Adrian Rosenthal in Austin :
5 Gründe, warum ich mich auf die SXSW 2016 freue

Wer Grumpy Cat treffen will und sich auf Information Overload freut, ist entweder in Behandlung oder auf dem Weg zur größten Digitalkonferenz der Welt, der SXSW. Adrian Rosenthal reist gerade an. Auf W&V Online erklärt er, warum das inspierende US-Event jeden Jetlag wert ist.

Text: W&V Leserautor

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Wer Grumpy Cat treffen will und sich auf Information Overload freut, ist entweder in Behandlung oder auf dem Weg zur größten Digitalkonferenz der Welt, der SXSW. Adrian Rosenthal reist gerade an. Auf W&V Online erklärt er, warum das inspierende US-Event jeden Jetlag wert ist. 

Text: Adrian Rosenthal

Es ist Mitte März – und das bedeutet für mich seit mittlerweile fünf Jahren: "Hallo Austin, Texas!" Denn momentan befinde ich mich via New York mal wieder auf dem Weg in die texanische Hauptstadt zur SXSW, der mit mehr als 30.000 Teilnehmern größten Digitalkonferenz der Welt. Die Vorfreude ist wie immer sehr groß, nicht nur weil das Wetter meistens schon sommerlich (auch wenn bereits vor Ort angekommene Kollegen von Blitzfluten und heftigem Regen berichten), das Essen lecker und Austin generell eine tolle Stadt ist. Nein, ich freue mich vor allem auf die Menschen auf der Konferenz, den Austausch, die neuen Inspirationen.

Daher habe ich – völlig subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit – fünf Punkte, die eine gelungene SXSW ausmachen. Und die ich für die SXSW 2016 auch wieder erwarte:

1. Die Leute (+ Grumpy Cat)

Hier macht es der richtige Mix – aus Startup-Machern, kreativen Vordenkern, Techies, Wissenschaftlern, Journalisten, den diesjährigen Keynote-Speakern Michelle und Barack Obama, Agenturmenschen und Grumpy Cat. Ich habe hier in den vergangenen Jahren großartige Keynotes von Leuten gehört, die ich unbedingt immer mal sehen wollte. Und von Leuten, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Das wird auch dieses Jahr wieder so sein.

Zudem ist die SXSW – keine Überraschung – ein perfekter Ort zum Networking. Bei der großen Anzahl der Partys verliert man schnell mal den Überblick (die netten Leute von TOA Berlin haben zum Glück freundlicherweise eine Übersicht erstellt), lernt aber immer schnell und unkompliziert eine große Anzahl von Leuten kennen, die man dann auch im nächsten Jahr im besten Fall wiedertreffen möchte.

Mittlerweile gibt es daher eine ganze Reihe von nicht nur virtuellen Freunden, die ich jedes Jahr wieder auf der SXSW treffe – und mit einigen davon wird dann auch jedes Jahr ein Airbnb zusammen angemietet. Die deutsche Delegation scheint wirklich auch von Jahr zu Jahr zu wachsen. Mit dem German Haus und dem German Folks House gibt es hier auch schon seit Jahren sehr gute Anlaufpunkte.

Ziel für dieses Jahr neben dem Begrüßen von neuen und alten Bekannten ist auf jeden Fall mein Selfie mit Grumpy Cat. Ich muss meine Engagement Rate auf Instagram mit diesem cleveren Content Marketing einfach mal massiv nach oben treiben.

2. Der Information Overload

Ich mache jeden Morgen aufs Neue einen tollen Plan, was ich mir im Laufe des Tages alles an Workshops und Vorträgen angucken will. Nur, um diesen sofort wieder umzuschmeißen. Denn die SXSW ist gleichbedeutend mit einem absoluten Information Overload, denn es gibt einfach zu viele Veranstaltungen, die zur gleichen Zeit laufen, zu viele neue Sachen, die ausprobiert werden müssen. Von daher verlasse ich mich hier oftmals auf mein Netzwerk und die quasi daraus resultierende digitale Intuition, denn man bekommt über Whatsapp, Twitter, WeChat etc. andauernd mitgeteilt, wo man eigentlich grade am besten sein sollte.

Der Information Overload ist mit Blick auf die SXSW also ein erwünschter Nebeneffekt, der die Konferenz grade so interessant macht. Und man wird auch Wochen nach der SXSW die gesammelten Eindrücke, Informationen und Gespräche noch verarbeiten.

3. Sich auf die Suche nach dem nächsten großen Ding machen

Die SXSW war in der Vergangenheit ein Ort, in dem oftmals neue Tools, Technologien und Apps/Plattformen bekannt gemacht wurden. So im Falle von Twitter und dem Launch auf der SXSW im Jahr 2007 oder Foursquare in 2009. In den letzten Jahren gab es zwar auch immer wieder vermeintliche Killer Apps, die auf der SXSW extrem gehypt, aber dann immer wieder schnell verschwunden sind. Wer nutzt heute aktuell noch Meerkat, 2015 sicher die App, über die mit Abstand am meisten geredet wurde. Oder wer erinnert sich noch an Dienste wie Banjo oder GroupMe?

Auf der SXSW geht es in letzter Zeit daher auch weg von einzelnen Killer Apps hin zu übergeordneten Trends. Es wird technologischer, es gibt mehr Hardware zu sehen. In den letzten Jahren waren es vor allem Wearables und Mobile Health Devices. Dieses Jahr wird sich, wie schon auf dem Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona, extrem viel um Artificial Intelligence und Virtual Reality drehen. Alleine für Letzteres gibt es mehr als 250 Einträge in der Veranstaltungsdatenbank der SXSW und es wird vom 16. bis 18. März einen eigenen Track zum Thema Virtual und Augmented Reality geben

 4. Interaktive Inspirationen

Neben den ganzen Sessions und Keynotes wird auch genug Zeit dafür bleiben, einfach neue Dinge auszuprobieren und sich vor Ort mit Gleichgesinnten auszutauschen. 2014 konnte ich in der Game of Thrones-Ausstellung das erste Mal virtuelle Realität mit der Oculus Rift testen. Auch dieses Jahr wird es mit dem Fokus viel durch VR-Brillen zu sehen und zu erleben geben. Dazu werde ich sicher beim Google Self-Driving Car Project vorbeischauen und mir die neuesten Smart Health-Technologien angucken (hier hatte es mir letztes Jahr vor allem das Hamburger Startup Tinnitracks angetan). Auch Messaging-Apps wie Peach möchte ich mal zusammen mit Kollegen ausprobieren. Und ich habe mir fest vorgenommen, Snapchat intensiver zu nutzen. Das war nämlich zuletzt vor genau einem Jahr der Fall. Natürlich auf der SXSW. Denn ohne Snapchat wäre ich nicht auf die Party im Mashable House gekommen.

5. Wissen aufbereiten und teilen

Viele der auf der SXSW gesehen Dinge wird man in der täglichen Arbeit nicht sofort anwenden können. Aber es gehört in unserer Branche dazu, sich mit diesen neuen Technologien und Trends auseinanderzusetzen, sie zu beobachten, sie auszuprobieren. Genau dafür ist die SXSW da. Daher ist es immens wichtig, für einen entsprechenden Wissenstransfer in Richtung der Agentur-Kollegen und Kunden zu sorgen. Der Information Overload muss also dann doch einmal kuratiert, die interaktiven Inspirationen kontextualisiert werden.

Zusammengefasst:

Die Vorfreude auf die SXSW ist auch im fünften Jahr noch groß. Auf die Leute, die neuen Trends und Technologien, die Inspirationen und den kreativen Austausch während und nach der Konferenz. Und wenn es weiterhin regnen sollte, setz ich mir eine Oculus Ruft auf die Nase und verziehe mich in die virtuelle Realität. Denn da klappt es auch mit dem Wetter.

Der Autor: Adrian Rosenthal ist Head of Digital & Social Media bei MSLGroup Germany. Er ist dieses Jahr zum 5. Mal auf der SXSW und wird hier bei W&V Online, über Twitter und anderen Kanäle seine Eindrücke von der weltweit größten Digitalkonferenz teilen: in Text, Bild, Gifs oder 360°-Videos.


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W&V Leserautor

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