Online-Kaufgewohnheiten: Warum am Montag der E-Commerce brummt

Brasilianer machen's am Arbeitsplatz, Engländer und Franzosen am liebsten in Bus und Bahn. In einer Studie untersuchte der Internethändler Rakuten internationale Kaufgewohnheiten im Netz.

Text: Katharina Hannen

E-Commerce ist zum festen Bestandeil unseres Lebens geworden. Ganz egal, was wir brauchen, wie spät es ist und - den Smartphones sei Dank - wo wir uns befinden, es genügen ein paar Klicks, und schon ist das gewünschte Produkt auf dem Weg. Wie sich die Verbraucher beim virtuellen Einkaufen verhalten, hat nun der weltweit drittgrößte Internethändler Rakuten untersucht.

Demnach ist besonders an Montagen der Verkehr auf den Shopping-Webseiten sehr hoch. In den USA, in England und in Deutschland kaufen an diesem Tag viele Menschen per Internet ein. Als Grund führt Rakuten die vom Wochenende angesammelte Müdigkeit an. Spitzenwerte für Frankreich wurden hingegen mittwochs registriert, wenn die kleineren Kinder ihren schulfreien Tag haben und die Eltern daheim auf sie aufpassen. Eine weitere Abweichung zeigt sich in Brasilien: Hier wird größtenteils vom Arbeitsplatz aus online geshoppt. Da viele Brasilianer keinen privaten Internetanschluss haben, nutzen sie die Möglichkeit während der Mittagspause - zwischen 12 und 14 Uhr sind die Werte hier am höchsten.

Weiterhin stellt Rakuten fest, dass in Deutschland der Trend zum Mobile Commerce immer größer wird. Trotzdem finden immer noch viele Einkäufe am heimischen Computer statt. Vor allem in den Abendstunden ist der meiste Traffic zu verzeichnen. Aber auch die Deutschen neigen zu Online-Einkäufen in der Mittagspause, darauf lassen die hohen Messwerte um die Mittagszeit schließen.

Ganz anders sieht es in den Vereinigten Staaten und in England aus, wo die Menschen vermehrt in den Morgenstunden im Netz einkaufen. Als mögliche Begründung nennt Rakuten die Tatsache, dass die Einwohner dieser Länder ihren Arbeitsweg vermehrt mit Bus und Bahn zurücklegen. Auf diese Weise können sie die Fahrzeit nutzen. Dasselbe Phänomen ist in Frankreich zu beobachten, jedoch nicht morgens, sondern am Abend zwischen 18 und 19 Uhr.

Ein anderer wichtiger Aspekt der Untersuchung geht auf den Zusammenhang von Preis und Verweildauer auf der Seite ein. Gerade wenn es sich um kostspielige Produkte handelt, bleibt der Verbraucher deutlich länger. Durchschnittlich 4,4 bis 4,7 Minuten lässt sich der US-Bürger Zeit, bis er sich zum Kauf von Elektronik, Kleidung, Taschen oder Computern entscheidet. Bei günstigen Produkten sind es nur drei Minuten. In gerade einmal 40 Sekunden steht die Entscheidung der Briten beim Kauf von Kleidung und Büchern fest. Überlegen sie, ob sie sich ein Fernsehgerät oder andere teure Artikel zulegen, fehlt diese Spontaneität - sie benötigen im Durchschnitt zwei Minuten. Wieder ist in Brasilien ein auffälliger Unterschied zu erkennen: Hier wird die Kaufentscheidung auch für sehr teure mobile Endgeräte in kurzer Zeit gefällt. Die Brasilianer informieren sich zunächst ausführlich und suchen hinterher gezielt nach dem Produkt mit dem günstigsten Preis - dementsprechend ist die Verweildauer auf den Seiten der Händler sehr gering.