Schweiz-Import :
Ströer bringt mit Watson intelligent verbreitete News an den Start

Ab April nächsten Jahres soll ein Ableger von Watson.ch das redaktionelle Angebot auf T-Online ergänzen. 

Text: Leif Pellikan

Ströer startet in Deutschland das Entertainment- und Nachrichtenportal Watson.de. Dahinter steckt nicht die künstliche Intelligenz von IBM, sondern das gleichnamige Schweizer Angebot Watson.ch. Ab April 2018 soll es als Lizenzprodukt auch in Deutschland junge Menschen ansprechen. In Summe will Ströer in Berlin 25 Mitarbeiter für das Projekt einstellen, darunter 20 Redakteure und ein eigener Chefredakteur. Zudem übernimmt Ströer die Technik, die die Inhalte mit viel Intelligenz auf verschiedenen Endgeräten mediengerecht und individualisiert distribuiert. 

Das Unterhaltungs- und Newsangebot, das stark auf die eigene App als Kanal setzt, soll die ambitionierten Pläne für T-Online ergänzen. 2015 hatte Ströer das Portal mitsamt der Vermarktung von der Deutschen Telekom gekauft. Hinter der Überlegung mit Watson.de nun eine weitere Marke zu etablieren, steckt die Überlegung, dass die Zielgruppe des Portals T-Online vielleicht doch etwas zu sehr in die Jahre gekommen ist. Seit dem Umzug von Darmstadt nach Berlin und dem personellen Kahlschlag wächst die Redaktion um den ehemaligen Spiegel-Online-Chefredakteur Florian Harms stetig. Ziel lautet, das „digitales Leitmedium“ zu werden. Dafür sollen rund 70 Redakteure sorgen. 

Das Projekt wurde in Zürich 2014 vom Journalisten Hansi Voigt und dem Zeitungsverleger und AZ-Medien-Chef Peter Wanner, ins Leben gerufen. Im Frühjahr 2016 übernahm Sohn Michael Wanner die Geschäftsführung der Watson-Firma Fixxpunkt. Watson.ch ist ausdrücklich auf junge Zielgruppen ausgerichtet. Das Angebot kommt dreieinhalb Jahre nach Start auf 390.000 App-Downloads. In Summe erreichte die Arbeit von etwa 50 Redakteuren im Schweizer Web und über die App zuletzt 9,8 Millionen Visits und 82 Mio. Page-Impression (Net Metrixs, August 2017). Das ist angesichts von 8,4 Millionen Schweizern, davon etwa 70 Prozent deutschsprachig, durchaus ein Erfolg.

In Deutschland kooperiert FixxPunkt von Beginn an mit Spiegel Online. Die beiden Portale tauschen seither Inhalte aus. T-Online-Chefredakteur Harms kennt also den neuen Partner aus alten Tagen. An dieser Zusammenarbeit soll sich nichts ändern, wie FixxPunkt-Geschäftsführer Michael Wanner gegenüber Persönlich.com erklärte. Auch Michael Wanner kennt sich im deutschen Markt sehr gut aus, er war vier Jahre bis Ende 2012 bei Gruner + Jahr, zuletzt als Assistent des damaligen CEO Bernd Buchholz. Ströer war also sicher nicht der einzige potenzielle Partner, mit dem gesprochen wurde. 


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.