"Radikal anderes" Modell:
Dyson plant eigenes E-Auto

Der Elektromotor ist bereits vorhanden, nun soll ein Team von 400 Mitarbeitern bei Dyson das E-Auto dazu entwickeln. Bis 2020 soll der Dyson vom Band rollen.

Text: Petra Schwegler

Staubsauger, Handtrockner oder auch Klimageräte tragen das Logo von Dyson - und bald auch ein E-Auto.
Staubsauger, Handtrockner oder auch Klimageräte tragen das Logo von Dyson - und bald auch ein E-Auto.

Die vor allem für Staubsauger bekannte britische Firma Dyson will bis zum Jahr 2020 sein erstes eigenes E-Auto auf den Markt gebracht haben. Bis zu 2,3 Milliarden Euro will Firmengründer James Dyson dafür investieren.

Das Fahrzeug werde "radikal anders" als heutige Modelle sein, sagte Dyson dem "Guardian" -  ohne nähere Details zu nennen. Ein Prototyp sei zwar noch nicht gebaut worden, aber ein Elektromotor dafür sei bereits fertig. Außerdem arbeite Dyson an zwei Arten von Batterien, die effizienter als die in bisherigen Elektroautos seien – die Schwachstelle der E-Mobilität.

Mehr als 400 Mitarbeiter sind einer Unternehmensmitteilung zufolge bereits mit der Aufgabe beschäftigt und das Unternehmen heuere "aggressiv" weitere Arbeitskräfte an. Dyson hatte zuvor bereits erklärt, man arbeite an neuen effizienteren Feststoff-Batterien und habe kein Interesse, sie an andere Firmen zu verkaufen.

Wo Dyson den Markt für seine E-Autos sieht

Der 70-Jährige erklärte dem "Guardian", das Fahrzeug werde mit großer Wahrscheinlichkeit in Asien gebaut, auch wenn Großbritannien mit im Rennen sei. "Wir werden das Auto dort produzieren, wo wir die Batterien herstellen." Das Unternehmen sehe einen sehr großen Markt für das Auto in Fernost. Das Fahrzeug werde nicht günstig sein, stellte Dyson klar – nannte aber keine Größenordnung für den Preis.

Die Ankündigung unterstreicht die neue Konkurrenzsituation in der Autoindustrie: Die Elektrofahrzeuge sind technisch einfacher zu bauen und das senkt die traditionell hohe Hürde für den Einstieg auch branchenfremder Wettbewerber.

Der kalifornische Hersteller Tesla demonstrierte in den vergangenen Jahren, wie aus dem Stand eine populäre Marke aufgebaut werden kann, mehrere chinesische Firmen stellten Prototypen vor. Zugleich investieren etablierte Autobauer Milliarden in die Entwicklung eigener Elektromodelle. 

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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