Verbraucherschutz :
Ruf! Nicht! An!: Schluss mit 0900-Sexhotlines

Coitus Interruptus für viele Anbieter von 0900-er-Nummern. Die Bundesnetzagentur zieht einigen Sexhotlines den Stecker - wegen zu hoher versteckter Kosten.

Text: W&V Redaktion

Die Bundesnetzagentur hat zahlreiche Erotik-Telefonnummern mit 0900-er Vorwahl wegen hoher versteckter Kosten für die Anrufer abgeschaltet. Wer bereits eine Rechnung in Händen hält, braucht sie nicht zu bezahlen. Denn sie dürfen von den Telefonanbietern nicht eingetrieben werden, teilte die Aufsichtsbehörde mit. Die Masche der Abzocke basierte auf erotischen Anzeigen in einem Kleinanzeigenportal mit einer Mobilfunknummer.

"Sex ohne Bindung" oder "Affäre mit Niveau" lauteten die verführerischen Online-Porträts. Nur waren die abgebildeten Damen keineswegs telefonisch zu erreichen. "Die Gespräche im Rahmen der (0)900-er Rufnummern zielten darauf ab, den Verbraucher möglichst lange in der Leitung zu halten um hohe Kosten zu generieren. Diese künstliche Warteschleife wurde unter anderem durch das in die Länge gezogene Mitteilen der angeblich privaten Handynummer der weiblichen Person erreicht. Verbraucher führen zudem auch aus, sie seien zusätzlich aufgefordert worden, weitere (0)900-er Rufnummern anzuwählen", erklärte die Bundesnetzagentur.

Das kann ganz schön ins Geld gehen - bei Gesprächsgebühren von teils mehreren Euro pro Minute. "Wo Verbraucher in die Irre geführt werden, schreiten wir ein", sagte Behördenchef Jochen Homann.

am/dpa


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autoren. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.