Studie von Indahash :
Das lieben Influencer

Sie stehen auf Instagram, würden gratis werben - und sind überwiegend weiblich. Das ergibt die "Influencer-Studie 2017" der Onlineplattform Indahash.

Text: Susanne Herrmann

Barbara Soltysinska ist CEO von Indahash. Die Plattform vermittelt Werbekunden und Influencer.
Barbara Soltysinska ist CEO von Indahash. Die Plattform vermittelt Werbekunden und Influencer.

Sie sind jung, gut vernetzt und geben auf Social-Media-Plattformen wie Instagram den Ton an: 68 Prozent der Influencer sind junge Frauen, die damit zu wichtigen Beraterinnen in Stil-, Kultur- und Geschmacksfragen werden. Nur auf Youtube sind Männer (40 Prozent der männlichen Influencer) deutlich häufiger zu finden als Frauen (24 Prozent).

Das geht aus der "Influencer-Studie 2017" der Onlineplattform Indahash hervor. Die Studie dreht sich um Verhalten, Einstellungen und Mediennutzung von Influencern. Dafür hat Indahash 2285 seiner Mikro-Influencer (1000 bis 100.000 Follower) befragt und Kommentare ausgewertet. Das Startup vermittelt Marken und Influencer, mit deren Hilfe sich spitze Zielgruppen erreichen lassen, etwa via Instagram- und Snapchat-Kampagnen. Nach eigenen Angaben erreichen die 250.000 Influencer, die weltweit die App Indahash nutzen, zusammen mehr als 700 Millionen Follower.

Frauen sind aktiv, einflussreich und konsumfreudig

Die weiblichen Mikro-Influencer posten mehr und öfter als ihre männlichen Kollegen: 47 Prozent der Frauen posten ein- bis dreimal am Tag, bei den Männern sind es nur 36 Prozent.

Die Influencerinnen stehen ihrerseits unter dem Einfluss von Social-Media-Persönlichkeiten: 45 Prozent von ihnen haben etwas gekauft, das sie eine Woche zuvor auf Social-Media-Plattformen gesehen hatten (Männer: 31 Prozent). 62 Prozent sagen, dass andere Social-Media-Nutzer ihre Meinung stark beeinflussen. Das sorgt für eine Art Schneeball-Effekt - der natürlich auch Werbekunden nützen kann.

Fulltime-Job: 89 Prozent der weiblichen Multiplikatoren befassen sich nach eigenen Angaben mehrere Stunden täglich mit Social Media und ihren Posts. Sehr beliebt sind dabei Selfies (56 Prozent), Mode (40 Prozent) und Reisen (34 Prozent).

Influencer ist ein Beruf - der auch mal ohne Gage ausgeübt wird

Indahash stellt aber fest: Alle Influencer nehmen ihre Aktivitäten sehr ernst. 64 Prozent sehen darin einen Beruf – oder zumindest eine Berufung –, entwickeln eine Vision und eine Strategie für ihre Posts und wollen ihre Präsenz professionell aufbauen und nutzen. 61 Prozent posten dabei mindestens einmal täglich.

Da endet der Einfluss der Mikro-Influencer aber noch nicht. 88 Prozent gehen davon aus, dass sie auch im realen Leben Einfluss auf ihre Freunde haben - und die auf sie. Das geht auf Kosten der klassischen Medien. So geben 14 Prozent der Befragten ein, gar kein klassisches Fernsehen zu schauen. Der Durchschnittsnutzer hat "gestern" (71,2 Prozent) oder wenigstens innerhalb der letzten 14 Tage ferngesehen (92,7 Prozent; Quelle: GfK).

Dafür schauen 53 Prozent der Befragten mehrere Stunden am Tag Onlinevideos inklusive VoD. Nur konsequent sagen 77 Prozent, dass sie in Wettbewerb zu traditionellen Medien stehen. Und 82 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die meisten Leute lieber echten Menschen als Medien im Web folgen. Nicht einmal Werbung, so die Selbsteinschätzung, nähmen ihre Follower ihnen übel - im Gegenteil, sagen 88 Prozent der Influencer.

Liebste Werbeform? Product Placement!

Praktisch für interessierte Werbekunden: 78 Prozent der "Berufsinfluencer" wären bereit, sogar ohne Honorar mit einer Marke zu arbeiten, die sie wirklich lieben. Nur für die Hälfte ist Geld überhaupt ein Grund, mit Marken zu kooperieren.

Wenn sie Teil einer Markenkampagne sind, ziehen 77 Prozent der Influencer die Platzierung des beworbene Produkts auf ihren Fotos und Videos dem Produkttest (52 Prozent) vor (siehe Grafik). Dass Werbung als solche gekennzeichnet sein sollte, sagen 62 Prozent.

Influencer haben keine Scheu, auf Selfies mit Marken zu posieren. (Quelle: Indahash)

Influencer haben keine Scheu, auf Selfies mit Marken zu posieren. (Quelle: Indahash)

Liebste Werbepartner sind Mode- und Kosmetikmarken (76 bzw. 61 Prozent) gefolgt von Luxusgütern (Uhren, Schmuck: 53 Prozent) und Nahrungsmitteln (46 Prozent). Erstaunlich unattraktiv kommen Automobile weg (nur 9 Prozent wünschen sich diese Marken als Partner), dahinter landen Telekommunikation mit 7 und Finanzwesen/Banken mit 4 Prozent. Lieblingsmarken: Nike und Adidas.

 

Arbeiten mit Nike und Adidas oder H&M: Das wünschen sich Influencer. (Quelle: Indahash)

Arbeiten mit Nike und Adidas oder H&M: Das wünschen sich Influencer. (Quelle: Indahash)

Barbara Soltysinska, Mitgründerin von Indahash: "Natürlich freue ich mich über diese Frauen-Power in Social Media." Die Influencerinnen, sagt sie weiter, trieben Trends voran und hätten großen Einfluss. Soltysinskas Fazit: "Influencer nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und bilden eine echte Alternative zu klassischen Medien und zur Werbung."

Hat sie Recht, bedeutet das eine Verlagerung der Werbung hin zu beispielsweise Snapchat. Das Medium, schenkt man den aktivsten Influencern auf Indahash Glauben: 58 Prozent von ihnen ziehen die Plattform Instagram bzw. Instastories vor.

So sieht das durchschnittliche Profil aus

Im Schnitt haben die Indahash-Influencer 20.000 Follower, sind 21 Jahre alt, überwiegend weiblich (68 Prozent) und Studenten (62 Prozent); 60 Prozent leben in der Großstadt. Die Interaktionsrate des Durchschnittsprofils liegt bei 11 Prozent. Am meisten Bilder gepostet werden zwischen 17 und 20 Uhr (41 Prozent) und nachmittags (13-17 Uhr: 25 Prozent).


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.