinem einstigen Arbeitgeber zurückzukehren.

Bei seinem neuen Arbeitgeber DDB Realisation (DDBR), wo er seit Anfang Juli tätig ist, ist Burghauser sein Partner. Er führt das Realisations-Geschäft bei DDB seit 2009. Poulionakis war es, der ihn damals, als das Handelsmarketing von Volkswagen im Pitch gewonnen worden war, von Jung von Matt zu DDB Tribal holte - damals war das Below-the-Line-Geschäft noch Teil von DDB Tribal. Anfang 2012 gliederte die DDB-Gruppe das Handelsmarketinggeschäft nach dem Gewinn des Telekom-Etats in der eigenen Agentur DDBR aus. Inzwischen hat das 130-köpfige Unternehmen vier Standorte: in Wolfsburg, wo sich alles um VW dreht; in Bonn, von wo aus die Telekom betreut wird; und zusätzlich noch in Düsseldorf und Berlin, wo die DDB-Tribal-Büros vor allem mit Produktionsleistungen unterstützt werden. 

Seine Anteile bei Saltico in Göppingen, einer Agentur, die ihre Stärken im Bereich Markenberatung, Event und Sportmarketing hat, hat Poulionakis verkauft. Ab sofort heißt es für den 49-Jährigen wieder pendeln, denn seine Frau und seine beiden schulpflichtigen Kinder leben nach wie vor im schwäbischen Stuttgart. Dort war Poulionakis in den 70er Jahren mit seinen griechischen Eltern gelandet. "Ein klassisches Gastarbeiterkind", beschreibt er sich selbst. Der dann nach seiner Ausbildung bei Daimler Karriere im Konzern gemacht und es bis zum Sommer 2008 zum Leiter Marketing der Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland geschafft hat.

Künftig kümmert er sich wieder um Autos, dann aber um den DDBR-Kunden Volkswagen. Gemeinsam mit Burghauser leitet er DDBR einträchtig, Standorte oder Themen haben die beiden unter sich bisher noch nicht aufgeteilt. Allein die Größe von DDBR verlange inzwischen nach einem zweiten Geschäftsführer, so Poulionakis. Für ihn die Idealkonstellation. Schließlich kann er so wieder mit einem Partner auf Augenhöhe und frei von Hierachien zusammenarbeiten.


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.



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