Lisa Geiger :
Verführungskünste eines Copywriters: 10 Regeln für viralen Content

"Do this or die": Unter diesem Titel hat Content-Marketing-Talent Lisa Geiger, Redakteurin bei Kircher Burkhardt in Berlin, ihre Regeln für virale Inhalte aufgelistet. Für Skeptiker klingt das alles furchtbar ausgelutscht. Aber wenn es so wäre - warum achten so wenige Texter darauf? Ein Lesetipp.

Text: W&V Leserautor

- 15 Kommentare

Gähnende Textwüsten, durch die blinkende Strohballen aus Werbebannern wehen. So oder so ähnlich sieht es häufig auf Online-Magazinseiten aus. Wer allerdings seinen Traffic ankurbeln und den Leser dauerhaft an die Magazinmarke binden will, sollte sich die Nutzungsgewohnheiten vergegenwärtigen.

Gerade dann, wenn der Leser Zeit für längere Artikel hat, nutzt er bevorzugt Mobilgeräte: Auf dem Weg zu Arbeit und nach Feierabend auf dem Sofa. Das sind auch Lesesituationen, in denen der Nutzer nichts Konkretes sucht, sondern sich von reizvollen Inhalten locken lässt. Dazu kommt der Informations-Overkill im Internet: Welche Inhalte wählt der Nutzer also schließlich, um mit Ihnen kostbare Freizeit zu verbringen?

1. Wir lesen gerne Headlines, die eine Zahl beinhalten, uns direkt ansprechen, Ratgeberinhalte ankündigen und eine Frage beinhalten.

2. Dabei springen wir auf Superlative an.

3. Keep it (nicht unbedingt) short, aber unbedingt simple! Je klarer eine Headline die Inhalte vermittelt, desto besser. Dabei helfen Zahlen.

4. Besonders weibliche Leser können sich der Magie einer Zahl in der Headline nicht entziehen. Männer reagieren dafür stärker auf die direkte Ansprache.

5. Gilt für Tweets und auch Headlines: Aktive Verben und Adverben regen zum Weiterlesen an.

6. Die ultimative Headline-Formel: Zahl + Adjektiv + Keyword + Begründung + Versprechen

7. Wir befinden uns im Artikel. Aus Untersuchungen lernen wir: Viele Leser scrollen erst gar nicht. Die, die es tun, lesen rund 60-80% des Contents. Aber 100% der Leser interessieren sich für Foto- und Video-Content!

8. Wer seine Leser zur Interaktion anregen will (über eine Kommentar- oder Sharingfunktion), muss sie zum Scrollen bringen. 65,7% des Engagements findet unterhalb der Fold statt.

9. Der perfekte Artikel hat:

  • Social Media-Sharing Buttons
  • eine Kommentarfunktion
  • Zitate (möglichst visuell ansprechend aufbereitet)
  • Videos eingebettet
  • durchschnittlich 3,2 Bilder
  • durchschnittlich 9,96 Links
  • eine Headline von 50,7 Zeichen
  • eine nummerierte Liste
  • Ratgeber-Inhalte
  • Antworten auf drängende Fragen der Leser

10. Veröffentliche den Content dann, wenn deine Zielgruppe online ist. Das ist meistens immer vor und nach der Arbeit, also auch am Wochenende. Das gilt auch für das Posten auf Social Networks.

Quelle: Kircher Burkhardt und Lisa Geigers Blog Textschorle.


Autor:

W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.



15 Kommentare

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Anonymous User 25. Juli 2014

Liebe Frau Geiger,
wer's kann betreibt's, wer nicht beschreibt's...

Kann es tatsächlich im Sinne von W&V sein, zukünftigen Content von entsprechenden Programmen erstellen zu lassen? Ihr Schreib-Niveau würde das wahrscheinlich heute schon gestatten. Aber was ist schon ein Arbeitsplatz...

Anonymous User 24. Juli 2014

Head: 08/15 wird zum größten Hype

Copy: Danke für diesen Artikel. Selten so eine Melange aus Binse und
Klugdung gelesen :)

Anonymous User 24. Juli 2014

Viel Blubb mit Soße garniert. Schade um die Zeit. Grafiken 1 und 3 zeigen das Gleiche - nur einmal von links nach rechts und dann noch mal von rechts nach links. Denkt beim redigieren eigentlich jemand nach?

Anonymous User 24. Juli 2014

uuups welche Aufregungen. Offensichtlich wird eins dabei vergessen: die Reaktionen des Lesers und wenn er so reagiert wie das dargestellt ist, dann nützt die ganze Schelte gegenüber Frau Geiger nichts. Warum nicht einfach die Dinge hinnehmen und dann (noch) besser machen?

Anonymous User 24. Juli 2014

Was für eine gequirlte .... Ich erklär euch das Texte schreiben mal richtig, Social Media unb blahblahblah. Ein guter Texter oder Journalist brauch die nachgelaberten Anweisungen von Frau Geiger bestimmt. Die Russen kommen, Facebook übernimmt das Internet und Frau Geiger hat das Texten neu erfunden... So einen Rotz zu veröffentlichen hat mit gutem Content Marketing nichts zu tun. Geh heim!

Anonymous User 23. Juli 2014

Ich hoffe, dass dieser Text während eines der bekannten Geschäfts-Schnapstrinken von Frau Geiger entstanden sind. Nur so wäre dieser pseudo-wissenschaftliche hochlangweilige Buzzword-Fuck zu erklären.

Anonymous User 23. Juli 2014

"meistens immer" :)

Anonymous User 23. Juli 2014

Was fehlt? Die Regel 0: guter Content.
Wenn wir das x-te Mal auf einen Clickbait reinfallen, hinter dem sich keine Sensation, sondern nur wieder ein großer Haufen heißer Luft verbirgt, werden wir den Köder Köder sein lassen.
Und da sind wir dann auch bei der legendären DO THIS OR DIE-Anzeige (wo ist die Zahl?), die hier als Aufmacher genutzt wird:
"No donkey chases the carrot forever. He catches on. And quits.
Unless we change, the tidal wave of consumer indifference will wallop into the mountain of advertising and manufacturing drivel.
That day we die."

Anonymous User 23. Juli 2014

Das Copyright für das Titelbild liegt aber sicher nicht bei Kircher Burckhardt sondern doch eher bei DDB oder? http://hogd.pbworks.com/w/page/18698597/Bob%20Levinson%20DDB%20ad%20Do%20This%20Or%20Die

Anonymous User 23. Juli 2014

Vielleicht wäre es auch ratsam, die gähnenden Textwüsten mit Untersuchungen aus dem deutschen Sprachraum zu belegen... Ich weiß, Englisch ist soooo fancy und es gibt viel mehr "Studien", die man zitieren kann.
Aber es sind in der Tat zwei verschiedene Sprachen und gerade Überlegungen zu Verben und Substantiven wie in #5 lassen sich nicht so direkt übertragen. Im Deutschen werden einfach mehr Substantive verwendet, wo das Englische Verben benutzt oder Substantive zu Verben macht...

Anonymous User 23. Juli 2014

@K.S. Danke für den Hinweis; jetzt ist alles drin.

Anonymous User 23. Juli 2014

Es sind nur 9 Punkte. #5 fehlt. ;-) Und #10 klingt mir nicht plausibel. Wie lautet die Begründung? Unsere Zielgruppe (14-34 J.) beispielsweise ist wochentags zwischen 9-15 Uhr am aktivsten (also wohl eben gerade während der Arbeitszeit) und Posts demnach auch zu dieser Zeit am sinnvollsten.

Anonymous User 23. Juli 2014

die punkte 1-6 sind nicht ausgelutscht, sondern einmalig - schlecht.

Anonymous User 23. Juli 2014

10 fantastische Regeln, um Ihren Content zu 99% so aussehen zu lassen, wie all den anderen Rotz, der im Internet herum schwirrt.

Plus Headlines ala:
"Der Tag fing ganz gewöhnlich an - DOCH WAS DANN GESCHAH, LIESS MEINE NIPPEL GEFRIEREN!" ....

Anonymous User 23. Juli 2014

8tuchng! Ist dies die langweiligste Liste aller Zeiten? Hier zum Video-Content

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