Amazon:
Droht Netflix & Co. die EU-Quote?
Viele nutzen Netflix und Co., um ausländische Serien oder US-Filme zu sehen. Doch die EU-Kommission hat andere Vorstellungen, was die Videostreaming-Anbieter ihrem Publikum offerieren sollen.

Foto: Netflix
Viele nutzen Netflix und Co., um ausländische Serien oder US-Filme zu sehen - statt immer nur "Tatort"-Wiederholungen oder Volksmusiksendungen. Doch die EU-Kommission will Videostreaming-Anbietern aus den USA laut einem Pressebericht nun strengere Auflagen machen. Anbieter wie Netflix und Amazon könnten künftig gezwungen werden, ihren Online-Katalog von angebotenen Filmen und Serien zu mindestens 20 Prozent mit europäischen Produktionen zu füllen, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf einen Entwurf der EU-Kommission.
Damit würden die meist in den USA sitzenden Internetanbieter den gleichen Regularien unterworfen, die für herkömmliche Sendeanstalten in Europa gelten. In einigen EU-Nationalstaaten gehört auch die finanzielle Förderung europäischer Produktionsinhalte zu den Auflagen. Bereits kommende Woche könnte die Brüsseler Behörde ihren Plan veröffentlichen, hieß es.
Die Anbieter wehren sich gegen derartige Auflagen. Netflix verwies dem Blatt zufolge gegenüber der EU-Kommission auf Fehlanreize - Inhalteanbieter würden durch Mindestquoten dazu gebracht, möglichst billige und qualitativ schwache Produktionen einzukaufen. In jüngster Zeit hat etwa Netflix auch auf einige europäische Eigenproduktionen gesetzt. Nach wie vor steht aber der Vorwurf im Raum, herkömmliche Sender wie die britische "BBC" investierten mehr in die Produktion neuer Inhalte.
Netflix und Amazon arbeiten momentan an deutschen Serien: Netflix plant den Zehnteiler "Dark". Konkurrent Amazon hat Matthias Schweighöfer für die erste deutsche Eigenproduktion verpflichtet- "You are wanted", angekündigt für Anfang 2017. Aktuell preist der Schauspieler für das US-Unternehmen den Streamingplayer Fire TV Stick an. Der 34-Jährige tritt in Spots im Fernsehen, Internet und Kino auf. (mit dpa)