Gehalts-Check :
Was Agenturen einem Startup voraus haben

Ist ein Startup tatsächlich sexier als die Arbeit bei einer Agentur? W&V hat jemanden befragt, der es wissen muss: Marco Schierhorn wechselte vom Startup zur  Omnicom Media Group.

Text: Anja Janotta

Marco Schierhorn von Omnicom.
Marco Schierhorn von Omnicom.

Marco Schierhorn, Managing Partner Marketing Technology bei der Omnicom Media Group. Er war zuvor bei dem Startup Arvatis Media. W&V hat ihn befragt, wo die Vorzüge des Arbeitens bei einer Agentur gegenüber einem Startup liegen, das ja oftmals als sexier und spannender gilt.

Warum sind Sie zur Agentur gekommen?

Mich hat vor allem die Herausforderung gereizt, den damals noch ganz neuen Bereich 'Marketing Technology' innerhalb der Agentur mitzugestalten.

Wo sehen Sie die Grenzen für einen "Kreativ"-Arbeiter bei einem Startup?

Bei einem Startup sind die begrenzten Ressourcen ein Mangel, in der Industrie kann man auf die Unterstützung von Fachexperten aus den unterschiedlichsten Bereichen vertrauen. In der Industrie ist man manchmal an die Entscheidungen von internationalen Kollegen gebunden, im Startup können Entscheidungen meistens schneller getroffen werden.

Was bietet das Arbeitsumfeld in Agenturen, was die Marketingabteilung eines Startups nicht hat?

Von einem Mitarbeiter in einem Startup erfordert es seine alltägliche Arbeit, dass er sich Wissen und Kompetenzen in verschiedenen Bereichen aneignet – da er nicht auf entsprechende Fachexperten zurückgreifen kann, wie es sie in einem Agenturnetzwerk gibt.

Und umgekehrt, was bietet die Arbeit in einem Startup, womit Agenturen ihrerseits nicht punkten können?

In einem Startup sind die Abstimmungswege aufgrund der geringeren Größe oftmals kürzer, daher können viele Projekte schneller getestet werden, um daraus zu lernen, zu adaptieren und sie weiter zu optimieren.

Laut Studien ist ein guter Zusammenhalt unter den Kollegen der wichtigste Grund, nicht den Arbeitgeber zu wechseln. Ist das in einem kreativen Umfeld, in dem man eng zusammenarbeiten muss, doppelt wichtig?

Ja, das kann ich nur bestätigen. Gerade in unserem sehr dynamischen und schnelllebigen Arbeitsumfeld muss man sich auf die Kollegen verlassen können – und genau diesen Zusammenhalt finde ich hier tagtäglich vor.

Mehr Details, Interviews und vor allem aktuelle Gehaltstabellen, finden Sie in unserem aktuellen Dossier Gehalts-Check.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.