Alkohol am Arbeitsplatz :
WPP verschärft Alkohol-Richtlinie

Bar-Rollwagen werden aus WPP-Agenturen verbannt. Alkoholkonsum ist nur noch außerhalb der normalen Arbeitszeit erlaubt.

Text: Franz Scheele

Die "Mad Men" Roger Sterling und Don Draper liebten ihre Drinks
Die "Mad Men" Roger Sterling und Don Draper liebten ihre Drinks

Nach einer dramatischen Woche für WPP landete am vergangenen Freitag auch noch eine interne Mitteilung in den digitalen Briefkästen der Mitarbeiter, die ihr Verhältnis zum Alkohol auf eine neue Basis stellen soll. Absender waren Finance Director Paul Richardson und Director of Internal Audit Paul Stanley. Die Quintessenz: Künftig darf in den Arbeitsbereichen von WPP-Agenturen kein Alkohol mehr konsumiert werden.

Zuerst gemeldet hatte dies Frank Washkuch vom Branchenmagazin PR Week, an den die interne Mail weitergeleitet worden war. Die neue Richtlinie soll den "sicheren Konsum von Alkohol durch Mitarbeiter und Gästen bei dienstlichen Veranstaltungen" gewährleisten.

Einige der Details: Bar-Rollwagen sind künftig aus den Agenturen zu verbannen, an den Schreibtischen und im gesamten Arbeitsbereich ist Alkoholkonsum nicht mehr gestattet. Die Agenturen sind angehalten, Alkohol nur noch in speziellen Bereichen wie etwa Lounges oder agentureigenen Bars anzubieten, dies allerdings zeitlich begrenzt, "in der Regel nicht länger als zwei Stunden" außerhalb der normalen Arbeitszeit.

Darüber hinaus wird empfohlen, Essen, kostenloses Mineralwasser und weitere nicht alkoholische Getränke anzubieten sowie diejenigen zu respektieren, die keinen Alkohol trinken wollen. Die Agenturen sollen auch sicherstellen, dass Personen, die dennoch das eine oder andere Glas zu viel getrunken haben, sicher nach Hause kommen und sich nicht etwa noch selbst ans Steuer setzen.

Wie ein Informant aus der Werbeholding gegenüber PR Week betonte, war ein Update der Richtlinie zum Alkoholkonsum schon länger geplant, die neue Richtlinie stehe also in keinem Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen WPP-Boss Sir Martin Sorrell wegen persönlichen Fehlverhaltens oder der Klage gegen den ehemaligen JWT-CEO Gustavo Martinez wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.