Die Stellengesuche auf unseren eigenen Millhaus Kanälen ergänzen wir durch Anzeigen bei Facebook, Xing und LinkedIn sowie gezieltem Active Sourcing.

Ich gebe aber offen zu, dass wir hier noch nicht den 100 Prozent perfekten Weg für uns gefunden haben.

Nicht zu unterschätzen bei der Besetzung von neuen Stellen ist die Nutzung des eigenen Netzwerks als Multiplikator. Bisher haben wir mit den Leuten, die uns empfohlen wurden oder aus dem eigenen Netzwerk stammten, ausnahmslos die besten Erfahrungen gemacht.

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden? 

Das würde vielleicht jeder von sich behaupten, aber neue Mitarbeiter, die schon einige große und kleine Agenturen gesehen haben, bestätigen uns das auch immer wieder in besonderen Maße: Was uns grundsätzlich auszeichnet und im Umkehrschluss unser "Rezept" sein könnte, ist, dass wir ein sehr ungekünsteltes, ehrliches und tatsächlich freundschaftliches Miteinander pflegen.

Das gilt sowohl für uns untereinander als auch in der Arbeit mit unseren Kunden. Somit ist eine sehr offene Feedbackkultur gewährleistet, die sowohl für den Azubi als auch die Geschäftsführung gilt.

Außerdem haben wir unser eigenes sogenanntes "Millhaus Professional" entwickelt und vor kurzem implementiert. Hierbei handelt es sich um ein transparentes Kompetenz-Modell für unsere Mitarbeiter das definiert, wie wir sein wollen, wohin wir uns entwickeln – individuell und als Ganzes – und wir miteinander und unseren Kunden umgehen wollen. Außerdem ist es die Grundlage für unser Recruiting, Mitarbeitergespräche, Personalentwicklung und Beförderungen.

Anhand des Modells kann jeder sehen, auf welchem Level er/sie sich aktuell befindet und was es an fachlichen und persönlichen Qualifikationen braucht, um sich weiterzuentwickeln. Das Modell dient somit als Leitfaden für die eigene Entwicklung und Karriereplanung innerhalb von Millhaus. Daraus resultierend unterstützen wir jeden einzelnen gezielt in Form von internen Learning Networks und Mentorings sowie externen Weiterbildungen.

Skateboards gehören zum Büro-Alltag.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu

a, Home-Office: Home Office Zeiten sind möglich.

b, Sabbaticals: Ein Sabbatical muss von allen Seiten gut geplant sein – aber ja, wurde schon gemacht.

c, flexible jährliche Urlaubszeiten:

Bieten wir aktuell nicht an. Allerdings gibt es Mitarbeiter, die aufgrund eigener Projekte und Tätigkeiten zusätzliche freie Tage benötigen - so haben wir z.B. einen Art Director, der gleichzeitig an der Universität von Lausanne doziert. Solche Engagements versuchen wir zu fördern und suchen logischerweise gemeinsam nach Lösungen.

d, flexible Arbeitszeiten: Es gibt feste Zeiten, an denen alle da sein sollten (z.B. Dienstag, wenn sich das ganze Team für ein paar Stunden zusammensetzt), aber wir praktizieren unterschiedlichste Arbeitszeitmodelle. Dies erhöht natürlich den Abstimmungsbedarf, aber funktioniert sehr gut.

 e, Job-Tausch mit anderen Niederlassungen, bzw. Partner-Unternehmen: Uns gibt es nur einmal ;)

f, Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts?

Ja, die Möglichkeit für die Umsetzung von persönlichen Engagements räumen wir unseren Leuten in jedem Fall ein. Es gibt zahlreiche Mitarbeiter, die an eigenen Projekte und Ideen arbeiten oder persönlichen Interessen nachgehen: Das Spektrum reicht z.B. von der Gründung einer Skateboard-Brand, über Uni-Lehraufträge im Designbereich bis hin zur Produktion von Musikvideos und der Umsetzung eigener Kunstprojekte.

Aus dieser Möglichkeit heraus ist zudem unser gemeinnütziger Verein High Five entstanden, der ebenfalls seine Räumlichkeiten bei uns im Büro hat. Der Verein wurde von Mitarbeitern aus unserer eigenen Leidenschaft für Skateboard, Snowboard und BMX gegründet und richtet sein Angebot an Kinder und Jugendliche unabhängig ihrer Herkunft, Kultur, Sprache und sozialem Status.

Es ist fantastisch zu sehen, wie sich der Verein von seiner Gründung bis heute entwickelt hat und mittlerweile fast schon eine Institution in München ist.

g, bezahlten Überstunden?

Überstunden sind bei uns tatsächlich nicht die Regel und das ist uns auch wichtig. Natürlich gibt es "heiße Phasen", in der innerhalb kurzer Zeit viel Arbeitszeit anfallen kann. Hier sind wir sehr bemüht, diese direkt im Anschluss durch Freizeit auszugleichen. In den meisten Fällen planen wir aber langfristig und bessern im Notfall mit Freelancern aus unserem Netzwerk nach.

Bei Millhaus steht eien Rampe im Büro.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Wir haben in unseren hellen Büroräumen eine eigene Miniramp zum Skateboarden, die vor allem abends gerne genutzt wird. Das Büro besitzt eine große Küche, in der wir mittags oft gemeinsam kochen und essen.

Auch lässt sich unser Feelgood-Management immer mal wieder etwas einfallen: So waren wir kürzlich erst auf einem Wander-Spa-Ausflug in den Bergen (Standortvorteil), spielen Minigolf-Turniere, besuchen das von unserem Büro 500 Meter entfernte Oktoberfest oder gehen auch mal gemeinsam zum Skifahren/ Snowboarden.

Kein wirkliches Incentive, aber eine schöne Sache, die sich im Laufe der Jahre etabliert hat, sind unsere inoffiziellen "Boazn"-Touren ("Boazn" ist bayrisch für Kneipe), die gleichzeitig auch immer ein Wiedersehen mit ehemaligen Millhaus-Gesichtern bedeuten oder auch die agenturinterne, alle 2 Wochen stattfindende Fußballrunde auf Kleinfeld.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Durch unsere Kommunikationskultur – jeder darf und soll seine Meinung offen und ehrlich äußern. Das geschieht entweder "ganz offiziell" in halbjährigen Mitarbeitergesprächen oder gerne auch jederzeit im Austausch mit mir. Wir sind sehr bemüht, Anregungen der Mitarbeiter umzusetzen und auftretende Probleme schnell anzugehen.

Eine Sache ist uns und unseren Mitarbeiter allerdings sehr wichtig und definiert unseren Anspruch an die Arbeit sehr stark: Ideen, Designs und Projekte sollten in der Gestaltung und Umsetzung den Lebenswelten unserer Mitarbeiter so sehr entsprechen, dass sie gerne darüber sprechen bzw. selber am liebsten an den Aktivierungen teilnehmen würden, anstatt sie zu betreuen.

Wenn die Samples der von uns gestalten Lifestyle-Kollektion des FC Bayern Basketball eintrifft, entbrennt eine muntere Anprobier- und Bewertungsrunde oder als wir kürzlich in den Berliner Subkulturen eine WM-Aktivierung für Adidas umgesetzt haben, wollte eigentlich am liebsten jeder selbst mitmachen. Für solche Projekte leben wir.

Die Küche ist zentraler Treffpunkt.

Wie ist bei Ihnen die Frauenquote? Derzeit 42 Prozent

Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45? Noch 0 Prozent (aber es dauert nicht mehr lange)

Und unter 25? 17 Prozent

Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt? Einen Durchschnittswert zu benennen fällt schwer, denn unsere Range reicht von 2 bis über 12 Jahre.

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Ich würde es als etwas dazwischen beschreiben: Cleane Tisch mit persönlicher Note. Wir haben jedoch schlechte Erfahrungen mit Pflanzen gemacht bzw. mit der Pflege dieser. Für einen weiteren Versuch muss der grüne Daumen darum erst ausführlich unter Beweis gestellt werden.

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Eine direkte Offenlegung gibt es nicht, allerdings wissen die Mitarbeiter anhand unseres transparenten "Millhaus-Professionals" auf welchem "Skill-Level" sie sich aktuell befinden. Somit sind aufgrund des Entwicklungspfads je Fachbereich auch die jeweils dazugehörigen Gehalts-Bereiche bekannt.

Das Gehalt bemisst sich anhand der vorhandenen und entwickelten Kompetenzen und nicht anhand der betrieblichen Zugehörigkeit. Einen Gender-Pay-Gap gibt es bei uns nicht.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Das hängt tatsächlich vom Young Professional selber ab (so heißen die Junioren bei uns): Handelt es sich um einen Job Anfänger, bringt er bereits Erfahrungen mit bzw. arbeitet er in der Beratung, Konzeption oder im Art Bereich? Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass es bei 2.500 Euro losgeht.

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check

Wollen Sie auch in einer Agentur arbeiten? Passende Jobs finden Sie hier.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.