Influencer Marketing :
Lesetipp: "Manager Magazin" knöpft sich Influencerin vor

Caro Daur verdient mit Werbung auf Instagram geschätzt eine Million Euro im Jahr. Das "Manager Magazin" hat sie interviewt und die nicht beantworteten Fragen gleich mit veröffentlicht.

Caro Daur ist Influencerin und in dieser Rolle unter anderem für Sephora unterwegs.
Caro Daur ist Influencerin und in dieser Rolle unter anderem für Sephora unterwegs.

Caro Daur ist jung, hübsch und darf auf keiner Launchparty fehlen. In den vergangenen Wochen war sie unter anderem bei der Eröffnung des ersten deutschen Shops der Parfümeriekette Sephora in München, mit dem Luxus-Onlineshop Mytheresa in Rimini unterwegs und hat ihre erste Schuhkollektion für Superga in Los Angeles geshootet.

Caro Daur ist kein klassisches Model, sondern eine der einflussreichsten Deutschen. Allein auf Instagram folgen der 22-Jährigen über 1,1 Millionen Menschen. Das macht sie wertvoll für eine Reihe von Marken und zu einer reichen Frau: Angeblich macht sie mit Werbung inzwischen eine Million Euro im Jahr.

Ein Interview über Influencer Marketing

Dem "Manager Magazin" hat Caro Daur nun Einblicke in ihr Leben gewährt. Das Brisante an dem Interview sind jedoch nicht ihre Antworten - drei Posts pro Tag, kein eigenes Management, intuitive Entscheidungen für oder gegen eine Markenkooperation.

Was das Interview hochspannend macht, sind die Fragen, die nach dem von Daur autorisierten Interview stehen bleiben. Fragen zu Honoraren, gesponsorten Inhalten und Kennzeichnungspflichten, die Caro Daur nach Angaben der "Manager Magazin"-Redaktion nicht beantworten wollte.

Das Interview mit der Influencerin ist unser Lesetipp.


Autor:

Christa Catharina Müller
Christa Catharina Müller

ist seit Februar 2014 Redakteurin im Ressort Marketing, wo sie über Mode und digitales Marketing schreibt. Bevor sie zu W&V kam, hat sie ein Onlinevolontariat bei Condé Nast absolviert und war anschließend drei Jahre als freie Autorin tätig, unter anderem als Bloggerin für Yahoo.



8 Kommentare

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Jens Neumann 12. Juli 2017

ist doch eigentlich ganz einfach : als intelligenter Verbraucher habe ich grundsätzlich immer das Recht Einfluss zu nehmen in dem ich das Produkt kaufe oder eben nicht. Ich zum Beispiel kaufe GRUNDSÄTZLICH nichts, was von irgendwelchen offensichtlichen "Influencern" beworben wird. Dabei ist es mir schnurzegal ob das Verona Pooth, Sebastian Vettel, Sebastian Schweinsteiger, Lukas Podolski oder noch schlimmer der gesamte FC Bayern München ist. Diese Produkte kaufe ich ganz einfach NICHT....schon deshalb, weil sie über ihre Werbeträger teuer sein MÜSSEN. Es gibt ja Gottseidank der Marktwirtschaft genügend weit bessere und günstigere Alternativen.
Jede Firma, die ihr Marketing auf sogenannten "Promis" aufbaut hat offensichtlich Probleme mit ihrem Selbstverständnis und ihrem Produkt. Im schlimmsten Fall geht das soweit als das man mir erzählen will, dass ein Hochleistungssportler mit ärztlich abgestimmten Ernährungsplänen wie Sebastian Schweinsteiger den ganzen Tag Kartoffelchips frisst...zusammen mit seinem Kumpel Lukas Podolski.......also ehrlich..gehts noch?

Christa Catharina Müller 6. Juli 2017

Wenn Werbung von allen Konsumenten als solche zu erkennen ist, dann muss auch nicht extra "Werbung", "Sponsored Post", etc. dazugeschrieben werden. Wenn aber nicht jeder diesen Unterschied unmittelbar erfassen kann bzw. die Kennzeichnungspflicht bewusst umgangen und damit die Beweggründe verschleiert werden, ist das nicht in Ordnung. Da kann der Markt noch so viel regeln wie er will. Das ist Irreführung.

Markus Roder 6. Juli 2017

Gibt es in Deutschland wirklich SO WENIGE Libertäre, dass hier ausser mir keiner die Aussage wagt, dass "Kennzeichnungspflichten" generell unsinnig sind? Sollten mündige Bürger nicht generell in der Lage sein, ihre Meinungsbildung völlig unabhängig von der Motivation Publizierender vollziehen zu können? Warum sollte ein verlag in der Lage sein, mit "gesponserten" Inhalten Geld zu verdienen, eine Privatperson jedoch nicht?

Was letztendlich Erfolg haben wird und welche preise sich ergeben regelt letztendlich ohnehin der Markt.

Christa Catharina Müller 4. Juli 2017

Es gibt nicht nur Schwarze Schafe. Viele Marken gehen mit dem Thema Influencer Marketing auch vorbildlich um. Solange nicht alle den Umgang mit bezahlten Inhalten vertraglich regeln, muss die Kennzeichnungspflicht eben in den Medien diskutiert werden.

Djure Meinen 4. Juli 2017

Das Interview wirft in der Tat ein spannendes Licht auf die Arbeit von und mit "Influencern". Wir bei wildcard streiten ja nun schon seit geraumer Zeit für eine ehrlichere Diskussion der Branche über Transparenz und Kennzeichnung. Werbung muss als solche erkennbar sein, völlig unabhängig von der Frage, wo sie stattfindet. Dafür gibt es rechtliche wie ethische Erfordernisse. Dafür bedarf es mindestens zweierlei. Einen Konsens darüber, was Werbung eigentlich ist und einen unbedingten Willen zu Offenheit, der auch einschließt, dass Beziehungen, die nicht in Werbung münden auf geeignete Weise transparent gemacht werden.
Der Umstand, dass zahlreiche große Marken mit "Influencern" wie Frau Daur arbeiten, ohne dass sie eine Bereitschaft zu mehr Professionalität zeigt und dabei sehr viel Geld fließt, macht aber wenig Hoffnung, dass sich der Markt auf konstruktive Weise regulieren wird. Womöglich muss die Blase einfach erst mal platzen um wieder mehr Raum für ernsthafte Arbeit zu schaffen. Aber darauf wollen wir nicht einfach nur warten: https://goo.gl/f4E4Ci

Djure Meinen 4. Juli 2017

Ganz so einfach ist die Sache nicht, Herr Schweizer. Ob Geld fließt, ist für die Bewertung der Werbeeigenschaft eines Beitrag allenfalls ein Indiz. Entscheidend ist die Werbeabsicht der Autorin. Was im Ergebnis bedeuten kann, dass auch die Werbung für selbst gekaufte Artikel einer Kennzeichnung bedarf, nicht werbliche Beiträge, für die ein Honorar geflossen ist, jedoch nicht.

Christa Catharina Müller 3. Juli 2017

Ja, die Kennzeichnungspflicht ist ein sehr wichtiges Thema. Und zwar auch für die Influencer selbst. Denn wenn sie nicht darauf achten, die bezahlten Posts eindeutig als Werbung zu kennzeichen - mit welchem Begriff auch immer: Sponsored, Advertisement -, schadet das ihrer Glaubwürdigkeit. Und Marken sollten aus demselben Grund darauf bestehen.

Worüber viele Influencer heute noch gar nicht nachdenken: Irgendwann wird Facebook auch bei Instagram Geld dafür verlangen, dass nicht die relevantesten Posts oben erscheinen, sondern die gesponsorten Beiträge.

Peter Schweizer 3. Juli 2017

Das Thema Influencer Marketing wird von den Beteiligten und Profiteuren gerne verharmlost. Man redet von Grauzonen und ungeklärter Rechtslage. Dieses Geschwurbel wurde vor kurzem von einem Medienanwalt relativ einfach entlarvt: "Einfache Regel – sobald Geld fließt, muss man es kennzeichnen, das gilt auch für Warengeschenke." Wenn die Branche nicht aufpasst, endet der Spuk so schnell wie er angefangen hat und der Gesetzgeber schiebt einen expliziten Online-Riegel vor. Dann müssen Bibi und Co. wieder einer ehrlichen Arbeit nachgehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Influencer dann irgendetwas haben, auf das sie bauen können.

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