Kreation des Tages :
Wenn Mandelbutter einem Toast das Herz bricht

Die US-Bio-Mandelbutter MaraNatha verlässt ihren Marmeladen-Toast. Der leidet in den Spots der Agentur Terri & Sandy. Unsere Kreation des Tages.

Text: Manuela Pauker

Sie ist weg. Und er ist wieder allein, allein.
Sie ist weg. Und er ist wieder allein, allein.

Es ist herzzerreißend. Schluchzend sitzt ein armer kleiner Marmeladentoast auf dem Sofa und zerdrückt Tränchen. Seine große Liebe, die Mandelbutter von MaraNatha, hat ihn verlassen. Mit der wohl schlimmsten Begründung, die man sich vorstellen kann: "Ich bin zu gut für Dich."

MaraNatha, eine Marke des kalifornischen Bio-Lebensmittelherstellers Hain Celestial Pantry, soll damit als Erdnussbutter-Ersatz positioniert werden, der mehr kann als nur aufs Brot geschmiert zu  werden. Und dafür, so die Idee der Agentur Terri & Sandy, muss MaraNatha eben ihrem klassischen Jelly Toast Lebewohl sagen.

Verzweiflung pur

Doch der nimmt das gar nicht gut auf. Wie schlecht, das zeigen die Spots: Jelly Toast wandert verzweifelt durch die nächtlichen Straßen. Betrinkt sich. Schickt Textnachrichten. Versucht es mit Blumen. Liegt beim Therapeuten auf der Couch. Und als alles nicht hilft, werden die Fotos aus glücklichen Zeiten zerstört – es war ja doch nur alles eine Lüge, schluchz.

Hier der Clip:

Die Spots laufen im Fernsehen und im Kino, außerdem gibt es  eine Out-of-Home-Kampagne. Ein zentrales Element ist auch Social Media: Von Partnerschaften mit Food-Sendern (unter anderem  mit Food Network und Cooking Channel) bis hin zu Influencer-Werbung ist alles abgedeckt.

Was die Macher der Kampagne bei ihrer Idee aber möglicherweise nicht berücksichtigt haben: Das Schicksal des kleines Toasts, der von heftigem Liebeskummer gebeutelt wird, reduziert beim Seher möglicherweise die Sympathie für MaraNatha. Mal ehrlich – wer will sich schon so was Herzloses aufs Brot schmieren?


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde


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