Jens Riewa :
"Tagesschau"-Sprecher wirbt für Flugdrohnen

"Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa hat ein neues Spezialgebiet, wie er auf seiner Facebook-Seite schreibt: "fliegende Kamerasysteme auf Multicopter-Basis". Auf Facebook wirbt er dafür. Fraglich ist, ob er darf.

Text: Franziska Mozart

12. Feb. 2013 - 9 Kommentare

"Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa hat ein neues Spezialgebiet, wie er auf seiner Facebook-Seite schreibt: "fliegende Kamerasysteme auf Multicopter-Basis." Offensiv stellt er die Drohne der Firma Rotair zur Schau, zeigt Videos und Bilder der ferngesteuerten Kamera, die es ab 50.000 Euro zu kaufen gibt. In einem YouTube-Video tritt Riewa auch selbst auf und lässt sich von dem unbemannten Flugobjekt filmen. Seine Begeisterung für die fliegende Hardware dürfte nicht ganz uneigennützig sein – immerhin steht er im Impressum der verlinkten Herstellerhomepage.

Unkar ist, inwieweit der für Neutralität stehende "Tagesschau"-Sprecher für ein Unternehmen trommeln darf. Auch, ob Riewas Engagement für Rotair mit dem NDR abgesprochen ist, ist nicht bekannt. Trotz mehrmaliger W&V-Nachfrage haben sich der NDR und Jens Riewa noch nicht dazu geäußert.

Update 16:53
Der Erste Chefredaktuer von ARD-aktuell, Kai Gniffke, hat sich bei W&V Online gemeldet. Hier ist sein Statement:

"Mitglieder des Tagesschau-Sprecherkollegiums machen grundsätzlich keine Werbung. Obgleich sie im Status eines freien Mitarbeiters für ARD-aktuell tätig sind, achten sie generell bei anderen Tätigkeiten darauf, dass das Image der Tagesschau keinen Schaden nimmt. In Zweifelsfällen werden Einzelfragen im Dialog geklärt. Bei dem aktuell von Ihnen angefragten Sachverhalt wird keinerlei Bezug zur Tätigkeit zur Tagesschau hergestellt. Deshalb gibt es aus unserer Sicht hier nichts zu beanstanden."


9 Kommentare

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Anonymous User 13. Februar 2013

Ich finde den Artikel auch nicht sonderlich gut. Da wittert man einen "Skandal", der nun wirklich keiner ist! Jeder, der sich ein wenig mit dem Fliegen beschäftigt, weiss, wie fasziniert man schnell davon sein kann. Und bei Jens Riewa sehe ich das auch genauso. Auch wenn er evtl. an dieser Firma beteiligt ist, so sehe ich es in erster Linie als eine interessante und faszinierende Freizeitbeschäftigung von ihm. Und mal ganz ehrlich: Die Zielgruppe für diese Dienstleistungen ist doch so spezifisch, dass ich dies völlig legitim finde. Wenn er jetzt Werbung für ein Endkundenprodukt machen würde und dies in Bezug zu seiner Tätigkeit bei der Tagesschau stellen würde, wäre es was anderes. Aber das macht er nicht! Das Einzigste, was ich jetzt merkwürdig finde, ist die Tatsache, dass die Seite rotair.de und das Video jetzt auf einmal vom Netz genommen wurden. Man sollte dazu auch stehen dann.

Anonymous User 13. Februar 2013

Und warum ist die Website (www.rotair.de) jetzt "off". Das Video ist auch als "privat" deklariert. Auch bei FB gibt es den Header bzw. den Account aus dem Screenshot nicht mehr.

Der Beitrag gefällt mir im Besonderen extrem gut, da im Hintergrund der Infiniti FX 30 zu sehen ist. Von diesem Auto gibt es in Deutschland geschätzte 20 Zulassungen. Ich fahre selber einen, ebenfalls in weiß.

Und jetzt kommt es: Ich betreibe die Fa. Lufthelden (www.lufthelden.de). Die Lufthelden fotografieren und filmen mittels Drohnen :-)

Scheint am Wagen zu liegen!

Nur mal so ....
Karim Aue

Anonymous User 13. Februar 2013

Inzwischen haben wir auch das Statement vom NDR. Siehe oben.

Anonymous User 12. Februar 2013

Das Vorgehen von W & V / Frau Mozart finde ich vorbildlich.
Unsere ewigen Diskussionen bewirken rein gar nichts.
Wenn jeder nur annähernd soviel Eigeninitiative ergreifen würde, dann hätten wir schon morgen eine bessere Welt und würden nicht jeden Tag immer näher am Abgrund stehen.

Anonymous User 12. Februar 2013

Professioneller Journalismus des Extraklasse! Ist Frau Himmelreich unter Pseudonym zu W&V gewechselt?

Anonymous User 12. Februar 2013

Der Artikel entstand offenbar am 11.2., jenem Tag, als der Papst zurücktrat. Dass an einem solchen Tag NDR&ARD eine Anfrage zu so einem Artikel eher nachrangig behandelt, kapiert selbst meine Oma. WuV scheint es mit Recherche nicht zu haben. Und mit journalistischem Ethos noch viel weniger. Der Artikel liest sich, als wolle da jemand über einen vermeintlich seriösen Veröffentlichungskanal übel mit Dreck schleudern wollen. Retten Sie Ihren Ruf: Nehmen Sie diesen Unsinn aus dem Netz! Und schämen Sie sich. Und dann recherchieren Sie mal vernünftig!

Anonymous User 12. Februar 2013

Man muß auch mal die Kirche im Dorf lassen. Dass ein medienaffiner Mensch Werbung für ein fliegendes Kamerasystem macht, welches dem Zuschauer spektakuläre Bilder liefert, sollte wohl erlaubt sein. Selbst wenn ein eigenes wirtschaftliches Interesse dahinter steht.

Anonymous User 12. Februar 2013

Wenn das so einfach wäre, würde der NDR nicht über einen Tag brauchen, um einen Ansprechpartner zu finden, der was dazu sagt.....

Anonymous User 12. Februar 2013

Die Frage, ob er es darf stellt sich eigentlich nicht. Denn er ist kein Angestellter des NDR/ARD. Und als "Freier" kann er ja eigentlich promoten, wen wer will...

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