Warum der ADC-Kongress in diesem Jahr so viele Top-Redner hat

Der ADC-Kongress wartet mit vielen großen Namen auf, darunter der Zukunftsforscher David Bosshart von Duttweiler Institut, James Hilton von AKQA und Web-Guru David Weinberger. Das hat mehrere Gründe, meint W&V-Redakteur Peter Hammer.

Text: Peter Hammer

11. May. 2012

Vergleicht man die Liste der Redner auf dem diesjährigen ADC-Kongress mit der aus vorangegangenen Jahren, so ist eines klar: die Zahl der internationalen Branchen-Promis ist gewachsen. So diskutiert am Samstag AQKA-Mitgründer und Kreativchef James Hilton mit Scholz & Volkmer-Geschäftsührer Christian Daul über "Future Tools". Am selben Tag präsentiert auch Jo Marie Farwick, ECD bei der Berliner Agentur Heimat, David Weinberger. Thema: "Wissen im Zeitalter des Widerspruchs".

Ist der ADC inzwischen so wichtig geworden, dass er nur mit den Fingern zu schnippen braucht, um Branchengrößen präsentieren zu können?

Vielleicht. Mindestens genau so wichtig ist der deutsche Markt. So ist AKQA seit 2010 mit einem Büro in Berlin präsent und betreut Kunden wie Volkswagen und Nokia. Da ist Werbung in eigener Sache kein Fehler. Praktisch zudem, dass es in dieser Woche einen weiteren wichtigen Kongress für die digitale Welt gab: die Next Berlin, auf der James Hilton ebenfalls auftrat.

Wie im übrigen auch der Amerikaner David Weinberger. Der Philosoph, Unternehmensberater, Buchautor ist einer der Pioniere der Analyse des Internetmarketings. Schon 1999 machte der Co-Autor der Cluetrain-Initiative darauf aufmerksam, dass das Internet in erster Linie als Social Place zu verstehen sei und eine radikale Umstellung der Marketingstrategien seitens der Unternehmen erfordere. Die Internetgesellschaft in all ihren Konsequenzen ist seitdem sein Hauptthema. Auch in seinem neuen Buch "Too Big to Know", das vor wenigen Tagen erschienen ist - und das bei dieser Gelegenheit gleich promotet werden kann. Ein Möglichkeit, die auch Hiltons Partner und AKQA-Co-Gründer Ajaz Ahmed nützte. Er präsentierte auf der Next Berlin sein neues Buch "Velocity  -  The Sven New Laws For a World Gone Digital".

Die Besucher des ADC-Kongresses dürften derlei Beweggründe weniger interessieren. Sie bekommen jedenfalls Top-Sprecher und Referenten zu sehen und zu hören.


0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit