Bilanz 2016 :
Rocket-Internet-Marken: Das Minus ist kleiner geworden

Die Firmen der Startup-Schmiede Rocket Internet machten jahrelang nur Verluste. Im vergangenen Jahr waren ihre Bilanzen zwar immer noch fast nur rot - aber das Minus ist kleiner geworden.

Text: W&V Redaktion

- keine Kommentare

Drei auf einen Streich: Laut Firmengründer Oliver Samwer sollen drei Rocket-Internet-Beteiligungen 2017 in die schwarzen Zahlen kommen.
Drei auf einen Streich: Laut Firmengründer Oliver Samwer sollen drei Rocket-Internet-Beteiligungen 2017 in die schwarzen Zahlen kommen.

Die Beteiligungen der Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet arbeiten sich allmählich aus den roten Zahlen heraus.

Zumindest beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnten sie den Verlust im vergangenen Jahr zum Teil sehr deutlich reduzieren. Der im Nahen Osten aktive Modehändler Namshi schaffte auf dieser Basis sogar ein kleines Plus von 2,5 Millionen Euro, wie aus am Dienstag veröffentlichten Rocket-Zahlen hervorgeht.

Rocket Internet sieht sich auf Kurs, das Jahr - wie Investoren in Aussicht gestellt - mit drei verlustfreien Beteiligungen beenden. Mitgründer und Chef Oliver Samwer betonte stets, dass im Online-Handel erst mehrere Jahre mit Verlusten durch Investitionen in Wachstum notwendig seien. Doch Anleger verlieren die Geduld mit der Start-up-Schmiede: Die Rocket-Aktie, die nach dem Börsenstart im Herbst 2014 zeitweise mehr als 50 Euro kostete, notierte zuletzt an der Marke von 16 Euro.

Der Kochboxen-Lieferant HelloFresh, der als eine besonders aussichtsreiche Rocket-Beteiligung gilt, konnte den Umsatz mit 597 Millionen Euro nahezu verdoppeln. Der bereinigte EBITDA-Verlust sank dabei leicht von 86,2 auf 82,6 Millionen Euro. Die Firma gilt seit Jahren als Börsenkandidat, ein Anlauf wurde aber bereits abgeblasen - dem Vernehmen nach, weil die Preisvorstellungen zu hoch waren.

Dafür peilt jetzt der Essenszusteller Delivery Hero ("Lieferheld"), an dem Rocket über ein Drittel hält, einen Börsengang an, wie das Unternehmen ebenfalls bekanntgab.

Die Rocket-Dachgesellschaft machte einen Verlust von 741,5 Millionen Euro, mehr als drei Mal so viel wie 2015. Auslöser seien unter anderem Abschreibungen beim Verkauf der Essenszusteller La Nevera Rocha und Pizzabo gewesen, hieß es. Außerdem hatte es schon Anfang des Jahres eine massive Wertberichtigung bei der Global Fashion Group mit mehreren Online-Modehändlern gegeben. Sie konnte im vergangenen Jahr den Umsatz um gut ein Viertel auf etwas über eine Milliarde Euro steigern und senkte den bereinigten EBITDA-Verlust von 217,2 auf knapp 128 Millionen Euro. (dpa)


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autoren. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit