Talkshows :
"Missionarischer Durchfall": Domian löst Facebook-Lawine gegen Martin Lohmann aus

Über 55.000 Likes, 6000 Mal geteilt und mehr als 3300 Kommentare: WDR-Moderator Jürgen Domian hat mit seiner öffentlichen Facebook-Kritik an Martin Lohmann einen Nerv getroffen.

Text: W&V Redaktion

- 13 Kommentare

Über 55.000 Likes, 6000 Mal geteilt und mehr als 3300 Kommentare: WDR-Moderator Jürgen Domian hat mit seiner öffentlichen Facebook-Kritik an Martin Lohmann einen Nerv getroffen. Sein am späten Mittwochabend gepostete Abrechnung mit dem fundamental-katholischen Journalisten sorgt im Social Web für Furore. "Ihr Lieben, ich möchte eine Lanze für Günther Jauch brechen!" - so beginnt Domians Text, der sich auf Lohmanns jüngsten Talkshow-Auftritt bei Markus Lanz bezieht. Dort hatte sich der Journalist und Berater ("Lohmann Media Consult") über seinen vorherigen Talk-Gastgeber Günther Jauch beklagt. Der habe in unzulässiger Weise Lohmanns Tochter erwähnt, als es um das Thema Abtreibung nach einer Vergewaltigung ging. Jauchs Frage, wie der erklärte Abtreibungsgegner Lohmann reagieren würde, wenn seine eigene Tochter Opfer wäre, ist in Lohmanns Augen "übergriffig".

An diesem Punkt rastete Domian vor dem Bildschirm aus: "Was für ein Bullshit!", schreibt er auf seiner Facebook-Seite. "Ich finde die Frage von Jauch absolut korrekt, ich hätte sie ganz genauso gestellt. Wer solche menschen- und frauenverachtende Thesen vertritt, muss eine so klare und naheliegende Frage aushalten können". Lohmann trägt auch wegen seiner Einstellung zur Homosexualität den Spitznamen "Martinollah Lohmanneni". Die Neigung zum gleichen Geschlecht ist in der Lohmann-Logik zwar keine Sünde an sich - sie darf aber nicht ausgelebt werden. Man dürfte "solche Leute nicht unkommentiert durch die Talk-Shows tingeln lassen", findet Domian und endet mit einem öffentlichen Aufruf an den Kollegen Jauch: "Bravo....Sie haben es am Sonntag genau richtig gemacht. Und lassen Sie sich von diesem Mann und seinem missionarischen Durchfall nicht beeindrucken".

Trotz seiner extremen Positionen gilt Lohmann als in der Medienbranche bestens vernetzt. Seinen Lehrauftrag an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation hat er zwar verloren, aber er gehört immer noch dem Kuratorium der Privat-Hochschule an. Dort sitzt er u.a. neben ProSiebenSat.1-Vorstand Andreas Bartl und dem früheren BLM-Chef Wolf-Dieter Ring. Mit Markus Lanz hat er sich bis Mittwochabend offenbar geduzt - dann ging der ZDF-Moderator demonstrativ und vor laufenden Kameras zum "Sie" über. Martin Lohmann war 1998 bis 2004 Chefredakteur der "Rhein-Zeitung" in Koblenz. Er moderierte Talkrunden im Bayerischen Rundfunk, schreibt Kolumnen für "Bild" und leitet seit 2012 den katholischen Sender K-TV.


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W&V Redaktion
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13 Kommentare

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Anonymous User 13. Februar 2013

Der Standpunkt von Herrn Lohmann ist absolut valide, denn es geht um die Frage, ob ein Leben, das unter schrecklichen Umständen entstanden ist, das Recht auf Leben hat oder nicht -oder ob das Leben des Opfers in diesem Fall über dem Leben des ungeborenen Lebens steht. Zu sagen, dass man das Leben prinzipiell über den Tod stellt und eine lebensbejahende Einstellung vertritt ist völlig in Ordnung. Es ist und bleibt eine persönliche Einzelfallentscheidung, die jede Betroffene selbst verantworten muss (was ja auch so klar gestellt wurde). Herrn Lohmann hier als radikal oder Fundi hinzustellen geht völlig an der eigentlichen Frage vorbei. Ihn zu verunglimpfen oder als Frauenhasser darzustellen ist absolut niveaulos; es geht hier nicht um Herrn Lohmann, sondern um euer Leben und eure Entscheidungen. Wenn man nicht Christ ist, dann sollte man die Meinung des anderen zumindest respektieren und das vermisse ich bei dieser Diskussion gerade. Herr L. hat sich an Menschen des christlichen Glaubens gewandt, was aber nicht bedeutet, das jeder andere dadurch automatisch einen "Freischein" hat. Es ist sehr bedenklich, wenn Meinungen, die nicht zum "Mainstream" passen nicht mehr öffentlich geäußert werden dürfen.

Anonymous User 13. Februar 2013

Der Standpunkt von Herrn Lohmann ist absolut valide, denn es geht um die Frage, ob ein Leben, das unter schrecklichen Umständen entstanden ist, das Recht auf Leben hat oder nicht -oder ob das Leben des Opfers in diesem Fall über dem Leben des ungeborenen Lebens steht. Zu sagen, dass man das Leben prinzipiell über den Tod stellt und eine lebensbejahende Einstellung vertritt ist völlig in Ordnung. Es ist und bleibt eine persönliche Einzelfallentscheidung, die jede Betroffene selbst verantworten muss (was ja auch so klar gestellt wurde). Herrn Lohmann hier als radikal oder Fundi hinzustellen geht völlig an der eigentlichen Frage vorbei. Ihn zu verunglimpfen oder als Frauenhasser darzustellen ist absolut niveaulos; es geht hier nicht um Herrn Lohmann, sondern um euer Leben und eure Entscheidungen. Wenn man nicht Christ ist, dann sollte man die Meinung des anderen zumindest respektieren und das vermisse ich bei dieser Diskussion gerade. Herr L. hat sich an Menschen des christlichen Glaubens gewandt, was aber nicht bedeutet, das jeder andere dadurch automatisch einen "Freischein" hat. Es ist sehr bedenklich, wenn Meinungen, die nicht zum "Mainstream" passen nicht mehr öffentlich geäußert werden dürfen.

Anonymous User 8. Februar 2013

Es gibt keine Evidenz für die Auslöschung von befruchteten menschlichen Eizellen. Ansonsten müsste man auch Weihrauch und den daraus resultierenden Feinstaub verbieten. Dort gibt es weniger Sicherheit, als bei der zahlreich untersuchten Pille-Nach-Präparaten (siehe die unten zitierte chilenische Studie und die Entscheidung der FDA, Nidation (Implantation) als Nebenwirkung zu streichen). Lohmann und Co. halten das Fernsehpublikum zum bigotten Narren.

Sehr viel mehr Leben könnte die rkk retten, wenn sie nicht Kondome verbieten würde. Auf der Südhalbkugel vernichtet dieses dumme Dogma zahlreiche Menschenleben und zerstört Familen, wo die Großeltern ihre Enkelkinder aufziehen müssen, weil die Eltern an der HIVirus-Erkrankung verstorben sind.

Auszug aus der New York Times, Buch Research, vom 6. Juni 2012:
http://www.nytimes.com/2012/06/06/health/research/morning-after-pills-dont-block-implantation-science-suggests.html?pagewanted=all&_r=0

»None who took the drug before ovulation became pregnant, underscoring how Plan B delays ovulation. Women who had ovulated became pregnant at the same rate as if they had taken no drug at all. In those cases, there were no difficulties with implantation, said one of the researchers, Gabriela Noé, at the Instituto Chileno de Medicina Reproductiva in Santiago. Dr. Blithe of the N.I.H., said, “No one can say that it works to inhibit implantation based on these data.”

The Evidence Grows

In 2009-10, during discussions about making Plan B available over the counter for all ages, the manufacturer, Teva Pharmaceuticals, again asked that implantation be deleted from the label. The F.D.A. again declined. Valerie Mulligan, Teva’s senior director of regulatory affairs, declined to discuss conversations about Plan B, but said, “There is quite a lot of evidence now that it doesn’t affect implantation.”

By this year, the International Federation of Gynecology and Obstetrics considered the research so strong that it issued a statement saying that pills with Plan B’s active ingredient “do not inhibit implantation.”

Research on Ella, approved in 2010, is less extensive, but the F.D.A., Dr. Blithe, and others say evidence increasingly suggests it does not derail implantation, citing, among other things, several studies in which women became pregnant when taking Ella after ovulating. The studies, focused on Ella’s effectiveness, were not designed to determine if it blocked implantation, but experts still consider them significant.

Dr. Trussell of Princeton said that if morning-after pills worked after eggs were fertilized, they would prevent pregnancy better than they do. The pregnancy prevention rates are probably lower than scientists and pill makers originally thought, he said — in some studies as low as 52 percent for Plan B and 62 percent for Ella.

By contrast, scientists say, research suggests that the only other officially approved form of emergency contraception, the copper intrauterine device (also a daily birth control method), can work to prevent pregnancy after an egg has been fertilized.

Despite the accumulating evidence, several abortion opponents said they remain unpersuaded. Dr. Harrison, director of research and public policy for the American Association of Pro-life Obstetricians and Gynecologists, said that the Plan B studies were led by “a good researcher,” but that she would prefer a study with more women and more documentation of when in their cycles they took Plan B. She added that if the studies done so far are correct, Plan B’s label should say it is ineffective after ovulation.

With Ella, Dr. Harrison cited a document from the European Medicines Agency (similar to the F.D.A.) and animal studies that she said suggest the lining of the uterus could be altered. Dr. Blithe said that the European document did not demonstrate that effect, and that the animal results were not analogous to human experience, partly because the doses were higher.

So far, in only one human study have researchers suggested that Ella’s active ingredient might thin the lining in doses higher than the dose in an Ella pill. But Dr. Blithe said that study, conducted by researchers at her agency, the N.I.H., produced results too unclear or insignificant to show that effect. Most human studies suggest otherwise, she said.

Dr. Harrison also cited similarities between Ella’s active ingredient and RU-486. But Dr. Anita L. Nelson, a professor of obstetrics and gynecology at University of California, Los Angeles, said RU-486’s ingredient is given in a dose up to 20 times higher than Ella’s ingredient and is taken when women are up to seven weeks pregnant, long after the egg has implanted.

Steps by government agencies or medical Web sites to revise language about implantation are already causing controversy. Recently, some abortion opponents criticized two agencies of the Department of Health and Human Services for online fact sheets that omit an implantation effect or say that science undermines it.

A department spokesman explained the fact sheets, saying “the public should have access to the most accurate and up-to-date scientific information available on matters of preventative health, including contraception.”

Critics said they wondered if scientists and government agencies were debunking an implantation effect because they support abortion rights. Jonathan Imbody, vice president of government relations for the Christian Medical Association, wrote on LifeNews.com, that the fact sheets contradict Plan B’s abortion-inducing nature and raise questions about “whether ideological considerations are driving these decisions.”«

Anonymous User 8. Februar 2013

Herr Lohmann ist in seiner Kopfwelt gefangen und zum scharfen Rethoriker mutiert. Was alles muß er in der Kindheit von Dogmen so tief verinnerlicht haben, dass alles Mitgefühl so auf der Strecke geblieben ist!!?? Seine erläuterten Standpunkte erinnern stark an Rabulistik, von Jesuiten entwickelt und der Gehirnwäsche zu geordnet. Herr Lohmann fordert anerkennung seiner Meinung mit Recht, doch wiederspricht er sich selber unentwegt und läßt keine andere Ansicht, die seinen Horizont erweitern könnte, zu! Traurig für ihn und seine seelisch geistige Entwicklung, die absolut erstarrt ist. So hat kein Gott den Menschen "gedacht" und gefühlt! Mensch gemachte Dogmen der Kath. Kirche sind ein Wiederspruch in sich selbst.Wenn Gott allmächtig sein soll ist er Macht und braucht sie daher gegen "seine Schöpfung" nicht in Strafgerichten aus zu üben. Er wäre gütig sich und uns gegenüber, seiner Schöpfung und würde erkennen, dass diese fehlerhaft war..... Wenn der Zuschauer sich selber ernst nimmt wird er einem dogmatisch erstarrten Menschen wohl seine Ansicht anbieten, ihn jedoch nie niveaulos beleidigen.

Anonymous User 7. Februar 2013

Wie bezeichnend, dass es immer wieder Männer sind, die sich zu Richtern über Leben und Tod und vor allem über die Entscheidungsfreiheit von Frauen in Situationen, die sie gar nicht persönlich kennen, aufschwingen! So sind wir auf dem Weg zu einer katholischen Sharia!

Anonymous User 7. Februar 2013

Unfassbar, dass diesem Frauenfeind Lohmann überhaupt eine Bühne geboten wird.
Kann man so einem eigentlich nicht das Sorgerecht entziehen? Der Tochter gehört mein Mitgefühl.

Anonymous User 7. Februar 2013

"Schon schlimm das man derartig beschimpft wird wenn man die offizielle Meinung des Vatikan vertritt" (Zitat "Benni").

Ach, mir war nicht bekannt, dass der Vatikan so richtig und offiziell Gewalt gegen Frauen billigt oder gar befürwortet. Ist mir dann mehr als recht, dass dem Katholenverein die Mitglieder weglaufen...

Anonymous User 7. Februar 2013

@ benni ... ernsthaft ?!

oder nur ein ziemlicher schlecht gestalteter versuch ein wenig zu trollen ?

Anonymous User 7. Februar 2013

Schon schlimm das man derartig beschimpft wird wenn man die offizielle Meinung des Vatikan vertritt und sich seinen Glauben bewahrt. Das einzige was pervers ist sind Tötungen ungeborener Kinder, aber naja, manchen Frauen passt ein Kind wohl gerade nicht und deshalb wird es ja wohl okay sein dem Kind den Kopf in der Mutter abzutrennen und separat per Zange herauszuziehen.

Anonymous User 7. Februar 2013

Ein unerträglicher Auftritt des selbsternannten Moralwächters. Man muß aber zu seiner Verteidigung sagen, daß er selbst Opfer einer faschistoiden Gehirnwäsche, sprich religiöse Erziehung, ist. Bin selbst katholisch erzogen worden und weiß, wovon ich rede. Gesunder Menschenverstand und Aufklärung bleiben auf der Strecke, wenn Kinderseelen von perfiden Bauernfängern manipuliert werden, die sich mt einem System aus Angst, Sünde, Schuld und Vergebung.ihre Macht sichern. Das gilt für alle Religionen, auch "Staatsreligionen" wie Kommunismus und Faschismus, die ja auch mit den selben Mitteln arbeiten. Daß linientreue Schäfchen zuweilen zu menschenverachtenden Kreaturen mutieren, heißen sie nun Lohmann, Goebbels oder Mielke, ist die logische Konsequenz. Alle Organisationen, denen die freie Entfaltung des Individuums ein Dorn im Auge ist, sollten vom Verfassungsschutz an der kurzen Leine gehalten und nicht noch mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden.

Anonymous User 7. Februar 2013

@Guido Augustin Guter Lesetipp und einen interessanten Twitter-Domkapitular haben Sie in Mainz. Dankeschön für den Hinweis!

Anonymous User 7. Februar 2013

Da sieht man mal, wie weit man mit entsprechender Reichweite kommen kann. Mein Blogbeitrag zum Thema hat immerhin zu einer anregenden Diskussion mit einem Mainzer Domkapitular über Twitter, Facebook und den Blog geführt ;o)
http://www.fokus-erfolg.de/gunther-jauch-und-der-publizist-des-teufels/

Anonymous User 7. Februar 2013

Uff harter Stoff und wieso wird so ein Typ noch eingeladen? Ist für mich ein Radikaler ebenso wie die radikalen Muslime.

Das sich GJ auf seine Tochter bezieht ist absolut legitim er äußert sich ja auch über andere Menschen.
RW

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