Bad Ads Report 2016 :
Google entmüllt: 1,7 Milliarden Anzeigen 2016 geblockt

Irreführend, nicht erlaubt, mit Malware verstopft: Im Kampf gegen schlechte Anzeigen hat Google 2016 verschärft aufräumen müssen.

Text: Ralph-Bernhard Pfister

Scott Spencer ist bei Google für die Identifizierung und Bekämpfung von Bad Ads verantwortlich.
Scott Spencer ist bei Google für die Identifizierung und Bekämpfung von Bad Ads verantwortlich.

1,7 Milliarden. So viele schlechte Anzeigen hat Google 2016 weltweit identifiziert und entfernt. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr. Und es zeigt einen schwierigen Trend im Markt, gegen den dieser sich zur Wehr setzen muss. Denn hier geht es nicht schlicht um Anzeigen, die Richtlinien von Google verletzen. Sondern auch um Anzeigen, die Nutzer gezielt täuschen, die Malware verteilen oder illegale Produkte verkaufen wollen. Eine kurze Übersicht zu den Zahlen:

Googles verantwortlicher Director of Product Management and Sustainable Ads, Scott Spencer, listet im Blogpost weitere Details auf: 80 Millionen Anzeigen wurden entfernt, weil sie irreführend waren oder mit Ängsten spielten - Anzeigen nach dem Motto "Are you at risk for this rare, skin-eating disease?". 112 Millionen Ads wurden als "Trick-to-Click"-Ads identifiziert und geblockt - dabei handelt es sich um Anzeigen, die etwa Systemwarnungen nachempfunden sind, damit Nutzer klicken und dadurch beispielsweise den Download von Schadsoftware auslösen.

Ein in den Vorjahren weniger bekanntes Phänomen waren auch die Tabloid Cloaker: Diese Akteure erstellen Anzeigen, die mit boulevardesker Gestaltung und Inhalt werben, um dann zu völlig anderen Seiten zu führen. Die Zahl von 1.300 geblockten Accounts mag nicht nach viel klingen. Spencer nennt aber ein Beispiel, um zu zeigen, was dahintersteckt: Allein die im Dezember geblockten 22 Cloaker waren für 20 Millionen Ad Impressions in einer Woche verantwortlich.


Autor:

Ralph Pfister
Ralph-Bernhard Pfister

Ralph Pfister ist Koordinator am Desk der W&V. Wenn er nicht gerade koordiniert, schreibt er hauptsächlich über digitales Marketing, digitale Themen und Branchen wie Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Sein Kaffeekonsum lässt sich nur in industriellen Mengen fassen. Für seine Bücher- und Comicbestände gilt das noch nicht ganz – aber er arbeitet dran.