Smartstream.TV:
ProSiebenSat.1 kauft im Programmatic Advertising weiter zu

Nach Virtual Minds nun also Smartstream.TV: ProSiebenSat.1 mischt mit neuen Beteiligungen immer mehr im wachstumsstarken Programmatic-Advertising-Markt mit.

Text: Petra Schwegler

Wo Geld zu holen ist, da engagiert sich ProSiebenSat.1 – und im Moment ist das ganz klar der deutsche Programmatic-Advertising-Markt mit Wachstumsraten von annähernd 50 Prozent pro Jahr. Jetzt erwirbt der Konzern beziehungsweise die Tochter ProSiebenSat.1 Digital die Mehrheit an Smartstream.TV, einer automatisierten Handelsplattform für digitale Bewegtbildwerbung. Bereits seit Ende 2013 hält die Sendergruppe eine Beteiligung von 25 Prozent am Unternehmen, die nun auf 80 Prozent erhöht werden soll. Die Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch.

Laut ProSiebenSat.1 ist Smartstream.TV mit mehr als 300 Millionen Video Views pro Monat "einer der größten Anbieter von Video Advertising-Flächen in Deutschland und Europa". Der zuständige Manager Christian Wegner, Digital-Vorstand der ProSiebenSat.1 Group, hebt hervor, dass Smartstream.TV die jüngste Beteiligung an Virtual Minds bestens ergänze. "Beide Unternehmen passen hervorragend zusammen und machen uns fit für den Wettbewerb im 21. Jahrhundert", so Wegner über die jüngsten Beteiligungen.

Vor einem Monat erst hat sich die Gruppe einen Anteil von 51 Prozent an der Freiburger Firma Virtual Minds gesichert, an der auch United Internet beteiligt ist. Dieses Unternehmen vereint unter seinem Dach bereits ein "umfassendes Advertising-Technologie-Ökosystem" für den automatisierten Werbezeitenverkauf, wie es ProSiebenSat.1 nennt – mit Plattformen wie "Yieldlab" oder "Active Agent".

Alles in allem mischt ProSiebenSat.1 immer stärker in dem Segment mit der "äußerst dynamischen Entwicklung" mit. Schätzungen zufolge werden hierzulande in den kommenden Jahren mehr als die Hälfte des Online-Advertising-Inventars programmatisch verkauft. Zudem rückt mit der Zunahme an smarten und damit internetfähigen TV-Geräten die automatisierte Art der Vermarktung auch für Fernsehwerbung näher. Konkurrent RTL sieht es ähnlich: Die Mutter RTL Group ist im Frühjahr mit 17 Prozent bei der US-Plattform Clypd eingestiegen. Vergangenes Jahr hatte RTL bereits die Mehrheit an SpotXchange übernommen, einer Plattform für automatisierten Echtzeithandel von Video-Inventar.



Petra Schwegler, Redakteurin
Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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