Doch Drillisch ist vor allem deswegen attraktiv, weil das Unternehmen mit Telefonica Deutschland einen Deal zur Netzmiete eingegangen ist. Drillisch kann demnach schrittweise bis zu 20 Prozent der Netzkapazitäten des Münchener O2-Betreibers nutzen - und hat eine Option auf weitere zehn Prozent bis 2020. Die Netzmiete war eine Voraussetzung der Aufseher für die milliardenschwere E-Plus-Übernahme durch Telefonica 2014. "Unser Vertrag mit Telefonica zahlt sich immer mehr aus. Er garantiert uns für die nächsten Jahre vollen Zugriff auf die Netztechnologien der neuesten Generation, und das zu sehr guten Konditionen", sagte Drillisch-Chef Vlasios Choulidis.

Gemeinsam haben United Internet und Drillisch mehr als zwölf Millionen Kundenverträge und machten vergangenes Jahr einen Umsatz von über 3,2 Milliarden Euro. Drillisch ist mit seinen Marken Smartmobil sowie Yourfone bekannt und soll eigenständig an der Börse notiert bleiben. Der Abschluss der Transaktion wird - so denn die Kartellwächter mitspielen und auch die Drillisch-Aktionäre zustimmen - bis Ende des Jahres erwartet.

Mit dem Zusammenschluss wird auch die Konkurrenz für den Mobilfunkanbieter Freenet größer, der ebenfalls ohne eigenes Netz Vorleistungen von Netzbetreibern kauft und die Leitungen dann weitervermietet. Mit dem Zusammenschluss von United Internet und Drillisch will Dommermuth auch Kosten im Einkauf bei den Netzbetreibern einsparen. Die Einsparungen durch die Übernahme sollen 2020 bei rund jährlich 150 Millionen liegen und bis 2025 dann auf rund 250 Millionen Euro ansteigen.


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W&V Redaktion
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