Die Passwort-Vorlieben der Deutschen :
Warum "ficken" das Internet unsicher macht

Ein Blick auf die Top Ten der in Deutschland meistgenutzten Passwörter zeigt: Die meisten Menschen lassen sich von Datendiebstählen nicht beeindrucken.

Text: W&V Redaktion

21. Dec. 2016

Die Deutschen sind bei der Passwort-Wahl nicht sonderlich einfallsreich.
Die Deutschen sind bei der Passwort-Wahl nicht sonderlich einfallsreich.

Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben im Rahmen einer Passwort-Studie rund eine Milliarde Nutzerkonten analysiert und ausgewertet. Die Informatiker bedienten sich dabei an frei verfügbare Daten, die gestohlen wurden und nun im Internet kursieren. Zuletzt hatten unter anderem Yahoo und Linkedin mit Lecks zu kämpfen. Die Deutschen bevorzugen diese Passwörter (Basis: 30 Millionen Nutzerkonten, die als .de-Domain registriert sind).

Die Top Ten deutscher Passwörter (ohne Zahlenkombinationen):

1. hallo

2. passwort         

3. hallo123  

4. schalke04    

5. passwort1                                                                                                                                                          

6. qwertz   

7. arschloch

8. schatz

9. hallo1

10. ficken

Die meist genutzten (mit Zahlenkombinationen):

1. 123456

2. 123456789

3. 12345

4. hallo

5. 1234

6. passwort

7. 12345678

8. hallo123

9. schalke04

10. 1234567

"Wer sein Passwort auf dieser Liste entdeckt, sollte es schnellstmöglich ändern", sagt HPI-Direktor Christoph Meinel. Denn kriminelle Hacker können so ganz einfach auf persönliche Informationen zugreifen. Meinel rät außerdem dringend davon ab, Passwörter für mehrere Accounts zu nutzen. Stattdessen sollte man diese regelmäßig wechseln und sie möglichst generieren lassen, beispielsweise unter Zuhilfenahme von Passwortmanagern.

Das HPI bietet zusätzlich ein Tool an, mit dem Nutzer ihre E-Mail-Adressen überprüfen lassen können: den Identity-Leak-Checker findet man hier. Die Sicherheitsforscher ermöglichen den Abgleich mit mittlerweile mehr als zwei Milliarden gestohlener Identitätsdaten. Bisher haben 2,7 Millionen Menschen den Identity-Leak-Checker genutzt. Bei jeder zehnten Anfrage musste darüber informiert werden, dass die eingegebene E-Mail-Adresse in Verbindung mit anderen persönlichen Daten im Internet offen zugänglich war.


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W&V Redaktion
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