Shitstorm über Waffenhersteller :
Heckler & Koch twitterte Waffenherz nach Blutbad

Wenige Stunden nach dem Amoklauf an einer US-Schule twitterte Heckler & Koch ein Foto mit einem Waffenherz. Der "Valentinsgruß" löste einen Sturm der Entrüstung aus.

Text: Petra Schwegler

Derartige Grußbotschaften (inzwischen gelöscht) sind laut Heckler & Koch in den USA üblich - nur an diesem Valentinstag kurz nach einem Amoklauf mit 17 Toten absolut unpassend.
Derartige Grußbotschaften (inzwischen gelöscht) sind laut Heckler & Koch in den USA üblich - nur an diesem Valentinstag kurz nach einem Amoklauf mit 17 Toten absolut unpassend.

Social Media als PR-Instrument verlangt viel Fingerspitzengefühl. Das fehlte dem deutschen Waffenhersteller Heckler & Koch bei seinem Valentinsgruß in den USA offensichtlich.

Wenige Stunden nach dem Amoklauf eines Schülers in Florida, bei dem 17 Menschen getötet wurden, hat das Unternehmen aus Baden-Württemberg einen geschmacklosen Gruß zum Valentinstag via Twitter verbreitet: "From HK with Love" zwitscherte Heckler & Koch auf seinem US-Social-Media-Kanal. Das Motiv zeigte eine Pistole, die von Patronen - angeordnet in Herzform - umrahmt war.

Das Posting sei "offenbar von unserer US-amerikanischen Tochtergesellschaft erstellt und in deren Twitter- und Facebook-Accounts veröffentlicht" worden, erklärte der Waffenhersteller gegenüber der ARD-"Tagesschau". Und: Der Beitrag habe ursprünglich "einen direkten Bezug zum gestrigen, an sich sehr freudigen Valentinstag" gehabt. Derartige Grußbotschaften sind laut Heckler & Koch in den USA üblich.

Am Donnerstagnachmittag deutscher Zeit wurde der Tweet vom Rüstungsunternehmen gelöscht - nachdem sich im Social Web ein Shitstorm über Heckler & Koch entladen hatte.

Man sei "im Nachgang des schrecklichen und tragischen Amoklaufs" zu der Bewertung gekommen, "dass die Veröffentlichung eines solchen Eintrags vor diesem Hintergrund in hohem Maße unpassend ist", teilte Heckler & Koch schriftlich mit. Das Unternehmen sprach von einem "bedauerlichen Versehen" - und bat um Entschuldigung.

Bei dem Massaker an einer Schule in Parkland wurden 17 Menschen getötet, 15 weitere verletzt. Der mutmaßliche jugendliche Täter wurde nach der Bluttat festgenommen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.