Gleichberechtigung :
Chancengleichheit: Die Deutschen leiden am meisten

Männer und Frauen sind im Job nicht wirklich gleichberechtigt. Ungleichbehandlungen kommen häufig vor. Vor allem auch - im europäischen Vergleich - in Deutschland.

Text: W&V Redaktion

- keine Kommentare

Die Monster-Studie untersucht das Ungleichgewicht von Mann und Frau.
Die Monster-Studie untersucht das Ungleichgewicht von Mann und Frau.

Männer und Frauen sind im Job nicht wirklich gleichberechtigt. Ungleichbehandlungen kommen häufig vor. Vor allem auch - im europäischen Vergleich - in Deutschland. Das ergab die "World of Work"-Studie" des Karriereportals Monster. 43 Prozent edr deutschen Arbeitnehmer sind mit Ungleichbehandlung schon einmal in Berührung gekommen. Jeder Fünfte hat schon eimal eine Ungleichbehandlung aufgrund seines Geschlechts erleben müssen. Knapp ein Drittel davon (32 Prozent) sogar in den letzten zwölf Monaten. Damit liegt Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern vorne. In Frankreich beispielsweise waren nur etwa halb so viele selbst davon betroffen (11 Prozent). W

Bei den Millennials in Europa (also der Altersgruppe zwischen 18-36 Jahren) sind es besonders die Frauen, die hier negative Erfahrungen gemacht haben. Mit 25 Prozent sind sie fast doppelt so häufig betroffen, wie Männer in dieser Altersgruppe (13 Prozent). Im Vergleich mit anderen Ländern Frankreich, Großbritannien und Niederlande sind die Deutschen am skeptischten, was die künftige Gleichberechtigung am Arbeitsplatz betrifft. 27 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „Männer und Frauen werden gleichberechtigter am Arbeitsplatz“ nicht zu. In Großbritannien sind es zum Beispiel nur 15 Prozent.

Insgesamt glauben nur 33 Prozent der Frauen, dass wir gleichberechtigter werden, Männer unterschreiben dies zu 55 Prozent. Auch bei anderen Aspekten gibt es starke Divergenzen zwischen männlichen und weiblichen Befragten. Immer noch rund 26 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass Frauen härter für Anerkennung und Beförderungen arbeiten müssen als Männer. Außerdem glaubt fast die Hälfte (47 Prozent) der Arbeitnehmer in Deutschland, dass Männer einen Vorteil haben, wenn es darum geht, einen Job zu bekommen – selbst, wenn die weiblichen Kandidatinnen die gleichen Qualifikationen und Erfahrungen mitbringen.

Welche Änderungen sollten vorangetrieben werden, um für höhere Geschlechtergleichheit zu sorgen? Die deutschen Arbeitnehmer der Studie sehen die Prioritäten folgendermaßen:

- 46 Prozent - Höhere Transparenz der Bezahlung von Männer und Frauen

- 45 Prozent - Bessere Möglichkeiten für Elternzeit für Frauen und Männer

- 39 Prozent - Flexiblere Arbeitszeiten und Home Office-Möglichkeiten

- 31 Prozent - Förderungen für Frauen, MINT-Studiengänge zu wählen

- 18 Prozent - Training der Führungskräfte in Gleichberechtigungsthemen

Gerade im Bereich Gehalt zeigt die Studie, dass Frauen weniger Selbstvertrauen als Männer haben, wenn es darum geht, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen (58 Prozent aller teilnehmenden Frauen in den vier Ländern fühlen sich nicht selbstbewusst genug). Hier kann mehr Transparenz helfen. Für die Studie befragte Monster in Zusammenarbeit mit YouGov 4.114 Arbeitnehmer in Europa.


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autoren. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit