Drosselkom :
Kampagne gegen DSL-Drosselung der Telekom

Die Vereine D64 und Digitale Gesellschaft starten eine gemeinsame Kampagne gegen die Telekom-Pläne, DSL-Flatrates zu drosseln. Provokative Bilder plädieren für ein "echtes Netz". 

Text: Franziska Mozart

15. May. 2013 - 8 Kommentare

Die Deutsche Telekom ist seit ihrer Ankündigung, die Datenübertragung bei DSL-Flatrates zu drosseln, zum Buhmann der Netzgemeinde geworden. Kritik kommt auch aus der Politik. Kulturstaatsminister Bernd Neumann befürchtet wie viele andere auch eine Einschränkung der Netzneutralität. Gegen das Vorhaben der Telekom haben die Vereine D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. und Digitale Gesellschaft e.V. eine gemeinsame Kampagne gestartet. Sechs provokative Bilder plädieren für ein "echtes Netz" und brechen das Thema Netzneutralität auf persönliche Situationen herunter. Ein Motiv etwa zeigt eine junge Frau, daneben die Worte: "Ihr Freund studiert in Sydney. Ab Monatsmitte kann sie nicht mehr mit ihm skypen."

Die beiden Vereine stellen die Kampagnenmotive zur Verfügung, damit sie Blogger posten und Demonstranten sie verteilen und verwenden können. Eine Gelegenheit dazu schafft das Bündnis für Netzneutralität bei einem Aktionstag anlässlich der Aktionärshauptversammlung der Telekom am 16. Mai in Köln. Dort will das Bündnis gegen die Pläne demonstrieren.

Sobald ein User 75 Gigabyte Datenvolumen verbraucht hat, will die Telekom bei Inhabern neuer DSL-Verträge die Übertragungsgeschwindigkeit kappen, sodass viele Dienste nur noch schlecht oder gar nicht mehr funktionieren. Telekom-Chef René Obermann hat die Pläne in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" verteidigt: "Wir finden es fairer, wenn die, die das Netz ganz besonders viel nutzen, auch etwas mehr zahlen", so der Konzernchef.


8 Kommentare

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Anonymous User 16. Mai 2013

@Aufpasser Sorry, wir mussten Ihren Kommentar leider auch löschen, weil er sich mit Namensnennung auf den angeblichen Telekom-Mitarbeiter bezog.

Anonymous User 16. Mai 2013

Naja, falsche Darstellung: keiner dreht das Internet ab - man wird halt nachkaufen müssen.

Anonymous User 16. Mai 2013

Mein erster Gedanke war: "First World Problems"

Anonymous User 16. Mai 2013

Die Telekom-Pressestelle hat uns gerade darauf aufmerksam gemacht, dass hier ein anonymer Kommentator den Namen und die E-Mail-Adresse eines Konzern-Mitarbeiters missbraucht hat. Leider ein klarer Verstoß gegen die Netiquette. Wir haben den entsprechenden Kommentar gelöscht.

Anonymous User 16. Mai 2013

Gute Aktion! Wechseln bringt meiner Meinung nach nicht viel. In vielen ländlichen Gebieten ist die Telekom der einzige Anbieter weit und breit. Zudem werden andere Anbieter nachziehen, wenn die Telekom ernst macht. Schließlich gehören die Netze zum Großteil der Telekom.

Anonymous User 15. Mai 2013

Wohlgemeinte Aktionen, Kampagnen, öffentliche Empörung - schön und gut; und witzlos. Verschlechtert ein Anbieter seine Leistungen, wechselt man den Anbieter. Bei schlechter Musik im (Web-) Radio wechselt man schließlich auch den Kanal, und fährt nicht Kampagnen gegen den Sender an!

Anonymous User 15. Mai 2013

@drikkes Richtig, die Bilder allein sind nicht provokativ, aber zusammen mit dem Text haben die Anzeigen schon sehr zugespitzte Aussagen.

Anonymous User 15. Mai 2013

"provokative Bilder"?

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