Volvo :
Werbeaufsicht stoppt Grand-Prix-Kampagne von Cannes

In Cannes holte Volvo mit "Lifepaint" zwei Grands Prix. Doch die britische Werbeaufsicht findet, der Film täusche die Verbraucher.

Text: Markus Weber

In Wirklichkeit leuchten die Fahrräder mit "Lifepaint"-Spray nicht so hell wie im Volvo-Film.
In Wirklichkeit leuchten die Fahrräder mit "Lifepaint"-Spray nicht so hell wie im Volvo-Film.

An der Côte d'Azur als Meisterwerk gefeiert, von der britischen Werbeaufsicht als unseriös verbannt. So etwas gab's bisher noch nie.

Der Autobauer Volvo und dessen Ex-Agentur Grey London mussten jetzt aber genau diese Erfahrung machen.

Vor zwei Jahren holte das Gespann mit "Lifepaint" bei den Cannes Lions zwei Grands Prix: als beste Arbeit des Jahres in den Kategorien "Design" und "Promo & Activation". Volvo hatte für Radfahrer einen Spray entwickeln lassen, der im Dunkeln das Licht reflektiert und so bei Nacht die Verkehrssicherheit erhöht.

Ein Zuschauer zweifelte allerdings am versprochenen Effekt und legte bei der ASA (Advertising Standards Authority) Beschwerde ein. Und die urteilte jetzt: Der Film übertreibe und sei irreführend. Die Fahrräder darin seien zum Beispiel nicht mit dem Lifepaint-Spray besprüht worden, sondern mit einer anderen Substanz desselben Herstellers.

Der Film darf nach diesem Urteilsspruch in seiner bisherigen Form nicht mehr gezeigt werden.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.