Matthias Mörstedt :
Snapchat: The next big thing?

Ständig kommen neue Apps heraus, aber viele in der Marketingbranche befassen sich mit dem jüngsten Hype: Snapchat. Matthias Mörstedt, Technology Director bei McCann, erklärt, ob man auf Snapchat verzichten kann.

Text: W&V Leserautor

18. Mar. 2016 - 19 Kommentare

Snapchat, Periscope, Dubsmash & Co. – die Frequenz neuer Apps hat deutlich zugenommen. Und was bedeutet das für Agenturen und Marken? Matthias Mörstedt, Technology Director der Agentur MRM//McCann, muss sich aus beruflichen Gründen ganz viele Apps anschauen.

Seien Sie beruhigt. Snapchat ist "the next big thing." Die App mit dem kleinen Gespenst ist gerade für eine junge Zielgruppe wahnsinnig im Trend. Sie bildet mit den Stories, den Filtern und ihrer Vergänglichkeit ein neues Lebensgefühl ab. Fotos und kurze Videos können beschriftet werden, Emojis, Filter und virtuelle Masken lassen sich ergänzen und jeder Snap hat nur eine Lebensdauer von 24 Stunden. Zudem lassen sich private Snaps an Freunde verschicken, die wiederum nur einmal angesehen werden können. Snapper können ihre Fotos und Videos zwar speichern, andere aber nur schnell abfotografieren, was verpönt ist. Eine Chronik gibt es nicht.

Für unseren Kunden Maybelline New York ist Top-Model Gigi Hadid gerade zu einer der weltweit erfolgreichsten Snapchatterinnen aufgestiegen. Magazine wie "Vice", "People" und "Cosmopolitan" sind zumindest mit internationalen Präsenzen vertreten, das Unternehmen selber bietet Snaps zu aktuellen Events und themenbezogene Stories wie zum Spring Break in den USA oder der Fashion Week in New York.

Aber Snapchat ist eines der "next big things" und wird Facebook nicht verdrängen, sondern ergänzen. Wir sollten die App also weder über- noch unterschätzen. Für unsere Kunden mit Influencern und Events wie L'Oréal Paris, Maybelline New York oder Opel eröffnet sich ein neues Medium, eine neue Zielgruppe und ein besseres Targeting, aber die App wird nicht für alle Marketer Pflicht sein. Wir rennen nicht allen Trends hinterher oder geben voreilig Geld aus, sondern analysieren erst einmal. Snapchat wird lange bleiben und in Verbindung mit Virtual Reality könnte die App zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Insgesamt sehen wir eine stärkere Fragementierung in Zielgruppen, aber nicht die schnellen Auf- und Abstiege der großen Social Media Plattformen. Und wir sollten Facebook und Co. nicht voreilig beerdigen, zumal viele von bloßen Social-Media–Plattformen zu gigantischen Soft- und Hardwareanbietern gewachsen sind, wie Oculus Rift belegt. Die Facebook-Plattform beispielsweise ist das Aushängeschild eines riesigen, viel umfassenderen Unternehmens. Das nutzen wir als Agentur und empfehlen es auch unseren Marken, um im Leben der Menschen eine Rolle zu spielen.

Deshalb stehen auf meiner Watchlist  derzeit:

Dubsmash - https://www.dubsmash.com

Musical.ly - http://musical.ly

Unmute - http://onunmute.com

Blab - https://blab.im

Schon länger habe ich im Blick:

Periscope - http://www.periscope.com

Meerkat - http://meerkatapp.co

YouNow - https://www.younow.com


Autor:

W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.



19 Kommentare

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Anonymous User 29. März 2016

Oh. Die Argumente gehen aus, der Niveaulimbo setzt ein. Bemitleidenswert.

Anonymous User 24. März 2016

Der einzige Hard Fact die Du gezeigt hast ist: Du bist sehr hart auf dein Kopf gefallen freundchen!

Anonymous User 24. März 2016

Danke für diesen qualifizierten Diskussionsbeitrag. Und sorry für die scheinbar zermürbenden Hard Facts.

Anonymous User 23. März 2016

Ich glaube Mittzwanziger ist so ein super cooler Typ. Hat bestimmt auch einen tollen Job und ganz viele Freunde.... naja das, oder er wohnt noch im Keller beim Eltern und "hatet" gerne Anonym auf verschiedenen Seiten. PAGE Abo Check! Was für ein geiler Typ. Snapchat hat er schon seit 1988!

Anonymous User 21. März 2016

PS: Ich will Facebook & Konsorten auch gar nicht schlecht machen und ja, Stagnation gehört zum Zyklus. Aber wenn ein Technology Director Snapchat als "Trend" bezeichnet, demonstriert das nicht unbedingt Innovationsführerschaft. Der Terminus wäre 2014 angebracht gewesen, aber Stand heute, ist Snapchat ein etablierter Kanal, der Facebook bereits das fürchten lehrt. Nicht umsonst, hat Zuckerberg versucht, sich Snapchat einzuverleiben. Aber ich verstehe ja auch, dass Sie im Sinne Ihres Kollegen/Ihrer Agentur argumentieren müssen. Realitätsfern ist das trotzdem ;-)

Anonymous User 21. März 2016

Gibts auch in n > 2.000:

http://www.statista.com/statistics/199242/social-media-and-networking-sites-used-by-us-teenagers/

Manche wollen die Realität einfach nicht wahrhaben ;-)

Anonymous User 21. März 2016

@Mittzwanziger:

Bei "n=684" habe ich aufgehört zu lesen ... Wie gesagt, einfach mal vernünftige Belege für deine Thesen liefern.

Übrigens, Wachstum und Stagnation von Produkten sind keine neuen Phänomene.

Anonymous User 21. März 2016

Bereits vor über einem halben Jahr hatte Snapchat einen vergleichbaren Stellenwert:

http://marketingland.com/survey-teens-spend-2x-more-time-with-mobile-than-pcs-or-tvs-139775

Und während Snapchat zuletzt stark gewachsen ist, stagnieren die andern eher.

Wie gesagt, habt einfach mal ein Ohr an der Jugend.

Anonymous User 21. März 2016

@Mittzwanziger: Du hast ja bestimmt eindeutige Zahlen, die deine These bzgl. Snapchat, Insta und Facebook belegen - oder ist das nur so ein Gefühl von dir?

Anonymous User 21. März 2016

Ich kann Thomas nur zustimmen: Snapchat ist für die 14-25 Jährigen längst Social Network #1. Insta folgt dahiner, Facebook interessiert die kaum. So einen etablierten Kanal "The next big thing" zu nennen, zeugt nicht unbedingt von Innovationsstärke. Ihr solltet mal häufiger mit jungen Menschen auf der Straße reden anstatt auf Marketingkongressen mit alten Herren zu plaudern.

Anonymous User 18. März 2016

@Thomas, "vor allem hier in Deutschland...." Welche große und bekannte Snapchat Kampagnen kennst du? Kannst du uns weiter helfen und ein Paar nennen. Danke:)

Anonymous User 18. März 2016

@ all: Gestern auf der Allfacebook Marketing Konferenz in München war Snapchat ein großes Thema. Für Marketer ist das kein abgehangenes Thema, denn viele Marken sind dort noch überhaupt nicht aktiv - und viele Verantwortliche sind sich nicht sicher, ob sie sich dort engagieren sollen.

Anonymous User 18. März 2016

Ich muss euch leider den Wind aus den Segeln nehmen. Ich nörgel nicht.
Ich wollte lediglich nur zum Ausdruck bringen wie öde es doch ist, dass immer die gleichen Themen durchgekaut werden und sich keiner wirklich traut in neuen - vielleicht auch bis dato noch unerforschten - Territorien zu graben.

Snapchat wird doch schon längst von unterschiedlichen Lifestyle-, Beauty- und Modebrands zur Platzierung ihrer Produkte eingesetzt. Sei es bei Bloggern, (erfolgreichen) Instagrammern oder Celebrities. Und das nicht nur in den Staaten - sondern vor allem bei uns in Deutschland. Da kann man doch nicht vom "Next Big Thing" sprechen. Oder ist Tinder auch "The Next Big Thing" in Sachen Online-Dating?

Anonymous User 18. März 2016

Lieber Thomas, jetzt wird es ja doch noch konstruktiv und interessant. Ich danke Dir für die beiden Hinweise, die ich noch nicht so gut kenne und werde sie mir gleich anschauen. Und dann befrage ich mal Matthias dazu. Snapchat wird gerade für viele Kunden sehr interessant und wir nutzen das als Agentur auch schon. Für mich persönlich ist es gerade dabei, entdeckt und für Marken diskutiert zu werden, gerade in der Werbefachpresse. Und dazu finde ich den Beitrag sehr cool. Und wenn Du weitere Ideen hast, melde Dich gern. Vielleicht ja auch mal mit einem Leserautoren-Beitrag.

Anonymous User 18. März 2016

Irgendwie gerade passend. Im Internet schreiben die, die was drauf haben und kommentieren die, die nur nörgeln wollen:
http://www.wuv.de/digital/der_typische_fb_kommentator_maennlich_ungebildet_abgebrannt

Anonymous User 18. März 2016

@Jerome: Lieber Jerome, welche Denkanstöße werden denn hier geliefert? Jene, die Snapchat als "Trend" aufweisen? Das ist natürlich in der Tat immens schnell. Wenn wir ehrlich sind, ist der Zug ist doch schon längst abgefahren - und längst Zeit sich "neueren" High-Potentials zu widmen. Was ist mit Yik Yak oder Wishbone? Der Beitrag kommt dann sicherlich Anfang 2017, wenn bereits T3N und FAZ darüber sprachen, oder?

Anonymous User 18. März 2016

@Thomas: der Unterschied zwischen den ewig nörgelnden, destruktiven, anonymen Kommentatoren im Internet und Leuten wie Matthias ist doch, dass sie Denkanstöße liefern, schnell und aktuell Ideen aufgreifen und sich mal positionieren. Insights liefern wir dann tiefgründiger und ausführlicher unseren Kunden. Aber vielen Dank für den Beitrag :)

Anonymous User 18. März 2016

www.blu.bb

Anonymous User 18. März 2016

Nunja, mindestens so "Next Big Thing" wie die Virtual Reality Technologie. Schade, dass ein Technology Director nicht weiterdenkt und wirkliche Insights an neuen potenziellen Hypes bringt, als Themen zu nennen, die schon zig Mal breitgetreten wurden. Aber so ist das nun mal. Director of irgendwas - aber keine visionären Denkanstöße.

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