Engagement-Baiting :
Facebook: Wer um Likes bittet, wird jetzt abgestraft

In einem Post um Likes oder Kommentare zu bitten, ist ab sofort keine gute Idee mehr. Gegen solchen Spam geht Facebook jetzt verstärkt vor.

Text: Leif Pellikan

Solche Posts will Facebook nicht mehr sehen.
Solche Posts will Facebook nicht mehr sehen.

Jetzt straft Facebook Angebote und Posts ab, die explizit um Likes betteln. Gleiches gilt für Posts, die Nutzer auffordern, einen Beitrag zu taggen, zu kommentieren oder zu teilen. Solche Praktiken, die neuerdings als "Engagement-Baiting" bezeichnet werden, fallen nach Ansicht von Facebook in die Kategorie Spam. 

Facebook habe laut einer Mitteilung Teams darauf angesetzt, die Mechaniken hinter solchen Posts zu analysieren und die Maschinen entsprechend zu füttern. In der Konsequenz werden diese Posts nun deutlich weniger oft in Feeds von Nutzern auftauchen. Zudem würden in den kommenden Wochen Systematiken eingeführt, die auch die entsprechenden Profile abstrafen. Ein wenig Zeit bleibt also noch, um Strategien anzupassen.

Die Maßnahmen gegen Engagement-Baiting stehen laut Facebook in einer Reihe anderer Maßnahmen. Ein ähnliches Vorgehen gab es unlängst gegen Überschriften, die aggressiv und ausschließlich darauf abzielen, geklickt zu werden. Ebenfalls abgestraft werden Posts, die auf Seiten verlinken, die exorbitant mit Werbung überfrachtet sind. Facebook will laut eigenen Angaben schlicht die Inhalte reduzieren, die reißerisch, irreführend oder schlicht Spam seien, damit wieder mehr echte und relevante Botschaften in den Vordergrund rücken. 

Die Maßnahmen treffen nicht zuletzt professionelle und semi-professionelle Anbieter. In diesem Jahr hatte Google Facebook als wichtigsten Traffic-Lieferanten wieder überholt. Das lag nicht zuletzt an der Tatsache, dass Facebook Post von echten Freunden und Familie gegenüber anderen wieder stärker priorisiert.  


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.