Employer Branding :
Wie befristete Jobs das Image der Agenturbranche beschädigen

Kein Stress mit Kündigungen und möglichst viel Flexibilität: Mit befristeten Arbeitsverträgen wollen viele Agenturen auf Nummer sicher gehen. Tatsächlich schaffen sie sich damit oft nur zusätzliche Probleme.

Text: Uli Busch

- 3 Kommentare

Kein Stress mit Kündigungen und möglichst viel Flexibilität: Mit befristeten Arbeitsverträgen wollen viele Agenturen auf Nummer sicher gehen. Tatsächlich schaffen sie sich damit oft nur zusätzliche Probleme. 88 Prozent der Studierenden haben 2011 in einer Studie des Agenturverbandes GWA einen sicheren Arbeitsplatz als "wichtig oder sehr wichtig" bezeichnet. Die Agenturbranche kann das eigentlich nicht ignorieren: Sie leidet schon jetzt unter Nachwuchsmangel und hat Schwierigkeiten, Fachpersonal zu rekrutieren. "Die Krise wird sich in den nächsten Jahren in dem Maße verstärken, wie sie von den Arbeitgebern nicht zur Kenntnis genommen wird", zitiert W&V-Autor Martin Jahrfeld in der aktuellen Printausgabe von W&V den Geschäftsführer des GWA Ralf Nöcker. Der Verbandsmanager drückt es drastisch aus: "Das Problem ist nicht, dass die Branche ein Image-Problem hat, sondern eher, dass sie gar kein Image hat". Wer bei Karriere-Veranstaltern künftigen Hochschulabsolventen die Arbeit in Werbeagenturen vermitteln wolle, stoße "meist auf verständnislose Gesichter". Auch Robert Mende von der Personalvermittlung Designerdock glaubt, dass sich die Branche in Sachen Employer Branding bewegen muss: "Das ohnehin schlechte Image, das den Agenturen als Arbeitgeber anhaftet, hat sich in den vergangenen Jahren verschärft".

Mehr zum Thema "Grenzen der Flexibilität" gibt es in der aktuellen W&V (S. 58f.) (Hier geht's zum Abo)


3 Kommentare

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Anonymous User 23. Januar 2013

Dem Artikel und meinem Kollegen Robert Mende kann ich nur zustimmen. Es gibt aber trotzdem viele Gründe in die Agenturbranche zu gehen und mehrere positive Arbeitgeber-Beispiele. Das kann man durchaus kommunikativ nach vorne stellen und das müssen Agenturen ganz bald angehen. Und auch die Verbände sind hier gefragt...

Anonymous User 22. Januar 2013

tja, die agenturen haben jetzt schon bei manchen gewerken erhebliche probleme nachwuchs zu rekutieren. man hat ja auch in den letzten jahren vergessen den selber auszubilden. früher ging die rechnung auf, ob das in zukunft auch so sein wird ist mehr als fraglich. wenn man rumfragt, haben fast alle großen agenturen probleme gewisse gewerke zu rekutieren. handeln tut man nicht, ausser noch weniger zu zahlen und noch mehr "effizienz" zu fordern.

Anonymous User 22. Januar 2013

True. Einerseits bin ich sehr interessiert einzusteigen. Andererseits wird von vielen Seiten immer nur das Bild der schlechtbezahlenden, versklavenden Agenturen bestätigt. Von Branchenlovern kommt dann immer sowas wie: Kreativität kennt keine geregelten Arbeitszeiten...blablabla... Ist doch alles nur Schleimscheisserei und Erfahrung sammeln. Dann mit Mitte 30 ein paar Goldjahre als CD oä. haben und dann ist man ausgebrannt und hat eh keinen Plan mehr was in den Lebenswelten abgeht... Traurig.

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