Offener Brief von Digitalchef Christian Meyer :
Müller Milch rechnet mit Dmexco und Digital-Hype ab

Christian Meyer verantwortet bei Müller Milch einen rund 100 Millionen Euro schweren Werbeetat. Und er fühlt sich von der Dmexco und vom "selbstverliebten" deutschen Digitalzirkus gerade extrem genervt. W&V dokumentiert seinen offenen Brief an Agenturen und Vermarkter.

Text: W&V Leserautor

01. Sep. 2016 - 73 Kommentare

Christian Meyer ist Media- und Digitalverantwortlicher bei der Theo Müller Gruppe.
Christian Meyer ist Media- und Digitalverantwortlicher bei der Theo Müller Gruppe.

Christian Meyer verantwortet als Senior Media Manager Europe und Head of Digital bei der Theo Müller Gruppe einen rund 100 Millionen Euro schweren Werbeetat. Und er fühlt sich von der Dmexco und vom "selbstverliebten" deutschen Digitalzirkus gerade ziemlich genervt. W&V dokumentiert seinen offenen Brief an Agenturen und Vermarkter.

Liebe Agenturen und Vermarkter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Dmexco steht an.

In den letzten Tagen sind zahlreiche Einladungen ins Haus geflattert. Einladungen zu "inspirierenden Treffen", "Meinungsaustauschen", "Technologie-Präsentationen" und vor allem – fast ein bisschen Vintage – zu tollen geselligen Events. Ja Mensch! Leider bin ich derzeit auf unbestimmte Zeit verreist. Zumindest, was die Dmexco angeht.

Im Grunde bin ich dabei komplett aligned mit dem Motto der diesjährigen Veranstaltung: "Digital is everything – not every thing is digital". Genau, "nichts ersetzt die reale Welt – nichts das persönliche Erlebnis", heißt es von den Machern der Messe. Vielen Dank für den Reminder, ich bin dann mal weg.

Die Zeiten, in denen ich meine berufliche und private Planung in chirurgischer Präzision um die Dmexco herum gebaut habe, sind vorbei.

Digital is everything? No, it's not. 

Ja, ich bin vom Glauben abgefallen. Das Credo, die Dmexco – oder besser irgendeiner der Aussteller – würde unser Business endlich voranbringen, ist verstummt. Ohne "digital" geht nichts mehr? Aha. Da haben wir bei Müller aber mächtig Sahne, dass wir es ohne 20 Prozent Digitalshare soweit gebracht haben. Digital is everything? No, it's not. Gute Kommunikation is everything for every thing! Und die beginnt bitte schön immer noch mit einer guten Idee, gefolgt von einer guten Kreation und endet mit einem guten Mediaplan. Daran hat sich auch im digitalen Zeitalter nichts geändert.

Ich erspare mir dieses Jahr das Geschwafel von "data drives value" oder wie "my customer engagement meinen company value increasen kann". Was meinen "company value" tatsächlich voranbringt? Die eingesparten Reisekosten.

Rock 'n' Roll ist das schon lange nicht mehr

Das einzige, was die Dmexco bei mir seit Jahren vorantreibt, ist ein böser Hang-over am Morgen nach der Party bei den "Online Marketing Popstars". Rock 'n' Roll ist das schon lange nicht mehr. Eher Fahrstuhlmusik. Ansonsten bleibt da nicht viel. Außer dem Unbehagen mit Blick auf die wirklich wichtigen Dinge, die man alternativ hätte unternehmen können.

Sollte nun der Eindruck entstanden sein, es ginge hier um ein weiteres pauschales Agentur-, Vermarkter-, Kollegen- oder Digital-Bashing: Das ist nicht meine Intention. Noch weniger diskreditiere ich die geschätzten Kollegen und Kolleginnen in den verschiedenen Gremien, allen voran dem OWM, für ihren unermüdlichen und wertvollen Einsatz, sich der Probleme in der digitalen Medialandschaft anzunehmen! Und ich stelle auch nicht in Frage, dass einige Marken – meistens die üblichen Verdächtigen – gute Erfahrungen machen. Die Frage ist doch, was eine gute Erfahrung ist, sprich: Woran messe ich gute Erfahrungen? Das muss jeder für sich entscheiden.

Wir sind nicht Mitglied im Club der digitalen Big Spender

Wir bei Müller machen nach unseren Qualitätsmaßstäben keine guten Erfahrungen. Deshalb sind wir nicht Mitglied im Club der digitalen Big Spender. Stimmt schon, wir können echt manchmal schwierig sein und man kann uns bestimmt auch so manches nachsagen. Aber Ignoranz oder chronische Verweigerungshaltung gehören nicht zu unseren Assets. Die bisherigen Strategien und Konzepte haben uns – mal euphemistisch ausgedrückt – bisher nicht überzeugen können, oder hätten, schlimmer noch, nachweislich den "company value decreast". Ja genau, de-creast. Gutes Mediabudget vernichtet. Frag' doch mal die Agentur oder den Vermarkter, ob sie sich am Erfolg messen lassen möchten. Sehr erhellend. Sich mit dem Kunden das Risiko bei Dienstleistungen und Produkten, deren Wirkungsnachweis häufig noch zu erbringen ist, teilen? Och nöööö du. Der Glaube ans eigene Produkt gone with the wind.

Da ist es doch erfrischend zu lesen, dass der größte Werbekunde der Welt dann mittlerweile auch erkannt hat, dass Targeting nicht funktioniert. Ja was bitte hat denn da so lange gedauert? Spannend in diesem Zusammenhang auch die Frage, wie eine Abverkaufsconversion von Facebook Ads für einen FMCGler ohne POS im Internet seriös und isoliert gemessen werden kann. Hände hoch, wer das Rezept kennt. Niemand? Komisch.

Das Geheule um das digitale "Bordell"

Und es wird noch besser: Kaum reklamiert P&G das Targeting, merkt bereits der erste schlaue Strategieberater an, Streuverluste seien häufig Streugewinne. Hoppla, das ging jetzt ein wenig schnell. Bedeutet das etwa, die bisher bezahlten Targetingaufschläge dienten nicht der Minimierung von Streuverlusten, sondern der Maximierung der Streugewinne? Ernsthaft?

Seit Jahren ist das Geheule um das digitale "Bordell", mit seinen regelmäßig beklagten, vermeintlich mafiösen Strukturen, dem ganzen angeblichen Lug und Betrug, groß. "Heul' leise, Chantal", sage ich nur. Seit Jahren wird geredet, gefachsimpelt und beim zehnten Vodka Tonic stellt dann auch der ein oder andere vermeintlich überzeugte Digitalmacher und -entscheider fest, "supergeil" ist "everything" dann doch nicht. Vielleicht sind diese "Rockstar-", sorry: Popstar-Gelage doch nicht so schlecht. Schade, möchte sich doch in der Regel am nächsten Morgen keiner mehr so recht erinnern. Und so geht die Party Jahr für Jahr weiter. Täglich grüßt das Murmeltier.

Immer und immer wieder das gleiche Gewäsch

Seit Jahren ähneln sich die Themen. Immer und immer wieder das gleiche Gewäsch: 2013 – "Turning Visions into reality", gähn. 2014 – "Entering new Dimensions", würg. 2015 – "Bridging Worlds", ich möchte von der Brücke kotzen. Jetzt wo ich es so schreibe, das Motto 2013 klang tatsächlich vielversprechend.

Dabei könnte das Motto so einfach sein: "Digital is everything? – Is every banner visible?" Mir fällt da bestimmt auch noch was Passendes zum Social-Media-"Bordell" ein, das seit neustem ja Influencer Marketing heißt. Wie wäre es mal mit einem zielführenden und ehrlichen Motto? Die hunderttausenden von Manntagen, die voll creative dafür aufgewendet werden, sich zu überlegen, wie man für die Messe die Fahrstuhlmusik zur Rockhymne pimpt, ohne dass es einer merken soll, könnte man auch für echte Inhalte verwenden. Ein Motto muss her, das alle verpflichten würde, mehr als nur Lippenbekenntnisse abzugeben. Bestenfalls würde es dazu führen, dass der ein oder andere Sandburgenbauer, Verzeihung, selbsternannte Marktführer, sich Sorgen um sein Geschäftsmodell machen müsste. Eine erfrischende Vorstellung.

Hatten wir doch alles schon, mag man jetzt denken. Und wir reden doch schon seit Jahren über 50:1 und 80:1 etc etc. By the way, meines Erachtens sowieso der völlig falsche Ansatz. In Print würde sich ja auch keiner auf die Diskussion einlassen, zu akzeptieren, wenn wir mal die halbe Seite der Anzeige rausreißen. Aber immerhin. Ich weiß, Sichtbarkeit bedeutet auch nicht Sichtbarkeitsdauer und am wenigsten Aufmerksamkeit. Und – Himmel Herrgott, ja! – vergleichen kann man das alles ja auch nicht.

Aber irgendwie werde ich trotzdem das Gefühl nicht los, dass das doch alles irgendwie zusammenhängt. Und überhaupt, wo wir schon dabei sind: Gelten etablierte Planungsstandards in der digitalen Welt nicht? 2,3 GRP in TV zu machen ist Schwachsinn, machste die digital, ist das ok. Reichweite, OTS? Nur für analoge Medien wichtig. "'Türlich, 'türlich, sicher Dicker, 'türlich, 'türlich – alles klar", summt es mir im Kopf.

Selbstverliebte Marketingfuzzis produzieren Schwachsinn

Haben wir ja im Prinzip alles schon durch. Und trotzdem werfen viele Werbekunden gutes Mediageld weiterhin in den digitalen Hochofen. Die Beweggründe kann ich nur erahnen. Ist halt fancy. Oder das Budget muss halt weg. Regelmäßig ist das larmoyante Genörgel vieler Werbekunden groß. Nach Konvergenzwährung. Mehr Qualität. Transparenz. Jahr für Jahr gelobt die Branche Besserung. Jahr für Jahr verändert sich nichts.

Außer, dass es immer schlimmer wird. Da dreht dann jemand immer am Lautstärkeregler im Fahrstuhl. Erst waren es Banner. Dann In-Stream, weil TV angeblich nicht mehr funktioniert. Dann brauchten wir Fans. Interaktion! Plötzlich brauchten wir Mediageld. Weil die Interaktion doch nicht so geil funzt wie versprochen. Und das lag nicht immer nur am Algorithmus. Dann fingen alle an mit – tataaaaaa – Contentmarketing. Das ist jetzt zwar gemein, aber selbstverliebte Marketingfuzzis produzieren, meistens für viel Geld, größtenteils Schwachsinn, der keine Sau interessiert.

Wir haben es auch mal ausprobiert

Ich geb's ja zu: Haben wir auch mal ausprobiert. Machen wir jetzt nicht mehr. Jetzt sind es Influencer. Die wir teils fürstlich dafür bezahlen, dass Sie ihren 5.000.000 Followern, von denen keiner so genau weiß, wer die eigentlich sind, heute noch mal schnell erzählen, wie mega hammer stark der neue Joghurt mit der Ecke schmeckt. Und morgen der Keksriegel. Und übermorgen die Tütensuppe. Very authentic. Woohoo. Swag. Wie blöd sind wir eigentlich?

Sollte jetzt der Eindruck entstanden sein, ich hielte mich selbst für das Maß aller Dinge: Tue ich nicht. Aber ich erkenne gute Ideen. Auch schlechte.

Es ist so klar wie die vorgestern vom Influencer getestete Kloßbrühe: So lange wir nicht beginnen, uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, wir weiterhin – häufig unreflektiert – dem digitalen Wahn verfallen, Agenturen ihrem Beratungsauftrag immer seltener gerecht werden, wir keine ernsthaften und empfindlichen Konsequenzen ziehen, nicht den Mut aufbringen, den desolaten Zuständen der Branche wirklich ernsthaft und nachhaltig den Kampf anzusagen, solange wird sich nichts ändern. Punkt. Bis einer weinen muss, quasi. Oder irgendwann mal das Budget ausgeht oder die Jahr für Jahr dahinschmelzenden TV-Reichweiten (man beachte: Die Reichweiten schmelzen. Die Kosten wachsen) tatsächlich nicht mehr ausreichen.

Bis dahin mache ich mir Gedanken über gute und unique Kommunikation, bei der wir zugegebener Maßen auch schon mal besser waren. Und über eine smarte Kommunikations- und Mediastrategie. Über schlaue TV Ansätze. Plakat, Radio, Kino, Print und ja, auch digital.

In der Südsee, nicht in Köln.

Sonnige Grüße

Christian Meyer, Senior Media Manager Europe/ Head of Digital,  Müller Media & Service AG

Über das Unternehmen und den Autor: 

Die Müller Media & Service AG ist Teil der Unternehmensgruppe Theo Müller. Aufgabe ist es, die Media-Investitionen der Konzerntöchter zu koordinieren und optimieren. Als Senior Media Manager Europe und Head of Digital verantwortet Christian Meyer einen Jahresetat von rund 100 Millionen Euro. 


Autor:

W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.



50 Kommentare

Kommentieren

Anonymous User 18. November 2016

Durch Zufall habe ich diesen Artikel gefunden. Ich war überrascht, so klare Worte hier lesen zu können.

Ich stimme dem Inhalt und der sehr klaren Botschaft von Herrn Meyer zu! Er hat Recht - auch weit über die stattgefundene "Dmexco" hinaus. Wie viele Anrufe, Mailings und Post erreichen uns jeden Tag von sogenannten und selbsternannten Markführern, die unser Business in sämtlichen Kanälen verbessern vorzugeben?! ....teilweise ohne jegliche Kenntnisse von den Märkten der angesprochenen Kunden zu haben? Es wird leider häufig von den allwissenden "Agenturen, Web- und Frontendexperten etc." vergessen, dass auch ein gesunder Mix aus unterschiedlichsten Vertriebs- und Marketingkanälen zum Erfolg führt. Es nervt einfach nur noch, wie sich viele aufspielen. Wie läuft nochmal gleich das Geschäft der "Agenturen, Webexperten und hochspezialisierten Frontendleuten" und wie sie sich alle nennen? Sie bombardieren uns mit Anrufen und versprechen das Blaue von Himmel?! Vielleicht sollten sie auch einmal etwas mehr in den „Omni-Channel Vertrieb“ gehen.

Leider leiden die wirklich guten und seriösen Anbieter, Technologiepartner und Consultinghäuser unter dem Blödsinn der vielen Luftpumpen. Die Alleskönner und selbsternannten Markführer sollten doch einmal selbstkritisch reflektieren was sie sagen, bevor diese täglich hunderte von Entscheidern nerven. Wahrheit und Bescheidenheit tut gut ;)!

Und ebenfalls sehr beschreibend und prägend für die hippen, tollen und trendigen Unternehmen (selbst nach 15 Jahren mittelmäßigem Erfolg immer noch als "Start-up" bezeichnend") sind die doch sehr unhöflichen und vollkommen an einem klaren Statement zum offenen Brief des Herrn Meyer vorbeigegangen Kommentare.

Eine Frage sei erlaubt?! Die Marke Müller und die Produkte der Unternehmensgruppe sind unbekannt? Wohl eher nicht! Diesen Bekanntheitsgrad und überdurchschnittlichen Marktanteile wären ohne ein durchdachtes und solides Marketing- und Vertriebskonzept gelungen?
....ich glaube mehr ist dazu nicht zu sagen.

Nochmals! Herr Meyer, das war ein klares Statement und in jeder Hinsicht nachvollziehbar! Hochachtung für Ihre klaren Worte.

Anonymous User 21. September 2016

Das mußte mal gesagt werden. Danke, Herr Meyer! Die digitale Selbstbefriedigung der Branche hat schon immer genervt, aber derzeit drehen alle durch.

Anonymous User 21. September 2016

"Selbstverliebte Marketingfuzzis produzieren Schwachsinn" hört sich für mich doch sehr nach einer emotional hochgradigen persönlichen Enttäuschung an. Möglicherweise fühlt sich Herr Meyer von den auf der dmexco gezeigten zahlreichen Trends und Innovationen schlichtweg überfordert oder vielleicht wurde Herr Meyer auch einfach nicht zu einer der hippen Partys eingeladen?! So oder so klingt der offene Brief doch sehr beleidigt. Na, dann soll der ach so wichtige 100 Mio. Eur Etat Meyer halt einfach zuhause bleiben! Einen solchen Artikel darüber zu verfassen ist meiner Meinung nach völlig überflüssig!

Anonymous User 15. September 2016

Super, dass endlich mal einer den fancy Facebook-Fuzzies und yelping Youtube-Yodas den Spiegel ihrer oft belanglosen Wichtigtuerei vorhält. Und ihr eigenes Gewäsch auch noch lupenrein im Vollwaschgang bereinigt

Anonymous User 13. September 2016

Zum Glück hat mich endlich ein Chemiegetränkehersteller darauf aufmerksam gemacht, dass ich sinnlos meine Zeit in einer zukunfts- und nutzlosen Branche zubringe. So viel zum gekränkten Stolz, zurück zu den Fakten:
1. Wer zu inkompetent ist, Vertriebsgeschwafel als solches zu erkennen und tatsächlich erwartet, dass eine Gießkannenkampagne in sozialen Medien den Leuten plötzlich Durst auf "Milch"-getränke verschafft, sollte besser seine Selbsteinschätzung und Berufswahl hinterfragen, anstatt einer gesamten Branche Nutzlosigkeit zu unterstellen. Aber gut, schwache Menschen erfinden schwache Ausreden um ihre Minderwertigkeit sich selbst gegenüber nicht anerkennen zu müssen und sich so den unvermeidlichen Weg in die Selbstverbesserung zu versagen.
2. Messbarkeit geht über alles. Wer Werbekonzepte einkauft, ohne Messbarkeit zu garantieren, sollte besser in der Wahrsagerei seine Berater suchen. Auch hier wird die durch Scheitern erwirkte Erkenntnis zum Vorwurf an die gesamte Branche. Meine Kunden bekommen alle Zahlen, ob sie wollen oder nicht. Einfach nur, um solche emotional getriebenen Touretteanfälle wie diesen Artikel zu vermeiden. Auch da gilt wieder: Wer Mist einkauft, sollte sich besser an die eigene Nase fassen.
3. Ich bin auf der DMEXCO um Hände zu schütteln und Wissen zu ergattern. Es ist schon bedauerlich, dass für Herrn Meyer das Besäufnis nach der Messe nicht mehr so hip & hyper ist wie früher (Jetzt bin ich auch ins Buzzwording abgerutscht), aber wer den fehlenden Reiz von übersteigertem Alkoholkonsum auf einer Firmenveranstaltung als Kritikpunkt aufführt, sollte von seinen Vorständen intensiv auf Professionalität und Kompetenz geprüft werden.

Mit besten Grüßen aus der Erwachsenenecke...

Anonymous User 9. September 2016

Die Politik hat ihr Sommertheather, warum nicht auch die Werbebranche? Das ist bestes Popcorn-Kino den Artikel und die Kommentare zu lesen!
Hier werden zwei Themen angesprochen, die den Nerv treffen und über die man diskutieren sollte und muss.

1. Sinn und Unsinn der Dmexco

Was taugt diese Messe? Abgesehen von hier und da ein guter Vortrag, ist die Dmexco nur ein Networking-Event, wo man sich als Werber selbst mal wieder auf die Schulter klopft, alte Bekannte trifft, neue Leute kennen lernt und auf Firmenkosten sich ein paar schöne Tage macht (inkl. der Parties am Abend). Einen wirklichen „Mehrwert“ bietet die Dmexco schon lange nicht mehr.

2. Reflektion der Branche

Hat Hr. Meyer mit seinem offenen Brief Recht? Teilweise…eine Idee, gefolgt von einer guten Umsetzung in den richtigen Kanälen…klar…unterschreib ich sofort.

Bekommt die Werbebranche das hin? Immer weniger. Es wird in der Tat doch eine Sau nach der nächsten durch´s Dorf getrieben…ob die Sau „Content-Marketing“ oder „Influencer-Marketing“ genannt wird ist irrelevant. Mit Allem versucht man irgendwie den Kunden zu überzeugen, dass DAS jetzt der „crazy shit“ ist. Erfolgversprechend? Who the fuck cares?…Es is neu und es bringt Budget. Und ich rede noch nicht einmal von diesen „Social-Media-Propheten“ die durchs Land rennen und ihre „Wahrheiten“ verkünden. Nein Leute, Facebook ist NICHT der Schlüssel zum Erfolg...und weder „Content-Marketing“ noch „Influencer-Marketing“ ist der heilige Gral.

Wenn ich Berichte/Interviews von diesen selbsternannten Experten lese, geht mein Puls nach oben. Es gibt für jeden Sch*** inzwischen „Spezial-Agenturen“, die meinen mit ihren 5%, welche sie zu einer Kampagne beitragen, ihre Daseinsberechtigung rechtfertigen zu können.

Und hinten dran sitzt die Mediaagentur die den Champagner aufmacht, weil sie fleißig Platzierungen verkauft und ihre einstelligen Clickrates noch mit einem „das war doch richtig gut“ feiert. Wundert ihr euch wirklich das Kunden dann so aggro werden?

ABER, und da geb ich „Agenturmensch“ mit seinem Kommentar recht, warum sind denn die meisten Kampagnen so sch***? Eben weil da ein Marketeer meint er/sie hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen und könne Werbung machen. Nein, könnt ihr in der Regel nicht. Ihr kennt im besten Fall ein wenig eure Zielgruppe. Ab und zu kennt ihr auch eure CI (die ihr für den nächsten Störer auch gleich wieder über Bord werft, weil der da so schön "aufmerksamkeitsstark" ist).

Wie oft hab ich schon erlebt wie eine gute Idee, ein gutes Layout oder eine gute Idee zu Beginn mit Feedbacks wie „macht doch hier nochmal einen Störer hin“ und „der Text passt dem Vorstand nicht, bitte SO ändern!“ am Ende in Grund und Boden gestampft wurde. Das hat man doch alles schon erlebt. Und sagen Sie, Herr Meyer, nicht sie sind nicht auch so einer. Die meisten Kunden sind so. Aus Angst, weil sie sich vor ihrem Vorstand rechtfertigen müssen, oder weil sie meinen, sie wüssten wie Werbung funktioniert. Tun sie nicht.

Wo sind denn die Marketeers, die auch mal Vertrauen in ihre Agentur setzen und die einfach mal machen lassen? Welcher Vorstand ist auch mal bereit das Risiko zu gehen? Nein, um Gottes Willen…unsere Aktionäre…unser schönes Mediageld (das sie, Herr Meyer, ja scheinbar sehr sehr gerne haben)…das können wir doch nicht riskieren, damit wir eine Agentur mal einfach machen lassen…also machen wir lieber die Sache mit den Fähnchen…das ist save!

Dazu kommt noch das inzwischen, gerade was die digitale Sparte betrifft, die Meinung vorherrscht Agenturen können gute Ideen so per Fingerschnippen ausspucken. Timings? „Klar, heute Briefing, nächste Woche Ideen plus erste Layouts. Aber bitte nicht so teuer. Wie, ich soll 2 Tage Kreation bezahlen für Ideenfindung? 2 Stunden tun´s doch auch! In 4 Wochen ist dann Launch mit fertiger Microsite, 3 Bannerlinien, und für Facebook brauch ich auch noch ein paar Bilder mit Text…sind ja nur ein paar Zeilen…das geht schnell. Ach ja, das Ganze bitte in 5 Sprachen.“ SO denkt die Mehrzahl der Marketeers heute!

Ich könnte hier jetzt noch stundenlang alles runterbeten, was mir an Menschen wie Ihnen „auf der anderen Seite“ bitter aufstößt…aber diese Themen haben Andere vor mir auch schon mantra-mäßig runtergebetet…Jahr für Jahr und da hat sich auch nichts auf Kundenseite geändert, aber bringt ja nichts. Man müsste mal wieder anfangen back to the roots zu gehen und gute Ideen zu produzieren, um den genervten und übersättigten Werbeempfänger mit guter Werbung zu informieren. Wie Sie, Herr Meyer, eingangs schon sagten:

Gute Idee gefolgt von guter Kreation die durch einen guten Mediaplan in die Welt getragen wird. Mit entsprechender Zeit, Budget und konstruktivem Austausch von beiden Seiten geht das auch.

In diesem Sinne! Grüße in die Südsee!

Anonymous User 7. September 2016

Haha selten so gelacht. Wer mit diesem Menschen schon mal zusammen gearbeitet oder die gleiche Luft geatmet hat, weiß, dass dies nur ein Schrei nach Liebe ist :D

Anonymous User 6. September 2016

Marketing-Manager: "Chef, unsere Organic-Conversion ist um 17% gefallen. Zum Glück hatte ich kurz vorher ein weitreichendes Affiliate-Programm installiert, dadurch konnte ich insgesamt auf 101% Volumen steigern".
--> Augen auf beim Online-Marketing. Der Kunde ist nicht weg, er ist nur woanders. Oder umgekehrt: Es kommen keine neuen Kunden durch Online-Marketing, sie kommen nur durch eine andere Tür.

Anonymous User 6. September 2016

Einer der besten Kommentare zum Thema! Die Magical Mystery Tour des Digitalmarketings - viel Gelaber, noch mehr Buzzwords, Superhype - und nichts dahinter. Like mich am A....

Anonymous User 5. September 2016

Die Einstellung passt doch zu Müller Milch. Das ist doch auch der Grund warum True Smoothies mit kaum Werbe-Etat schon bekannter ist als der kleine Hungersohn :)

Anonymous User 5. September 2016

Ob gegenseitiges Bashing und Verunglimpfungen helfen, bessere Lösungen zu finden, ist fraglich. Viel eher sollte man den teils nicht ganz unberechtigten (wenngleich das nicht für den Tonfall gilt) "Motzer" von Christian Meyer zum Anlass für eine Debatte nehmen, dass alle (Agenturen wie Werbetreibende) in der Branche mal über Ihr Marketingverständnis im Bezug auf den Nutzer (Kunden, Konsumenten) nachdenken - und ob das so noch zeitgemäss ist. Mein Beitrag zu einer konstruktiven Debatte wäre hier: http://bit.ly/wuvmueller

Anonymous User 5. September 2016

Als der alte Müller einen neuen Marketing-Führer suchte, machte er einen Pitch mit ganz vielen schlauen und jungen Bewerbern.
Einer hat ganz besonders konservativ dahergequatscht und wurde dann neuer Head of Everything- der liebe Herr CHRISTIAN MEYER.
Gratuliere!!
Das bei TV-Quoten ein paar tausend Leute, die in vollem Bewusstsein, "gemessen" werden und man daraus dann auf x-Millionen hochrechnet stört den Herrn Müller ebenso wenig. wenn er seine 100 Mio verbläst, wie es den Marketing-Meyer stört. Denn es gibt nichts schlimmeres, als einen gescheiterter Kreations- und Mediaplan, dessen Misserfolg auch noch meßbar ist.
Lasst uns alle Hurra rufen und nieder mit der Digital-Welt.
Am Ende verlieren wir über diese Meßbarkeit sonst noch alle im FMCG unseren Job, dabei ging doch der Verkauf von Müllermilch an der Tankstelle nach dem Spot auf RTL abends komplett durch die Decke...

Anonymous User 4. September 2016

Achja, Herr Müller, haben Sie eigentlich einen Xing oder Facebook Account? Finde Sie nirgends. Braucht man den auf dem Land nicht?

Anonymous User 4. September 2016

Wer ist eigentlich dieser Müller? Machen die auch Smoothies?

Anonymous User 4. September 2016

„Digital is everything ...“

Ja, haben wir schon Bildungsnotstand oder ist das einfach nur das kollektive Mantra einer Szene in Sorge, Ihr Goldeselchen könnte als bloßer Shellskript-Hokuspokus entlarvt werden, um bei Zeiten im Digivana zu verglühen? Nun, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und glauben! Man muss es halt glauben!

Auf die digitale Hysterie folgt die digitale Ernüchterung, soviel ist sicher. Früher oder später wird selbst der letzte Budgetverwalter (kunden- wie agenturseitig) feststellen, dass der uneingeschränkt naive Glaube an die monotheistischen Heilsversprechen der CTR-Dealer sein akquisitorisches Potenzial unweigerlich von der Impression in den AdBlocker treibt.

Darüber hinaus wird das ungenierte, maßlose Tracking bei einem Großteil der User und potenziellen Kunden absehbar auf aktive Gegenwehr stoßen. Privacy matters! Denn die Leute sind eben genau nicht blöd und wenden sich ab, wenn Werbung sie nur mehr verfolgt statt kreativ und glaubwürdig zu informieren, zu motivieren noch besser, sie zu begeistern.

Und ob social, omni, native, content, programmatic oder bla-bläh-buzz ... von Anbeginn und für alle Zeiten gilt: Shit in > Shit out!

Na denn, Cheerio Miss Data! Lassen wir doch die Schein-Selbstständigen GAFA-Groupies, die Akronym-Sachverständigen und Conversion-Junkies, die Targeting-Fetischisten und alle Online-Sternchen in Ruhe lustig Party machen. Same procedure than last year, meine Lieben. Ist vielleicht schon Kater next year.

Anonymous User 4. September 2016

Der beste Beitrag zu einem leidigen und aufgezwungenem Thema, den ich jemals gelesen habe. Vielen Dank! Ich hoffe sehr, dass die derzeit noch geblendeten es irgendwann verstehen.

Anonymous User 3. September 2016

Wirklich hilfreich ist dieser Beitrag wohl nicht. Anstatt "Digital" zu verfluchen und weiterhin das Budget in klassischen Kanälen zu verbrennen, wäre es ratsam sich wieder auf die Grundlage zu besinnen. Nämlich auf den Konsumenten - dem Kunden - mit veränderter Einstellung, Gewohnheiten und Erwartungen. Wenn das Unternehmen nicht auf das Bedürfnis von Nachhaltigkeit, Qualität, Umgang mit Milchbauern, etc. reagiert und sich entsprechend ausrichtet, dann kann noch so viel Werbung (egal in welchem Bereich) nicht helfen.
Content ist auf jeden Fall King! Wer das immer noch nicht umsetzt, muss vor der eigenen Haustüre kehren. Damit meine ich sowohl den Content der im Becher ist als auch in diversen Medien.
Die kreativen Ansprüche der deutschen Werbung sind nett ausgedrückt "verbesserungswürdig". Kein Wunder, wenn einige Kreative behaupten, Sie könnten nicht wirklich kreativ arbeiten. Das gilt sicherlich nicht für alle Kampagnen, aber wo ist der Unterhaltungsanspruch, der im besten Falle Begeisterung hervorruft?

Datengetriebenes Marketing wird hoffentlich irgendwann dazu führen, dass die Flut an Inhalten abnimmt und die Qualität steigt. Dazu muss aber jeder (Unternehmen, Agenturen, Vermarkter, etc.) seine Hausaufgaben machen.

Anonymous User 3. September 2016

@Michael Mangold: Der Verfasser heißt Meyer, nicht Müller. Müller heißt nur das Unternehmen, für das er arbeitet.

Anonymous User 3. September 2016

Danke für den erfrischenden Beitrag Herr Müller.

Anonymous User 2. September 2016

Das Grundproblem des Marketings: Solche offenen, klaren, wahren Worte werden seid Jahr und Tag immer mal wieder von verschiedenen Leuten formuliert. Denen stimme ich - wie auch in diesem Falle - meist zu.
Und? Es ändert sich nichts, ausser das die Marketingfuzzzis von den Vorständen und Finanzern nicht mehr Ernst genommen werden. Zu Recht. Wenn Architekten und Ingenieure so arbeiten würden...
Es wird Zeit, dass Partylöwen und Award-Fetischsten von Marketing-Experten mit substanziellem Wissen abgelöst werden. Aber jede Marke hat die Leute, die es verdient.

Anonymous User 2. September 2016

Der Milchbubi beklagt die Selbstverliebtheit der Digitalbranche – um sie gleich danach mit der eigenen Selbstverliebtheit zu toppen. Der wahre Grund für die Digital-Allergie der Müller Unternehmensgruppe ist indes, dass deren hochdubiose Unternehmenspolitik über Social Media-Kanäle noch mehr in den Fokus rückt und von potentiellen Zielgruppen kritisch diskutiert wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmensgruppe_Theo_Müller#Kritik

Anonymous User 2. September 2016

Als Mediaberater und Ex-Printplaner (mit Faible auch für Radio und Kinokampagnen) erlebe ich es immer wieder, dass die Hinwendung zu Online/Mobile/Social Media auch sehr stark vom Kunden ausgeht. Es ist gerade die Meinung der Kunden, dass die klassischen Kanäle nicht mehr funktionieren würden und man daher jeder "neuen Sau" in den digitalen Medien hinterherlaufen müsse.
Stichwort TV: schaut keiner mehr, wir machen jetzt PreRolls online.
Social Media: wir kommunizieren jetzt mit unserer Zielgruppe auf Facebook, dort sind die Käufer, wenn auch "nur" 30.000 Fans und das für ein FMCG Produkt, welches bei allen Supermarktketten gelistet ist...

Letztendlich kommt es doch auf das Produkt und den Medienmix an. Meistens funktioniert ein Mix aus den digitalen und klassischen Kanälen noch immer am besten und manchmal beträgt der Anteil von Digital am Budget sogar über 20%.

Und nein, ich gehe auch in 2016 nicht zu dmexco.

Anonymous User 2. September 2016

Hmmm einige Dinge stimmen hier vielleicht...ABER "Frag' doch mal die Agentur oder den Vermarkter, ob sie sich am Erfolg messen lassen möchten. Sehr erhellend." So jetzt mal die ernsthafte Frage- Warum sollte ein Vermarkter das Risiko für eine vom Marketingchef verkorksten Kampagne tragen? Seid wann ist der Zeitungsjunge für den redaktionellen Inhalt verantwortlich? Und klar, es wird jedes Jahr eine andre Sau durchs Dorf getrieben. Sind das die Agenturen schuld, oder die Vermarkter oder aber die Marketingleute die bis heute nicht begriffen haben das es ein zielgenaues Targeting und die Garantie das die Kampagne zu 100 % zündet nicht gegeben werden kann. Ein affines Umfeld garantiert, dass die Menschen sich zumindest zu einem Großteil für ein spezielles Thema interessieren. Kleine Redaktionen die diese Themen bespielen müssen bezahlt werden. Nun kommt der Marketingleiter und sagt hmmm viel zu teuer bekomme ich nicht die gleiche Zielgruppe über Targeting und programmatisch und vor allem zu einem Bruchteil der Kosten. Und schwupps irgendeiner wird ihm erklären dass er das kann. Ein guter Marketingentscheider sollte aber hier so gut informiert sein das er weiss was derzeit möglich ist und ob das realistisch ist. Wo bitte kann ich aber soviele Informationen so komprimiert zusammen tragen wie auf einer solchen Messe?
Nun kommt hier noch dazu, dass ich das Gefühl bekomme das es hier nur um Lead generierung, zusätzlichen Absatz etc.. geht. Onlinewerbung macht allerdings auch Marke, das geht ein wenig bei der Diskussion unter und Herr Meyer scheint das auch nicht für wichtig zu halten

Nun Fazit es bleibt dabei „Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist.“

Anonymous User 2. September 2016

Eine klasse Satire (nicht nur) auf die Transformations-Branche, die sich wohl im Nirwana der Disruption verlaufen hat.

Anonymous User 2. September 2016

Oh man...wenn ich schon. Ich hatte ja schon den heftigsten Brechreiz beim lesen dieses Pamphlets aber wirklich kotzen musste ich bei "Der Wake-Up-Call für unsere Branche!" in den Kommentaren.
Jo Jo Jungens. So läufts halt da pimm*lt einer mal groß rum und schon springen welche hinterher.

Liebe W&V darf ich bitte auch nen Artikel veröffentlichen warum das alles Bulls**t ist?
Oder wollen wir lieber nen Artikel veröffentlichen der uns aufzeigt wie Sonneneruptionen sich auf das Kundenverhalten beim Kauf von südvietnamesischen Zwillingsstaubsaugern auswirkt?
Das wäre voll gut!

Anonymous User 2. September 2016

Hier hat vermutlich eine alteingesessene klassische Agentur gute Arbeit geleistet, auch Digital.

Anonymous User 2. September 2016

Dann geh halt weg, kleiner Milchjunge - Spiel mit den anderen Kindern!

Anonymous User 2. September 2016

Und trotzdem : ich scheiß auf diese Molkerei! Genau deswegen : https://de.wikipedia.org/.../Unternehmensgruppe_Theo_M%C3... ein informativer Wiki Artikel ersetzt bei mir komplett einen was weiß ich wie großen Etat. Selbst Schuld Müller!

Anonymous User 2. September 2016

Clickbait oder? Über die dmexco kann viel geschrieben werden - wer es nicht schafft bei der Größe und Informationsauswahl was sinnvolles für sich zu ziehen, darf natürlich fern bleiben und sich in einem sechseitigen Aufsatz drüber beschweren. Und für Müller Milch sollte man sich sowieso nicht einspannen lassen. Nicht zu vergessen, dass laut Bundesverfassungsgericht Müller Milch auch als genmanipulierte Milch zu bezeichnen ist. Da hilfts auch nicht, wenn tolle Werbekreationen wie sprechende Würmer und Vox-Auswanderer einen den Dreck schmackhaft machen sollen.

Anonymous User 2. September 2016

Head of Digital hat gesprochen. Aha. Was für ein Text, was für eine Arroganz. Jegliches Marketing Verstandnis verloren. Kundenorientierung bedeutet KUNDENorientierung. Den letzten Dingsbums mit der Ecke have ich in den 90igern gekauft. Seitedem ist die Marke in meiner Welt nicht mehr sichtbar.

Anonymous User 1. September 2016

Fährt man nicht zur dmexco um Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen? Die Veranstaltungen dienen doch nur als Blocker, die man absagt um sich doch noch mit alten Bekannten zu treffen. Also ich freue mich auf die dmexco.

Anonymous User 1. September 2016

So liest sich das also, wenn man urlaubsreif ist und einem alles zu viel wird. :-)

Anonymous User 1. September 2016

Content Marketing bedeutet natürlich auch, dass ich als Kunde und Verbraucher Mehrwert habe. Schwierig in einer Branche, die im großen und ganzen keine wirklich "gesunden" Produkte anbietet. Von der gezuckerten Milch über süße Joghurts wird es schwer z.B. mit kostenlosen Inhalt rund um das Thema Ernährung quasi gegen sich selbst zu schießen :-)

Aber ernsthaft, irgendwo schon ein wenig zu einfach gemacht. Wenn der Post ernst gemeint ist, passt es voll zu der Milch die im Vergleich zu den früheren Plastikbechern einfach nicht mehr schmeckt :)

Anonymous User 1. September 2016

Mal davon ab, dass die Dmexco wirklich nervt: da hat sich wohl jemand in Rahe geschrieben, ohne die Alternativen zu durchdenken. Vielleicht würden die TV Vermarkter mal die Spotreichweiten veröffentlichen, wenn die BIg Spender hier ähnlich kritisch nachfragten. Aber egal, in ein paar Jahren schaut niemand unter 40 mehr Privat-TV, es gibt ja Netflix. Google steht für 50% des Digitalmarktes ohne Brutto-Netto-Schere, aber Digital ist das Bordell? Und vielleicht sind 20 sec Bannersichtbarkeit von mind. 1 sec doch besser als die vom VDZ gemessenen 2 sec für eine Printanzeige (die angeblich von jedem gesehen wurde, der in dem Heft geblättert hat, also 5-10 Menschen pro verkauftem Exemplar). Ich kann ja verstehen, wenn manchen die Digitalen nerven, aber etwas fundierter darf Kritik dann schon sein.

Anonymous User 1. September 2016

Mein Gott, was für eine Buzzword-Luftpumpe mit Bluthochdruck! Einmal hinsetzen bitte, tief durchatmen, als Erste Hilfe Maßnahme den folgenden Artikel lesen und dann noch mal in Ruhe über den Tourette-Schwall nachdenken, der da vom Stapel gelassen wurde. https://techcrunch.com/2016/08/07/how-google-analytics-ruined-marketing/

Anonymous User 1. September 2016

He, Mister Meyer und Koch...
Fragt doch mal meinen Sohn (17) was Müllermilch ist. Kennt er nicht. Warum? Weil er quasi nur noch online unterwegs ist. Nix Zeitschrift. Nix TV. Und Plakate kann man nicht sehen, wenn man aufs Smartphone schaut. :-) Kommt endlich im 21. Jahrhundert an....

Daddy

Anonymous User 1. September 2016

Müller Milch? No Way. Ich glaube dem Christian Meyer kein Wort. Müller Milch ist nicht gerade bekannt für den Blick in die Zukunft oder bisher in Sachen Innovation besonders hervorgetreten. Ist zwar gut geschrieben, aber dahinter steckt ne Taktik.

Läuft unter Reputation Management. Wie können wir(Müller Milch) in der Branche für etwas Wirbel sorgen? Chef sagt: Schreib doch mal einen Artikel, im hauseigenen Blog oder auf einem anderen trafficstarken Portal, bei dem alle sich so richtig schön aufregen können - ihr Digitalen macht doch den ganzen Tag eh nichts anderes. Ist gut für unser Image in der Branche. Ich verlass mich auf dich.

Was steckt dahinter: Wir (Müller Milch) wollen wieder mehr geliebt werden. Keiner hat uns lieb. Uns steht eigentlich mehr zu. Unsere Produkte verkaufen sich zwar wie warme Semmeln, aber in der Agenturszene und bei den Digitalen , also den Kreativen, sind wir nicht die Helden, die wir gerne wären. Auch einige der eigenen Mitarbeiter sind deswegen schlecht drauf. Also lass es krachen. Bei der nächsten Messe oder beim Kundentermin haben wir dann endlich wieder etwas zu lachen...

Okay, könnte so gewesen sein. Muss aber nicht.

Anonymous User 1. September 2016

Müller, Meyer, Schmidt, wie auch immer. Vllt sollte sich der Herr Media Guru sich besser um die Imagepflege von Müller Milch kümmern, anstatt über die Digitale" Branche herzuziehen.

Anonymous User 1. September 2016

Müller, Meyer, Schmidt, wie auch immer. Vllt sollte sich der Herr Media Guru sich besser um die Imagepflege von Müller Milch kümmern, anstatt über die Digitale" Branche herzuziehen.

Anonymous User 1. September 2016

Ja, genau: Dieses Internet ist ja sowieso nur eine Mode-Erscheinung! Ab morgen lese ich wieder 3-qm großes Papier in der U-Bahn und gucke nur noch lineares Fernsehen. Wie alle anderen, um mich herum.

Anonymous User 1. September 2016

Im Prinzip hat er recht und jeder kritische MKT-Leiter weiß all diese Sachen seit Jahren. In der Werbewelt trifft man nun mal auch auf Blender und Bullshit-Bingo, auch das ist bekannt (pauschal generalisieren würde ich an dieser Stelle nicht). Meine Frage ist: was macht er anders? MM hätte ja wohl das Geld um andere Wege zu gehen, es der Branche "zu zeigen" und neue Maßstäbe zu setzten. Gesehen habe ich davon noch nichts... Also, nicht nur meckern, Butter bei den Fischen ;-)

Anonymous User 1. September 2016

GROSSARTIG

Anonymous User 1. September 2016

Blablablablablablabla...Meckern und andere beschimpfen bringt leider niemanden weiter.
Auch wenn ich zum Teil hier zustimme, macht es keinen Sinn sich hier so hinzustellen, als würden die meisten auf dem Holzweg sein und man selbst hätte die Erleuchtung erlebt.
Ja, es läuft nicht alles, aber wer sagt denn dass TVCs und Plakate noch jemand wahrnimmt, ausser die MaFos derjenigen die dafür bezahlt werden Glanzzahlen zu liefern. Die kommende Generation interessiert sich nicht für euere Produktversprechen und Glossy Plakate die eine glückliche Kuh auf der Weide zeigen. Oma Hertha vertraut da mehr auf das Image eines Deutschen Fabrikats und stellt auch keine Fragen, sie konsumiert und wählt am Ende des Tages die AfD. Sie kennt es ja auch nicht anders. LOL!
Vieles ist Quatsch, Online und ATL. Nichts desto trotz ist eine solch ignorante Haltung auch nicht zielführend und keineswegs hilfreich für die Branche, für die Marken, für die Menschen da draussen die euere Produkte kaufen.
Reflektiert sein und aufrichtig kommunizieren, damit kommen doch die meisten nicht klar und deswegen wird gegen die Agenturen gebasht die versuchen ihre Kunden richtig zu beraten und nicht ja und amen zu allem sagen und dann mit dem Kunden beim Fancy Dinner die teuere Flasche Wein bestellen und davon erzählen dass teurer Wein = gut ist. Vielleicht kommt ihr selbst nicht mit der Wahrheit klar, das wir in einer Welt leben, wo wir eine Informations-Revolution haben und euere Kunden schlauer sind.
Christian: ich trinke mit dir eine Müller Milch auf der Dmexco und zeige dir, dass wir gar nicht so doof sind wie du denkst ;)

Anonymous User 1. September 2016

Ich find ja immer geil, wenn jemand an Banner Viewability rumnörgelt und gleichzeitig seit Jahren TV und Print macht. Da sind nicht mal Kontaktchancen(!) wirklich messbar, da glaubt er vermarkterfinanzierten Wackelstudien.

Mit Zielgruppe Haushaltsführende 18-49 braucht er wirklich kein Targeting, geht aber 80% der Advertiser anders. Da ist Targeting ein funktionierender Segen, sofern die Agentur dir keinen AGOF Mediaplan aufschwatzt, sondern z.B. harte Google, Facebook, Amazon Daten nutzt.

Was pilot wohl dazu sagt?

Anonymous User 1. September 2016

Geiler Text. Volle Zustimmung. Endlich mal einer, der sich nicht von dem ganzen Gedöns blenden lässt und es mit zwei Sätzen auf den Punkt bringt:

"Gute Kommunikation is everything for every thing! Und die beginnt bitte schön immer noch mit einer guten Idee, gefolgt von einer guten Kreation und endet mit einem guten Mediaplan"

Sympathisch und bestimmt ein konstruktiver Kunde (ernst gemeint).

Anonymous User 1. September 2016

Da der Rest irgendwie nur mimimi-Geschwurbel ist hier meine Meinung zur einzigen bemerkenswerten Textpassage:

Das heisst "Digger" und nicht "Dicker". Das ist ein eklatanter unterschied!

Anonymous User 1. September 2016

Blödes BWL-Studenten-Gefasel denkt der Kreative und macht einfach mit der Arbeit weiter.

Anonymous User 1. September 2016

Nun, viel wahres dran. Aber wenn es dann schon so ehrlich ist: Wie wärs denn wenn die Kunden die Visibility dann auch bezahlen? Für 70 cent CPC, weil du weider zu geizig warst einen TKP zu latzen lieber Kunde, können wir dir halt auch nur scheiße liefern.

Also: Immer auch mal an die eigene Nase fassen.

Anonymous User 1. September 2016

Geiler Typ!
Ich frag mich gerade, was er bei so einer Veranstaltung erwartet?
Vielleicht die ultimative Idee. Kostenlos. Bitte sehr auf alle seine Produkte/Marken abgestimmt? Auch als nicht Maß der Dinge, kann Herr M. durchaus erkennen, was gute Ideen sind - bitte also nur diese Vortragen. Aus dem Weg, hier kommt die Theo Müller Gruppe, obacht (ich grübel gerade, was an aktuellen Kampagnen bei mir noch hängen geblieben ist: rtl2 Heimwerkerauswanderer Reimann und .. eh .. ja vor einer Million Jahre das Plastikmonster mit der Ecke)

Aber - wir holen ja zum Rundumschlag aus und prügeln einfach mal auf das "Digitale" an sich. Bei den weiteren Ausführungen ist man geneigt, ein "Bravo! Gib' es den Werbeaffen! Hammer Buzzwords!" zu schmettern - aber, wie war noch mal der Aufhänger?

Ist es vielleicht doch ein weinerliches "Alles was ich bisher abgeknickt habe und horrend viel Geld kostet, bringt nix. Gut, kann an mir liegen, dass ich lieber weichgespühlten Mist will, ausgetretene Pfade betrete oder eben das mache, was alle machen. (Die Links stehen ein paar Kommentare tiefer schon drin) Aber he - die dmexco ist schuld!"

Tja - dann probieren wir es eben in der W&V ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das haben wir noch nicht gemacht. Nun aber. Checked!


Weisste, Herr M - bleib einfach in der Südsee. Geniess die PopRockFahrstuhl Musik - gönn' ich dir.
Aber Bitte! Bitte!! Bitte!!!! - lass' aus deinen Zeilen das Bo raus.

Anonymous User 1. September 2016

Na, was die dmexco betrifft, gebe ich Christian Meyer Recht. Bei der Kommunikation zählt letzendlich nur die Relevanz für den Rezipienten. Egal auf welchem Kanal. Und die Reichweite von TV stirbt langsam aber sicher. Wir werden sehen wo die Reise hingeht. Aber eins ist sicher. Sie wird digital sein.

Diskutieren Sie mit