Sinus-Studie :
Ohne Smartphone geht nichts, ohne Auto schon

Die digitale Mobilität ist den Deutschen wichtiger, als mit dem Auto unterwegs zu sein. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie des Sinus-Instituts anlässlich des "Autofreien Tages" am 22. September.

Text: Belinda Duvinage

Bald leere Straßen? Smartphones sind den Deutschen wichtiger als Autos.
Bald leere Straßen? Smartphones sind den Deutschen wichtiger als Autos.

Die Deutschen können eher auf Autos verzichten als auf Fernsehgeräte, Smartphones oder Bargeld. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Studie des Sinus-Instituts hervor. Demnach können sich 31 Prozent der Deutschen vorstellen, im Alltag auf die Nutzung eines Autos zu verzichten. Nur 21 Prozent allerdings würden im Alltag ihr Smartphone nicht vermissen und 20 Prozent brauchen keinen
keinen Laptop. Anlässlich des jährlichen "Autofreien Tages" selbst, in diesem Jahr am 22. September, kann sich immerhin ein Drittel der Bevölkerung vorstellen, auf das Auto zu verzichten.

Stellenwert des Autos nimmt ab

Der Stellenwert des Autos in Deutschland wird aufgrund des demographischen und soziokulturellen Wandels abnehmen, sagt Sinus-Geschäftsführer Manfred Tautscher. Grund für den zunehmenden Verzicht ist laut den Befragten vor allem die mangelnde Praxistauglichkeit.  Demnach bevorzugen 52 Prozent der Auto-Abstinentler öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing oder Fahrrad. Und genauso vielen ist
Autofahren aufgrund von Kauf, Instandhaltung und Gebrauch zu teuer. Das Schonen der Umwelt spielt immerhin für 47 Prozent eine Rolle, 41 Prozent wollen sich einfach mehr bewegen und 23 Prozent sind von den vielen Staus genervt. Die Skandale der Auto-Industrie (15 Prozent) und die Gefahr im Straßenverkehr (12 Prozent) spielen nur im Hintergrund eine Rolle.

Fahrspaß spielt für Jüngere eine Rolle

Allerdings wollen auch mehr als zwei Drittel der Deutschen nach wie vor nicht auf ein Auto verzichten (69 Prozent). Zeitersparnis, Praktibilität und Komfort werden hier als wichtigste Faktoren genannt. 35 Prozent immerhin begründen ihre Aussage mit dem Spaßfaktor - vor allem bei den Jüngeren steht der Fahrspaß hoch im Kurs (42 Prozent der 18 bis 29-Jährigen).

Grundsätzlich aber zeigen sich die Deutschen offen für alternative Fortbewegungsmittel: 46 Prozent der Deutschen wollen in Zukunft häufiger zu Fuß gehen, 45 Prozent das Fahrrad mehr nutzen und 40 Prozent öfter in Bus und Bahn steigen. 36 Prozent allerdings beabsichtigen, häufiger das eigene Auto zu nutzen.

Die verwendeten Daten beruhen laut dem Sinus Institut für sozialwissenschaftliche Forschung und strategische Marketing- und Kommunikationsberatung auf einer Online-Umfrage, an der 1.007 Personen zwischen dem 29. und 31. August  teilnahmen. Die Ergebnisse sind demnach repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.


Autor:

Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.