Augmented Reality :
Snapchat lockt Werbekunden mit neuen Angeboten

Im "Lens Studio" von Snap Inc. sollen Werbungtreibende - und "Normalnutzer" - künftig ihre Filter mit Augmented Reality schnell und unkompliziert selbst erstellen können.

Text: Manuela Pauker

Snapchat lässt Kunden jetzt ihre Filter selbst basteln.
Snapchat lässt Kunden jetzt ihre Filter selbst basteln.

Das kalifornische Unternehmen Snap Inc. baut die Augmented-Reality (AR)-Palette seiner Messenger-App Snapchat aus: Ab sofort gibt es das "Lens Studio", mit dem Entwickler, Kreative, Agenturen und Marken ihre zwei- und dreidimensionalen eigenen AR-Angebote in der App gestalten können. Die Tools sind so konzipiert, dass sie sowohl von Design-Anfängern als auch von Fortgeschrittenen zur Umsetzung ihrer Ideen genutzt werden können.

Nutzer können sowohl sogenannte "Face Lenses", bei denen Selfies bzw. Gesichter mit Filtern überblendet werden, herstellen, als auch "World Lenses", bei denen sich virtuelle Objekte im mit der Kamera erfassten Bildausschnitt in der"„echten Welt" bewegen. Das Komplettangebot steht allerdings nur Werbekunden offen: Sie können mit der Hilfe von sieben Digitalagenturen, den offiziellen "Lens Studio Partners", World und Face Lenses produzieren. Dem regulären Snapchat-Nutzer stehen lediglich die World Lenses zur Verfügung.

Auf Wunsch gibt es Hilfestellung

Die sieben Lens Studio Partner Avatar Labs, Fisherman Labs, Haus, Media Monks, North Kingdom, Trigger Global und Vidmob wurden speziell dafür ausgebildet, den Kunden zur Seite zu stehen. Bisher übernahm dies das Creative Team von Snapchat. Die Erweiterung und die einfachere Abwicklung soll dazu beitragen, die Kunden und Marken stärker für das Thema AR bei Snapchat zu interessieren. Auch der Wegfall des bisherigen Mindestbudgets soll der App helfen, verloren gegangenen Boden gutzumachen.

Die Lens-Studio-Partner von Snapchat

Die Lens-Studio-Partner von Snapchat

Die Herstellung eines Filters soll mit dem Lens Studio künftig nur noch wenige Tage dauern. Kunden könnten daher leichter mehrere Motive für häufigere Wechsel oder für verschiedene Zielgruppen ordern, um so eine stärkere Werbewirkung zu erzielen – das hofft zumindest Snap. Und die Wirkung ist jedenfalls nach Angaben des Unternehmens durchaus gegeben: Kampagnen mit Filtern werden demnach um 19 Prozent stärker wahrgenommen, die Kaufabsicht steige um 15 Prozent.

Insgesamt nutzt rund ein Drittel der rund 70 Millionen starken Snapchat-Gemeinde weltweit an einem Tag Snapchat-Filter. Im Schnitt verbringen die Fans damit täglich drei Minuten. 2017 wurden nach Angaben des Konzerns etwa eine Billion Fotos mit der App geschossen, daraus rund 3,5 Milliarden Snaps produziert.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde


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