Nach der IAB-Studie aus dem Jahr 2018 ist der Wunsch bei Frauen nach einer Verlängerung der Arbeitszeit über die 1990er und 2000er Jahre größer geworden. Der häufigste Grund für Unterbeschäftigung sei die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Familienangehörigen, erläuterte IAB-Experte Enzo Weber. "Beides hängt üblicherweise an Frauen." Männer mit einem Teilzeit- oder Minijob seien allerdings unzufriedener als Frauen.

Unter den Beschäftigten, die ihr Pensum reduzieren wollen, sind besonders viele Vollzeitkräfte - etwa 1,3 Millionen. Sie waren im Durchschnitt 41,6 Stunden in der Woche im Einsatz und wünschten sich eine Verkürzung um 10,8 Stunden. Dem IAB zufolge haben "Beschäftigte in Berufen mit höherer beruflicher Autonomie" häufiger Schwierigkeiten, ihren Wunsch nach einer kürzeren Arbeitszeit zu verwirklichen.

"Wir brauchen Arbeit, die zum Leben passt", sagte Katja Mast, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Sie verwies auf Vorschläge ihrer Partei für eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege, ein Zeitkonto für jeden Beschäftigten und Zeit für Weiterbildung und Qualifizierung.

dpa


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W&V Redaktion
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