"Hass-Tool" bei Facebook :
Pöbeln lernen mit Renate Künast

Die Grünen-Politikerin Renate Künast reagiert auf die hassvollen Facebook-Kommentare - mit einer Do-it-Yourself-Anleitung für Pöbler.

Text: W&V Redaktion

- 3 Kommentare

Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, werden oftmals in den sozialen Medien angepöbelt. Die Grünen-Politikerin Renate Künast reagiert auf diese hassvollen Kommentare mit einer Do-it-Yourself-Anleitung. Auf ihrer Facebook-Seite stehen unter dem Stichwort "Hass-Tool" jetzt (nicht ernst gemeinte) Vorschläge für Kommentatoren, die ihren Frust ablassen wollen. So rät die Ex-Bundesminsterin zu Sätzen zu greifen, die nur vor Orginalität strotzen: "Noch schlimmer als die Roth!" oder "Dumm wie Brot!". Auch Experten-Tipps wie "Sparen Sie nicht an Ausrufezeichen" düfen nicht fehlen.

In einem Interview mit "Spiegel Online" berichtet die Politikerin, dass nach ihrem Auftritt bei der "ARD"-Sendung "Hart aber fair" am Montag (11. Januar 2016) "von rund dreihundert Kommentaren vielleicht zwei, drei ernstgemeinte dabei" waren. Der Rest: Beleidigungen. Danach haben Künast und ihre Berater entschieden auf diese Weise zu antworten - mit Humor.


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autoren. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.



3 Kommentare

Kommentieren

Anonymous User 15. Januar 2016

Man muss nicht mit Frau Künasts Politik einverstanden sein, aber wer glaubt, dass Demokratie bedeutet, "emotional" und anonym seine Hasstiraden und Morddrohungen loszuwerden, hat doch ganz offensichtlich etwas falsch verstanden.

Sorgen sind das eine und vermehren sich auf Grund der aktuellen Lage und Berichterstattung auch sicherlich exponentiell und natürlich müssen diese von den Politikern gehört und beachtet werden - aber wer so "übers Ziel hinausschießen" rechtfertigt, trägt dazu bei, dass die durchaus berechtigten Sorgen nicht mehr ernst genommen werden...

Kleines Beispiel: Was hat die Frisur von Frau Künast mit Politik zu tun? Wer zu solchen Mitteln greift, dessen Kommentar könnte ich auch nicht ernst nehmen... Mit manchem "Inhalt" muss man sich also auch gar nicht beschäftigen, da kann man die Zeit sinnvoller investieren. Mit Spekulationen zu Meinungen der "Mehrheit" oder ob "das Volk" ernstgenommen wird, wäre ich somit vorsichtig.

Anonymous User 15. Januar 2016

Danke Brunobanani,

deinem Kommentar schließe ich mich an.

Die angeblich humorvollen Einlassungen von Frau Künast unterstreichen erneut den zunehmenden Eindruck, dass das Volk von unseren Politikern weder ernst- noch wikrlich wahrgenommen wird. Stattdessen ist die besorgte und verunsicherte Masse "hasserfüllt","xxx-ophob", "populistisch" aber "scharf rechts" in jedem Fall.

Spannenderweise nehmen diese angeblich fehlgeleiteten Menschen außerhalb Deutschlands weiter zu. Was aber die Künasts dieser Republik nicht stört. Dann sind alle anderen eben auch von diesen Phobien befallen und werden verhöhnt.

Ein echtes Demokratie-Trauerspiel.

Anonymous User 15. Januar 2016

Wer derartig 'intelligente Politik' wie Frau Künast macht, braucht sich bitte, bitte nicht wundern, wenn die Mehrheit der Menschen damit nicht einverstanden sind, sich davon nicht repräsentiert fühlen (das sollte bei einem gewählten Volksvertreter aber eigentlich der Fall sein) und das auch zum Ausdruck bringen.
Sicherlich in vielen Fällen auch weit entfernt von sachlich - und das ist sehr schade, aber auch ein wenig verständlich, denn der eine oder andere mag sich tatsächlich ernsthafte Sorgen um die Zukunft unseres Landes machen. Und in einem solchen Fall kann es dann tatsächlich passieren, dass man mal emotional wird. Und - nochmal, ich heisse das nicht gut, aber verstehe es - über's Ziel hinausschiesst.

Was Frau Künast hier aber tut (und wofür sie leider von wuv gefeiert wird), ist vielleicht kreativ und aus PR-Sicht nicht ganz dumm gemacht, INHALTLICH ist es aber unglaublich arrogant und ein sehr klares Zeichen dafür, dass Frau Künast nicht verstanden hat, was eine Demokratie ist und wie das funktioniert.
Anstatt nämlich sich mit dem Feedback der Menschen inhaltlich zu beschäftigen (über deren Zukunft sie nämlich bedauerlicherweise mitentscheidet) und auf deren Bedenken einzugehen, schiebt sie quasi alle miteinander in die Dummheit-Ecke, analog zum Umgang mit Menschen, die nicht ganz so links denken wie sie, die sofort in der Rechts-Ecke landen.

Ach so, ich persönlich wähle übrigens links :-) ...

Diskutieren Sie mit