Sheryl Sandberg über Fake News bei Facebook :
Facebook-Managerin Sandberg: "Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist"

Die "Bild"-Zeitung interviewt Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg zum deutschen Wahlkampf und den Umgang mit falschen Nachrichten. Dabei lernt man: Die Managerin nennt Fake News lieber Hoaxes und verwehrt ihren eigenen Kinder die Plattform.

Text: W&V Redaktion

Die "Bild"-Zeitung interviewt Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg.
Die "Bild"-Zeitung interviewt Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg.

Trotz des zunehmenden Drucks will sich Facebook auch in Zukunft nicht selbst um das Löschen gefälschter Nachrichten kümmern, das betont Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Stattdessen vertraut das Unternehmen auf externe Experten. Sandbergs Credo: "Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist. Und ich glaube, niemand will, dass wir das tun. Also müssen wir mit Dritten zusammenarbeiten, die Experten sind." In den vergangenen Wochen hatte Facebook mehrere Projekte und Maßnahmen rund um Fake News vorgestellt oder angekündigt. 

Im Jahr der Bundestagswahl will das Netzwerk auch in Deutschland härter gegen die Verbreitung gefälschter Nachrichten vorzugehen. Als Partner soll das Recherchezentrum Correctiv von Nutzern gemeldete Inhalte prüfen und gegebenenfalls als zweifelhaft kennzeichnen. Die Fake-News-Diskussion entstand im Zuge des US-Wahlkampfs. Die Facebook-Managerin bevorzugt allerdings anscheinend die Bezeichnung "Hoaxes" - statt Fake News. Diesen Begriff hält sie für weniger missverständlich. 

Die "Bild" thematisiert auch den deutschen Wahlkampf. Könnte die AFD über Facebook Wahlwerbung an fremdenfeindliche Wähler ausspielen, fragt Chefredakteurin Tanit Koch. "So etwas ist bei uns nicht möglich. Bei Facebook gibt es keine Auswahl 'fremdenfeindliche Zielgruppe'", antwortet Sandberg und verweist auf eine Zielgruppenansprache basierend auf Demographie, Wohnort, Alter und Interessen. 

Den Hinweis, dass junge Menschen das Netzwerk meiden könnten, da die eigenen Eltern es nutzen, kontert Sandberg mit einer Anekdote. "Meine Kinder sind neun und elf, und sie würden gerne, aber sie dürfen nicht, da sie nicht 13 sind. Sie wären wirklich gerne auf Instagram und Facebook, und es nervt sie ganz besonders, dass ihre Mutter dort arbeitet und sie es nicht nutzen können. Ich kann nicht gegen unsere eigenen Grundsätze verstoßen." Denn bei Facebook darf man sich erst ab 13 Jahren anmelden.


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